Spielzeug

Wir haben Spaß daran gefunden, hin und wieder Videos von unserer Reise zu präsentieren. Bislang haben wir die Videos mit einer etwas in die Jahre gekommenen digitalen Videokamera (maximale Auflösung ist HD), den Handykameras und unseren Fotokameras erstellt. Alle diese Kameras haben das Problem, dass sie nicht wasserdicht sind, also nur bei schönem Wetter für Außenaufnahmen taugen.

Deswegen kam, was kommen musste. Wir haben uns eine Action-Kamera geleistet, die unter anderem wasserdicht ist. Damit können wir auch Unterwasseraufnahmen machen. Falls wir uns in das noch viel zu kühle Nass hinein trauen.

Jens schreitet zum Kameratest

Um zu testen, wie viel Action in der Actionkamera drin steckt, musste Jens sich ganz nah an die Action heran begeben. Die Kamera hat nämlich eine sehr, sehr kurze Brennweite.

Jens filmt die Action

Die ersten Tests verliefen erfolgreich. Wir werden in wenigen Wochen mal wieder ein Video veröffentlichen. Darin werden wir auch Bilder zeigen, die wir mit der neuen Kamera aufgenommen haben. Obwohl. Eines können wir ja mal vorne weg bringen. Es war ein spannendes Gefühl. Wir haben eine neue Kamera und versenken sie gleich mal im Wasser. Das soll sie ja aushalten… hier haben wir probiert, ob die Kamera was taucht.

Test

AIS mal wieder – interessante Bilder

Viel habe ich schon zum Thema AIS geschrieben, der absoluten Wunderwaffe in der Seefahrt. Zwar sind sehr viele Sportboote nicht damit ausgerüstet, von den Langfahrern hier an der portugiesischen Küste jedoch die allermeisten. Die Berufsschiffahrt ist ja ausrüstungspflichtig und damit können wir die Berufsschiffe, so zum Beispiel die Fischer, problemlos sehen und ihren Kurs ebenfalls.

SAR Hubschrauber auf dem AIS

Das obige Bild ist ein Screenshot vom Navigationscomputer. Auf der rechten Seite sieht man den Seenot-Rettungshubschrauber. Der ist uns in der Nacht bei der Einfahrt nach Vigo auch schon aufgefallen, da hat aber keiner daran gedacht, einen Screenshot zu machen. Es war mir bisher nicht bekannt, dass auch Luftfahrzeuge mit AIS ausgerüstet sind. Warum auch nicht, ist ja praktisch. Und einen Kollisionskurs mit dem Hubschrauber können wir nicht fahren, so hoch ist unser Mast nicht.

Kurz vor Mitternacht in Porto…

Es war kurz vor Mitternacht und wir hatten es nicht mehr weit bis nach Porto, da ist auf unserem AIS förmlich eine Wolke Fischerboote explodiert. Plötzlich fuhren sie alle zur selben Zeit raus, sternförmig gehen die Kurslinien zu den Fischplätzen. Krass.

Portugiesische Segelbootfallen

Und wieder einmal haben wir eine Flaute an einem schönen Ort ausgesessen. Peniche hat uns sehr gut gefallen. Wieder einmal gilt es, die Leinen los zu machen und weiter zu segeln. Die Windvorhersage verspricht für den ganzen 2. Oktober stabilen Nordwind mit 12 bis 15 Knoten Stärke. Perfekt. Auch dass wir am Abend noch eine schwarze Katze gefunden haben, die sich hat streicheln lassen, war ein gutes Omen.

Schwarze Katze mit Streichelmöglichkeit

Nach einem Abschiedsbier mit David verabschiedeten wir uns schon zu früher Stunde, damit wir am folgenden Tag frühzeitig starten können. Natürlich hat der letzte Teil des Plans nicht funktioniert, wir starteten die Maschine gegen Mittag, da war David schon lange unterwegs. Was sind wir für Langschläfer…

Kaum waren wir aus dem Hafen heraus, stand schon der passende Segelwind bereit. Wir rollten die Genua aus, das Groß brauchen wir bei dem Rückenwind nicht und für den Parasailor war die Strecke definitiv zu kurz. Einhängen der Windfahne und abhängen auf dem Boot gingen miteinander her. Wir freuten uns, dass die portugiesische Küste langsam an Sissi vorbei getragen wurde.

