Sacarrabos

Brauereikneipe in Sines

Vor vielen Wochen waren wir in Schottland und ich habe im Blog etwa sinngemäß die Worte geschrieben “Wenn du nicht im Pub warst, hast du den Ort nicht besucht”.

Wenn man danach geht, haben wir so manchen Ort auf unserer Reise übersprungen, denn wir waren schon lange nicht mehr im Pub. Natürlich sind wir auswärts essen gegangen, doch haben wir schon lange keine Kneipe mehr nur für ein Bier aufgesucht. Das hat sich jetzt in Sines mal wieder geändert.

Als wir vorgestern durch den Ort gelaufen sind, haben wir die Brauerei gesehen. Wir wollten aber nicht einkehren, sondern zu unserem Abendessen zurück an Bord. Die Nachbarn am Steg, ein Paar aus Augsburg (und damit bierkundig), haben uns das Bier empfohlen. Also machten wir uns am Abend noch einmal auf den Weg in den Ort, um den Sacarrabos Brewpub zu würdigen.

Praia Vasco da Gama bei Nacht

Mehr als 100 Treppenstufen später saßen wir an einem Tisch mit wunderschöner Aussicht über den Hafen und verkosteten das Bier. Das Lagerbier ist frisch, für ein portugiesisches Bier sehr würzig und lecker. Das Red Ale enttäuschte, die erwartete Hopfennote fehlte völlig. Dafür konnte das IPA wieder überzeugen, hier kam der Hopfen hervorragend durch und es hat eine leicht zitronige Note. Sehr fein.

Prost!

Das hier soll keine Werbung, sondern eine Empfehlung sein. Die Brauerei hat von Dienstag bis Sonntag jeweils zwischen 10:00 Uhr und 4:00 Uhr geöffnet. Sie befindet sich am oberen Ende des nicht funktionierenden Aufzugs.

Sines haben wir jedenfalls besucht! Der Ort hat in jeder Hinsicht überzeugt. Ein ruhiger, günstiger Hafen mit tollen Duschen. Eine schöne Altstadt. Supermarkt noch einigermaßen fußläufig erreichbar. Und eine Brauerei. Ich könnte länger bleiben.

Brauerei

Adeus Lisboa!

Mal wieder ist es so weit. Wir machen die Leinen los und fahren zu neuen Zielen. Die Zeit in Oeiras und Lissabon war schön, doch nun wollen wir weiter. Wir wissen nicht, wo es uns hintreiben wird. Als Minimalziel planen wir, nach Sines zu kommen.

Wir haben den Supermarkt hier um die Ecke leer gekauft, die müssen den Rest der Woche nicht mehr arbeiten. Unser Hackenporsche ist mit seinem Übergewicht fast nicht mehr bis zur Marina gekommen. Dafür haben wir jetzt wieder ordentlich Vorräte gebunkert.

Das nächste Ziel in Portugal ist die Algarve. Wir haben uns bislang nur in Marinas herumgetrieben, wir müssen mal eine schöne Ankerbucht aufsuchen. Da bekamen wir in den letzten Wochen schon so manchen heißen Tipp.

Späte Nachmittagssonne an der Praça do Comércio

Drei neue Seiten sind zu unserem Blog hinzu gekommen: Lissabon, Castelo und Straßenbahn. Außerdem haben wir den Stalking-Link durch eine Seite ersetzt. Am Steg haben wir uns von neuen Bekannten verabschiedet, Mathilda, Danny und Marc von der Gentoo.

Apropos Schiffsnamen. Ich bin ja so ein Typ, der sich Namen nur schwer merken kann. Mit Schiffsnamen ist das einfacher, erst recht dann, wenn man ein Bild vom Schiff vor Augen hat. Außerdem gibt es weniger Schiffe als Menschen. Das geht mir aber nicht alleine so…

Trifft man unterwegs eine andere Segelcrew, dann nennt man immer den Schiffsnamen. Wenn Jens und ich also andere Segler treffen, dann sind wir die “Sissis“. So wird es allgemein gehandhabt. Auch wenn man einen Fremden am Steg ansprechen möchte, macht man das am besten mit dem Schiffsnamen.

