4. Advent

Und wieder ist eine Woche vorbei. Würde ich schreiben, wenn ich diesen Beitrag zeitnah zum 4. Advent verfassen würde. Ich schreibe ihn jedoch schon am 3. Advent auf Vorrat.

Das Radio nervt seit Wochen schon mit Weihnachtsmusik. Dabei ist es egal, ob wir unseren Hessischen Rundfunk oder Rockantenne übers Internet hören, oder einen spanischen Radiosender über UKW dudeln lassen. Weihnachtslieder spielen sie alle, selbst auf den Schwermetall-Kanälen. Ab morgen ist das für uns vorbei.

Heute haben wir keine Lust zum Kochen, deswegen ziehen wir noch einmal durch Santa Cruz und suchen ein Restaurant. Während unserer Suche dringen plötzlich die Känge von Chorgesang in unsere Ohren, wir gehen noch um zwei Ecken und stehen plötzlich auf einer Art Weihnachtsmarkt, der sich dann aber als Weinfest entpuppt.

Weinfest

Viele Stände verschiedener Bodegas schenken Wein aus, doch unsere Mägen knurren viel zu sehr, als dass wir uns hier irgendwie aufhalten wollen würden. Wir ziehen weiter, kommen an anderen Ständen vorbei, bei denen Schinken verkauft wird. Das ist auch nicht das Richtige für unsere doch ziemlich vernehmbar knurrenden Mägen. Bis wir hier genug gegessen haben, sind wir verhungert.

Wir lassen es uns aber nicht nehmen, für einige Minuten dem Chorgesang zu lauschen und stellen fest, dass das wesentlich melodischer ist, als das Gejodel vom Vorabend.

Chorgesang

Gerade noch in Hörweite finden wir ein Restaurant, in dem uns eine leckere Paella kredenzt wird, schön mit Fisch, Meeresfrüchten, Garneelen und natürlich Reis in einer schmackhaften Sauce. Genau richtig, um das Ende unseres Aufenthalts in Spanien zu würdigen.

Zurück in der Marina sehen wir am Nachbarsteg ein Motorboot, auf dem richtig dekoriert worden ist. Dieses Motorboot gibt die Antwort auf die Frage, warum Segelboote so viel umweltfreundlicher sind. Segelboote brauchen kein eigenes Kohlekraftwerk, um ihre Beleuchtung zu speisen. Ha ha ha.

Santa Claus’ Motorboot

Wir denken an euch und das deutsche Winterwetter. Wir denken an überfüllte Weihnachtsmärkte im Regen. An Glühweinstände mit überteuerter Zuckerplörre. An das Geschiebe und Gedränge an den letzten Einkaufstagen vor Weihnachten. An kilometerlange Schlangen vor der Kasse im Supermarkt. Die Schlangen vor dem Parkhaus und die überfüllten Bahnsteige der U-Bahn. Den Last-Christmas-Terror aus millionen Lautsprecherboxen an den Ecken all überall. Wir denken, dass wir das alles nicht brauchen und auch nicht vermissen.

Sissi freut sich auf das Abenteuer Atlantik

Wir wünschen allen einen schönen 4. Advent. Geht doch einfach mal ins Wellenbad und lasst euch treiben, dann habt ihr ein ganz klein wenig von dem Gefühl, das wir schon seit einer Woche genießen dürfen. Im Wellenbad gibt es keinen Weihnachtsmann, keine Rentiere und allenfalls rote Bademützen. Eine Woche unterwegs sein, das bedeutet, dass wir normalerweise schon ein Drittel unseres Wegs nach Barbados hinter uns haben sollten.