Segelbootfallen
In der Nacht sind sie schwer zu sehen, die portugiesischen Segelbootfallen. Tagsüber ist es leicht. Die Fischer hinterlassen diese Fallen nicht um Segelboote zu fangen, die Gefahr ist aber groß. Ich habe immer Bammel, dass wir in der Nacht bei Motorfahrt so ein Fähnchen übersehen, überfahren und dann das Seil mit dem Fanggerät um unseren Propeller zu wickeln.

Segelbootfalle

Solche Segelbootfallen gibt es in allen Ländern, die wir bislang bereist sind. In Portugal scheinen sie mir aber besonders häufig. Man findet sie auch sehr weit draußen noch, wenn das Wasser schon 100 Meter tief ist.

Denen in Peniche konnten wir problemlos ausweichen, unter Segeln besteht auch keinerlei Gefahr für den Propeller. So genossen wir die Reise, saßen in der Sonne und im Schatten herum und freuten uns auf Lissabon. Auf dem AIS konnten wir schön sehen, dass in einer Enfernung von drei Meilen parallel zu uns noch zwei andere deutsche Segelboote unterwegs waren, dazu war noch ein Däne auf Parallelkurs. Regattagefühl mochte sich aber nicht einstellen, denn der Wind schwächelte und hatte nur noch zwischen 8 und 10 Knoten Stärke. Das genügt gerade, um unsere Genua noch stehen zu lassen und mit ca. 3 Knoten Fahrt langsam voran zu kommen. Das ist okay, Hauptsache segeln. Den Motor möchten wir nicht gerne brummen hören.

Alarm! Mann über Bord!!!!!!!!!
Ich war gerade an der Bearbeitung der Bilder von Peniche, als plötzlich unser Navigationscomputer in den Alarmmodus ging. Mann über Bord. Ein SART-Transmitter eines der anderen Segelboote hatte ausgelöst. Scheiße. Und das bei diesem ruhigen Wetter. Wie kann das passieren?

Jens begann sofort, sich um die Windfahne zu kümmern. Wenn wir dort zu Hilfe kommen wollen, müssen wir mit Motorkraft auf dem schnellsten Weg zur Unfallstelle fahren. Dabei kann uns die Windfahne nicht helfen. Ich klemmte mich ans Funkgerät, um mit dem Boot Kontakt aufzunehmen, zu dem der Transmitter gehört. Nach einem kurzen Gespräch mit dem “Unfallopfer” konnten wir uns wieder entspannen, denn der Crew war wohl nur langweilig, sie haben ihre Transmitter getestet. Blöderweise halt nicht mit der Testfunktion, sondern durch Auslösen eines echten Alarms. Das ist sogar der Küstenwache nicht verborgen geblieben. Wenige Minuten später kam ein Funkspruch von jenem Boot, dessen Namen ich hier nicht schreiben mag, dass es sich nur um einen Test handelte. Glück gehabt, ein Mensch im Wasser ist das Schlimmste, was einem auf einem Segelboot passieren kann.

Regatta
Ein paar Stunden später meldete sich David bei uns. Er hätte auf dem AIS gesehen, dass wir ihn gerade überholen. David war zwei Stunden vor uns gestartet. Toll, dachte ich mir, Sissi ist doch eine ordentliche Regattajacht. Allerdings zogen die deutschen Boote und der Däne davon. Wir konnten ihnen nicht folgen.

Das war uns einigermaßen egal. Durch die langsame Fahrt konnten wir uns eine Ankunft bei Tageslicht sowieso abschminken. Eine Ankunft bei Nacht mögen wir lieber nach als vor Mitternacht, denn nach Mitternacht bekommt man die erste Nacht kostenlos. Diesen Rabatt nehmen wir immer gerne mit, Dunkelheit sieht um 23 Uhr genau so aus wie um 1 Uhr.