Fette Hafenqualle in Oeiras

Das Kapitel Lisboa schließe ich vorerst mit einer dicken Hafenqualle, die es sich im Hafen von Oeiras gemütlich gemacht hat. Wir haben sie an mehreren Tagen gesehen. Wir sind in einer besonderen Stimmung, denn wir verlassen bald den Kontinent Europa.

The Swinging Oven – Folge 3

Schon wieder ein Kochvideo? Ja, das muss sein. Kochen ist bei 6-7 Bft auf Vorwindkurs eine ganz andere Nummer, als der Am-Wind-Kurs zwischen Guernsey und Roscoff. Außerdem haben wir es diesmal ein wenig anders gemacht. Wenn Sissi sich in den Wellen rollt, ist auch der Verzehr der Nahrung eine Herausforderung. Als Anti-Rutsch-Matten kamen feuchte Geschirrtücher zum Einsatz, das funktioniert prima. Außerdem sind die Tücher leicht waschbar, wenn doch etwas vom Teller läuft.

Kochen irgendwo zwischen Spanien und Portugal

The Swinging Oven – Folge 2

Für die Fahrt von St. Peter Port nach Roscoff haben wir uns feine Lammsteaks beim Metzger besorgt. Dass ich die auf hoher See in internationalen Gewässern zubereiten kann, steht für mich außer Frage. Die Frage war eher, wie man die Steaks dann isst, wenn sich Sissi in der See, die Steaks auf dem Teller, der Teller auf dem Tisch und die Segler vor dem Tisch bewegen.

Die Entscheidung fiel dann auf Lammgulasch. Lammgulasch kommt in einem Topf, wird auf einem tiefen Teller serviert und man braucht keine zwei freien Hände, um es dann schlussendlich in den Mund zu schaffen.

Bei fünf bis sechs Beaufort und einem Am-Wind-Kurs ist die Herausforderung, Leckeres auf den Teller zu schaffen, einiges höher als bei einer Motorfahrt durch Restschwell. Oder doch nicht? Schaut selbst!

Der Wolf

Wir haben ein Suchtproblem an Bord der Sissi. Jens ist unheilbar lasagnesüchtig. Wenn er nicht regelmäßig seine Pastaration bekommt, wird er zum Tier. Also müssen wir in regelmäßigen Abständen dem Gott der Pastafari huldigen und eine Lasagne zubereiten. Für Jens ist die wöchentliche Lasagne so wichtig, wie für mich der Kaffee am frühen Morgen.

Eine Zutat von Lasagne ist Hackfleisch. Hackfleisch holt man sich normalerweise zu Hause beim Metzger. Dort wird es frisch durch den Wolf gedreht und ist lecker. Wir lehnen beide das in Plastik verpackte Hackfleisch aus der deutschen oder niederländischen oder britischen Supermarktkühltheke ab. Es war schon problematisch, in Großbritannien an anständiges Hackfleisch zu kommen. Wie sollte das erst in südlicheren Ländern werden? Jens und ich liefen durch Dublin und haben versucht, einen Fleischwolf zu erwerben. Im Lande der Fertignahrung war das ein Ding der Unmöglichkeit.

Also riefen wir unsere Schwester Christine an, mit der wir uns auf Guernsey treffen wollten. Sie kaufte in Frankfurt einen ordentlichen Fleischwolf und hat ihn gemeinsam mit unserem Neffen Benedikt von Frankfurt nach Guernsey geschleppt. Benedikt hat den massiven Fleischwolf in Paris durch die Katakomben der Metro getragen.

Der Wolf

Zum Dank haben wir für die beiden eine Lasagne angefertigt. Und für Jens. Der hatte schon wieder das Zittern in den Händen, weil die letzte Lasagne mehr als drei Länder zurück lag (Isle of Man, örtlicher Metzger mit anständigem Hackfleisch).

Wie vermeide ich Seekrankheit?

Der eine wird seekrank, der andere nicht. Mancher nur manchmal, andere öfter. Woran liegt das? Es ist großteils Veranlagung. Es hängt vom Wetter ab, ich habe schon mehr Menschen bei Windstille kotzen sehen als bei Starkwind.

Rezept gegen Seekrankheit
Abends früh ins Bett, wenig Alkohol.
Ausschlafen.
Gut Frühstücken.
Genug trinken und unterwegs immer wieder essen.

Dieses Rezept hat in den meisten Fällen funktioniert. In vielen Fällen, in denen es nicht beachtet wurde, half am nächsten Seetag nur der Eimer.

Das Großsegel und das Abendessen

Als wir gestern das Großsegel herunter genommen haben, konnte ich den Riss fotografieren. Wir stehen morgen früh um 9 Uhr beim Segelmacher vor der Tür und hoffen, dass es mit zum Mittag geflickt sein wird. Dann können wir am Nachmittag noch losfahren, denn die Wettervorhersage ist hervorragend.

Riss im Großsegel

Am Freitagabend war es uns nur möglich, kurz mit dem Segelmacher zu sprechen. Er hat am Wochenende geschlossen (freut mich für ihn), versprach uns aber schnelle Hilfe am Montagmorgen.

So versuchen wir, den Aufenthalt in Roscoff weiterhin zu genießen. Heute Abend machen wir eine Zwiebelsuppe, anschließend leckere Lasagne und als Nachtisch wartet schon eine Honigmelone auf uns. Gestern gab es Fischsuppe, gegrillte Lammkoteletts und Honigmelone zum Nachtisch. Wir passen uns an Frankreich an und essen mehrgängig.

Endlich hat der Supermarkt wieder richtiges Obst und Gemüse, das nicht tiefgekühlt ist. Endlich gibt es wieder Auswahl. Man kann an schlimmeren Orten auf den Termin beim Segelmacher warten.

The Swinging Oven – Folge 1

Schon im vergangenen Jahr, als Jens und mir auf der Nordsee langweilig war, haben wir uns ein Fernsehformat ausgedacht. Es gibt gefühlt 100 verschiedene Kochshows im Fernsehen, entweder wird gegeneinander gekocht, gegen die Uhr oder ein Starkoch zeigt den Kochanalphabeten, wie es richtig geht.

Es gibt keine Kochshow, die auf einem Segelboot stattfindet. Das wollten wir ändern. Wir wollten Dieter Bohlen für die Jury gewinnen, der wird aber leider viel zu schnell seekrank. Also wurde das nichts. RTL wollte uns das Format leider nicht abkaufen, deswegen sind wir nicht reich damit geworden. Dass das Kochen auf einem Segelboot eine Herausforderung sein kann, zeigt unser kleines Video.

Folge 1 und Level 1 sind eigentlich nicht der Rede wert. Wir fahren bei Windstärke 0-1 mit dem Motor über leicht bewegtes Wasser. Die Wellenhöhe wird im Video ein wenig untertrieben, es waren eher 10 bis 20 Meter als 1 bis 2 Meter. Äh – was? Seemannsgarn…

Aufgenommen haben wir das Filmchen schon vor einigen Wochen auf der Nordsee. Dann ist es in Vergessenheit geraten, weil wir mit anderen Videos, anderen Erlebnissen und der Bestellung von Konserven in Deutschland beschäftigt waren. Wir gewinnen immer mehr Spaß am Videoschnitt und so haben wir noch einmal im alten Material gekramt. Herausgekommen ist die erste Folge von “The Swinging Oven”.

The Swinging Oven .- Level 1: Motorfahrt

An jenem Tag gab es leckere Steaks vom Metzger aus Stavoren, die wir mit auf die Reise genommen haben. Dazu Möhrchen und eine feine Käsesauce.

Der Watermaker ist angekommen!