Hauptantrieb schwächelt, stottert und hält dann doch
Nach der Herstellung und dem Verzehr einer für Jens absolut lebenswichtigen Lasagne mochte der Wind eine Weile nicht mehr mitspielen. Aus 10 Knoten wurden nur noch 8 Knoten, dann 6 Knoten und wir überlegten uns schon, die restlichen 20 Meilen bis Oeiras mit der Maschine zu fahren. Immer wieder bewegte sich Sissi in der Dünung und die Genua flatterte wild im Lüftchen, der Vorstag zitterte und die Leinen krachten. Das Gefühl ist entsetzlich, solche Schläge gibt es bei 9 Beaufort nicht. Dann kam der Wind aber wieder und wir konnten weiter segeln. Ich legte mich ins Bett.

Wir wollten auf jeden Fall vor 6 Uhr in der Marina sein, denn die Wettervorhersage versprach später nur noch Flaute. Den ganzen Tag war schon weniger Wind, als uns in der Prognose versprochen wurde, so hörte dann um 3 Uhr in der Frühe auch der Wind komplett auf zu blasen. Was heißt blasen, er hörte auf zu pusten.

Also wurde Onkel Benz angeworfen, die Genua eingerollt und für die letzte Fahrstunde auch noch einmal der Watermaker bemüht. Wir wollen ja genug Trinkwasser haben. Auf dem AIS konnten wir den beiden deutschen Segelbooten bei ihren Ankerversuchen vor Cascais zusehen. Außerdem hatten wir noch einmal Kontakt zu David, den wir hinter uns gelassen haben und der uns mitteilte, dass er noch vier Motorstunden von seinem Ziel Sesimbra entfernt ist. Was hatten wir ein Glück mit der Tourplanung und dem Wind.

Beinahe-Crash
Nun waren sie wieder da, die Segelbootfallen. Da der Motor lief, mussten wir in der Dunkelheit gut Ausguck halten, ob wir nicht über ein solches Fischerfähnchen drüber fahren. Das ging ganz gut, obwohl vom Land her immer mehr Lichter die Dunkelheit verseuchten. Am Horizont konnten wir die Lichter der Brücke über den Tejo schon sehen.

Verkehrsampeln in Rot und Grün sind eine Zumutung für jeden Segler, der nach roten oder grünen Leuchtfeuern sucht. Die Straßenbeleuchtung gehört verboten, die lenkt einen von den Fischerfahnen ab. Und dann, kurz vor der Hafeneinfahrt, sehe ich in der Dunkelheit ein paar winzige LED-Leuchten glimmen, direkt vor unserem Bug. Noch so eine portugiesische Spezialität – unbeleuchtete, winzige Fischerboote, die direkt vor der Hafeneinfahrt ihrem Geschäft nachgehen. Wir passierten sie mit wenigen Metern Abstand. Die Fischer schienen uns gar nicht wahrzunehmen.

Landeanflug
Fast punktgenau um vier Uhr morgens fanden wir direkt gegenüber der Einfahrt einen freien Liegeplatz, vertäuten Sissi und genehmigten uns noch das obligatorische Anlegerbier.

Marina Oeiras

Nach dem Ausschlafen habe ich die Anmeldeformalitäten erledigt. Wir müssen noch einmal den Liegeplatz wechseln, dann können wir ein paar Tage hierbleiben.

Endlich: Lissabon!
Lissabon ist nicht nur eine schöne Stadt, die ich von einem Besuch vor ein paar Jahren mit dem Motorrad kenne. Lissabon hat auch eine Straßenbahn, da werde ich meinen Fotospaß bekommen und Jens wird sich fügen müssen. Zur Not stelle ich ihn mit Lasagne ruhig. Lissabon ist auch ein wichtiges Zwischenziel, der letzte größere Ort in Europa und die letzte Stadt auf dem Festland, die wir besuchen werden. Danach wollen wir noch für ein paar Tage an die Algarve und anschließend nach Madeira weiter fahren.

Im Hafen traf ich die Crew von der Lucky Star, die wir schon in Leixoes kennen gelernt haben. Wir sind für den Abend quasi schon halb verabredet. Und ich traf die Crews der beiden deutschen Segelboote, die wir gestern nur auf dem AIS gesehen und am Funk gesprochen haben. Ich werde mir ihr AIS-SART noch zeigen lassen, denn ich hätte nicht gedacht, dass die Reichweite von den Dingern so groß ist.

Heute fahren wir wohl nicht mehr nach Lissabon rein. Wir brauchen noch stabiles Internet, denn heute Abend spielt unsere Eintracht in Guimaraes . Und wir brauchen einen Fleischer, einen Gemüseladen und einen Supermarkt. Unsere frischen Vorräte sind irgendwo nahe bei Null. Morgen stehen wir früh auf (haha!) und nehmen die S-Bahn in die Stadt. Die fährt alle Viertelstunde und braucht auch nur eine Viertelstunde. So lasse ich mir das gefallen.

(Diesen Beitrag schreibe ich, nachdem die Internetverbindung hergestellt wurde. Das Hafen-WLAN scheint okay zu sein, HR1 spielt über das Internet. Reicht also auch für den Livestream von unserer Eintracht.)

Piraterie

Gibt es kein WLAN im Hafen, hat man entweder eine gute Sim-Karte im bordeigenen Router stecken oder eine dicke WLAN-Antenne. Das mit den Sim-Karten haben wir von Schottland aus über Irland, Wales, Guernsey, Frankreich und Spanien ausprobiert.

Es war immer wieder nervig, sich nach Überschreiten einer Grenze wieder eine neue Prepaid-Karte in den Router schieben zu müssen, denn trotz gegenteiliger Versicherung der Verkäufer ist es uns nur einmal gelungen, eine Sim-Karte nach Überschreiten einer Grenze wieder in Betrieb nehmen zu können. Auch das notwendige Aufladen der Sim-Karte nervt ein wenig, weil man die Notwendigkeit erst dann erkennt, wenn die Karte schon leer ist. Dann braucht man aber zum Aufladen eine Internet-Verbindung und damit beißt sich die Katze in den Schwanz.

Wir haben uns eine dicke WLAN-Antenne nach Porto bestellt und dort sofort benutzt, um das eigentlich recht schnelle Hafen-WLAN stabil auf das Boot zu bekommen. Das hat hervorragend funktioniert. In Peniche gibt es jedoch kein Hafen-WLAN, was also tun. Jens und ich sind durch den Ort spaziert und haben bei den Restaurants und Cafes in Sichtweite von Sissi die WLAN-Codes besorgt.

Blick von Sissi auf das Internet-Restaurant

Dann haben wir die WLAN-Antenne auf das stärkste der verfügbaren Netze konfiguriert. Die Entfernung beträgt ca. 450 Meter. Wenige Minuten später hatten wir feinstes Internet. Der Upload von Bildern ist mir hier in Rekordzeit gelungen. Auch Videos über Youtube streamen wunderbar.

Zum Dank für das schöne Internet sind Jens und ich am Abend im Spenderrestaurant zum Essen gegangen. Schon am Mittag hatte ich festgestellt, dass es dort sehr gut aussieht und lecker riecht. Das konnten wir am Abend dann verifizieren.

Blick aus dem Restaurant auf Sissi

Zuerst gab es für uns beide eine FIschsuppe, dann einen Hauptgang aus dem Meer. Sowohl die Dorade von Jens als auch mein Tintenfisch waren sehr lecker, die Beilagen reichlich, das Dessert hervorragend und die Flasche Wein günstig. Das alles zusammen gab es für nur 45 €, die Internet-Flatrate oben drauf. Schön. Mal sehen, wie sich die Antenne im Laufe der Zeit bewährt.

Der Morgen danach…

Wow. Ich habe lange nicht mehr so gut geschlafen. Auch Jens kam gut gelaunt am Morgen aus seiner Koje gekrochen. Es war eine phantastische Entscheidung, den Aufenthalt in Vigo zu verlängern und die Matratzen zu kaufen.

Wunderbar ist das Gefühl, an jeder Stelle der Matratze liegen zu können und nicht immer wieder in die ausgelegene Kuhle in der Mitte zu rutschen. Toll ist das Gefühl im Rücken, der beim Aufwachen nicht mehr so zwickt. Und wir konnten traumhaft lange schlafen, obwohl es hier für deutsche Verhältnisse schon recht warm ist.

Was schreibe ich da? Hier sind es am Abend nur 30°C, da haben wir aus Deutschland in den letzten Monaten ganz andere Werte gehört. Hier gehört es irgendwie dazu, die Menschen sind darauf eingestellt.