Gestern war es endlich so weit. DHL hat den Weg in die Milford Marina gefunden und den Watermaker abgeliefert. Er hatte eine weite Reise von seinem Abreisetag am 17. Juli in Naples bis zu seiner Ankunft am 31. Juli in Milford Haven. Anders gesprochen war der Watermaker ca. 1100 Seemeilen Luftlinie in 14 Tagen zurückgelegt. Das macht eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 3,27 Knoten. Unter Segeln sind wir zumeist viel schneller unterwegs.

Der Einbau gestaltete sich relativ einfach. Nach einer Stunde war das alte Gerät demontiert und das Neue an seinem Platz. So weit, so gut. Auch der Probelauf brachte keine Probleme, sondern 20 Liter Wasser in unseren Tank. Heute läuft er nochmal, wir wollen noch 100 Liter Wasser machen, bevor wir die Marina verlassen. Sicher ist sicher.

Auch an anderer Stelle mussten wir gestern hart arbeiten. Unsere Motorkühlung machte uns Sorgen, da wir bei einem Routinecheck bemerkt haben, dass das Kühlwasserniveau dramatisch gestiegen ist. Ich kenne das nur anders, jedenfalls von Autos – und wir haben einen Automotor eingebaut. Bei Autos sinkt der Kühlmittelstand im Laufe der Zeit und dann stehen sie irgendwann mit überhitztem Motor bei 30°C im Schatten auf der Standspur der Autobahn. Das können wir uns nicht leisten.

Die begründete Vermutung war, dass Seewasser in den inneren Kühlkreislauf eingedrungen ist. Das ist nicht gut, denn im Laufe der Zeit würde uns der Motor von innen her wegrosten. In der gegenüber der Marina gelegenen Chandlery lernten wir David kennen – ein Motorenspezialist. Er hat sich das Problem angesehen und meinte, wir sollten mal nach dem Wärmetauscher sehen. Zum Glück hatten wir noch einen Ersatz-Wärmetauscher im Gepäck. Den konnten wir montieren. David hat uns gute Tipps gegeben, wie wir den Austausch am besten bewerkstelligen. Zum Dank bekam er von uns ein paar Dosen Apfelwein. Das wiederum hat ihn sehr gefreut.

Nach dem Austausch lief der Motor ein paar Stunden und der Kühlwasserstand hat sich nicht mehr verändert. Somit sieht hier alles prima aus.

So viel harte Arbeit sind wir einfach nicht mehr gewohnt. Deswegen hatten wir beide keine Lust auf die übliche abendliche Kochzeremonie mit frischem Fisch, Lobster oder leckeren Steaks. Hier hat sie die Lieferung der Metzgerei Haase schon das erste Mal bewährt, denn Kochen, Essen und Abspülen war in einer halben Stunde erledigt.

Unboxing Bolognese – der zweite und schmackhafte Teil des Auspackens!

Ein wenig Showtime war auch, so ist gestern Abend der zweite Teil unseres Auspackvideos gedreht worden. Viel Spaß damit!

Die Windvorhersage für morgen ist eher mau. Wir wollen am Samstag zu unserem nächsten Ziel starten, wenn nichts mehr dazwischen kommt.

Ein Paket kommt an.

Heute gab es Post für uns. Wir konnten ein Paket in Empfang nehmen, das wir dringend erwartet haben. Leider war es nicht das Paket mit dem Watermaker, dafür ist der Inhalt ebenfalls absolut lebenswichtig für uns. Wir haben Post aus Frankfurt Bonames bekommen.

Der Absender. Jens Haase aus Bonames.

Wir möchten natürlich auch ein wenig mit dem Trend gehen, sich selbst beim Auspacken eines Pakets zu filmen. Das ist bei diesem besonderen Paket natürlich allererste Pflicht. Wir freuen uns schon darauf, den Inhalt zu verspeisen.

Post aus Frankfurt Bonames

An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an Jens Haase, der uns noch vor der Abfahrt angedroht hat, uns unterwegs zu verpflegen. Jede einzelne leckere Dose werden wir genießen!