Versorgen in Vigo (II)

Nein, wir haben Sissi immer noch nicht mit Torpedos ausgerüstet. Das Versorgungsschiff haben wir noch nicht gefunden. Allerdings haben wir heute den Komfort an Bord um mehrere Zehnerpotenzen verbessert.

Wie jeden Morgen hat mich heute früh mein Rücken daran erinnert, dass wir Sissi noch mit neuen Matratzen ausstatten wollen. Die alten waren noch von den Vorbesitzern, zwar wesentlich bequemer als die Gästekojen aber doch abgewohnt und ausgelutscht. Also sagten wir uns, dass wir einen Matratzenladen suchen gehen.

Im Internet konnten wir ein Geschäft finden, das nur 20 Minuten zu Fuß von der Marina entfernt liegt, Marco Evaton.

Marco Evaton

Um 16:30 Uhr endet die Siesta, um 16:35 Uhr standen wir im Laden. Mit Hilfe unserer profunden Spanischkenntnisse haben wir nach zwei Matratzen der Größe 90 cm auf 190 cm gefragt (“el colchón“). Außerdem haben wir noch perfekt funktionierende Zeigefinger, können mit der Tochter des Ladenbesitzer (ca. 12 Jahre alt) ein paar Worte Englisch wechseln, das Segelboot als Wohnanschrift auf ein Blatt Papier malen und den Liegeplatz in der Marina auf dem Stadtplan ankreuzen. Die Plastikkarte für die Bezahlung funktioniert international.

Glücklich im Matratzenladen

Wir haben selbstverständlich die Matratzen ausgiebig Probe gelegen. Jede Matratze war besser als die alten Dinger auf dem Boot. Also haben wir die gekauft, die auch mit Sicherheit in die Koje passen. Der Ladenbesitzer versprach uns eine Lieferung noch am selben Tag.

Die alten müssen raus!

Um keine Zeit zu verlieren, haben wir schon einmal die alten Matratzen aus dem Boot heraus geschafft. Die Dinger waren widerspenstig und haben sich gewunden und gewehrt. Natürlich wurde uns neben der Lieferung ans Boot auch die Entsorgung der alten Unterlagen angeboten.

Es gab dennoch ein paar Komplikationen mit der Lieferadresse, die aber mit Hilfe einer freundlichen Spanierin am Straßenrand ausgeräumt werden konnten. Der Ladenbesitzer hat mich angerufen, ich habe nur so viel verstanden, dass er nicht genau wusste, wohin er mit dem Auto fahren soll. Die nette Spanierin sprach gerade genug Englisch, dass ich ihr erklären konnte, sie solle dem Mann am Telefon erklären, wo er hinkommen muss. Perfekt. Hat funktioniert.

Neu, schön, bequem.

In Rekordzeit haben Jens und ich die neuen Schlafunterlagen an Bord und in die Kojen geschafft, frisch bezogen und dann festgestellt, dass wir die neuen, originalverpackten Matratzen gar nicht fotografiert haben. Pech. Ich habe für das letzte Foto das Laken noch einmal runtergezupft. Heute gehe ich früh ins Bett.

Juniedabaaag?

Oder auf gut Englisch: “Do you need a bag?” Die Frage bekommen wir im Supermarkt an der Kasse immer wieder gestellt. Brauchen wir natürlich nicht, denn wir sind gut ausgestattet und kommen ohne die blöden Plastiktüten aus.

Baaag

Der Schotte spricht die Worte etwas härter aus, auf Islay klingen sie dann noch etwas härter, als auf dem Mainland. Bei meinem ersten Besuch auf Islay stand ich an der Kasse und wusste mit den Worten “Wannabaaag?” gar nichts anzufangen. Die Kassiererin hat mir dann die Plastiktüte gezeigt und mich mit Zeichensprache gefragt. Natürlich habe ich die Vokabel inzwischen gelernt.

Selbstverständlich laufe ich gerne mit diesen schönen Taschen durch Port Ellen und grüße hiermit alle Ex-Kollegen!

Bad news, good news

Seit vorgestern liegt Sissi in Oban in der Transit-Marina (North Pier Pontoons). Die Übernachtung kostet dort für uns knapp 40 Pfund, dafür ist die Lage aber hervorragend.

Sissi in der Oban Transit Marina

Wir konnten unsere Vorräte ergänzen, das Schiff reinigen und uns auch. So weit, so gut. Für den heutigen Tag war vorgesehen, dass wir einen Schlag von ca. 50 Meilen nach Port Ellen (Islay) machen. Die vorgesehene Abfahrtszeit war aufgrund der Tide um die Mittagszeit, wir schliefen also aus und ich machte uns den Morgenkaffee.

Irgendwie schmeckte der Kaffee komisch. In meiner Müdigkeit konnte ich das nicht so recht einsortieren. Jens kostete und spuckte den Kaffee aus. Salzwasser-Kaffee. Das ist bad news.

PANIK!!!

Wie kommt Salzwasser in unseren Frischwassertank? Gestern Abend hat die Wasserpumpe genervt, sie ist jede Minute für einen kurzen Augenblick angesprungen. Also habe ich sie abgeschaltet und damit auch den Druck aus unserem Wassersystem genommen. Wir vermuten, dass über eine Verbindungsleitung, die für das Spülen des Watermakers nach Gebrauch zuständig ist, Salzwasser in den Tank gelaufen ist, weil die Druckpumpe den Druck im System nicht gehalten hat. Bäh. Wer den Salzkaffee kosten möchte, nehme fünf Esslöffel Salz für eine normale Kanne Kaffee. Bäh.

Also haben wir den Tank entleert, ich fand ein paar undichte Schlauchverbindungen am Watermaker-System und habe diese nachgezogen. Anschließend haben wir den Tank mehrfach mit Frischwasser gespült und neu gefüllt.

Losfahren mochten wir nicht. Der Hafenmeister hat uns einen Mechaniker empfohlen, der jedoch erst gegen 17 Uhr Zeit für uns hatte.

Atlantic Marine Oban – Ian MacAra

Ian MacAra kam zu uns, schaute in das Schlauchgewirr und stellte einige kluge Fragen. Anschließend diskutierten wir das Für und Wider einer Öffnung des Systems. Wir haben uns dagegen entschieden, im Augenblick ist wieder alles dicht und das Wasser nicht salzig. Obwohl er eine halbe Stunde bei uns an Bord war, hat er keine Rechnung gestellt (“ich habe doch nichts gemacht”) und ich musste ihm eine Büchse Apfelwein fast aufdrängen.

Wir fahren morgen nach Islay und werden guten Segelwind haben. Das ist good news.

Ausrüstung

In loser Folge werde ich über den einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand schreiben. Heute waren es das AIS und der Parasailer. Diese Gegenstände bekommen eigene Unterseiten, damit ich über die Langzeit- bzw. Langfahrttauglichkeit auch noch in Zukunft etwas dazu schreiben kann.

XTC

Die gute Sissi ist jetzt auf Extasy. Oder Amphetamin. Oder sowas in der Richtung. Krass.

In vielen Büchern von Weltumseglern habe ich vom Parasailor gelesen. Das Segel wurde in den meisten Fällen in den Himmel gelobt. Und da bin ich dieses Jahr auf der Boot über den Stand des Herstellers gestolpert. Irgendwie hatte ich die Ausgaben nicht so recht im Blick und habe so ein Segel bestellt.

Einweisung in den Parasailor

Gesterm erfolgte die Lieferung. Ein Vertreter des Herstellers brachte das Segel und ein paar Blöcke mit, der Wind war ansprechend schwach. So ca. 8 bis 12 Knoten Wind aus Ost. Da kann man sch on mal von Stavoren wegkommen.

Nach wenigen Minuten waren wir auf dem Ijsselmeer, der Motor schwieg nach kurzer Zeit. Ein Blick auf die Logge erzeugte Unglauben: 6 Knoten Fahrt bei nur 10 Knoten Wind von achtern. Wow. Die alte Dame Sissi bewegte sich so schnell, als hätte sie Extasy geschluckt. Ich glaube, wir werden noch viel Spaß mit diesem Segel haben. Läuft sogar noch auf einem Halbwindkurs.

Das Segel steht

Jetzt sollen die anderen kommen. Wir fahren jedem davon. Eine Maxi auf XTC. Ein Pottwal auf Amphetamin.