Im Wasser

Seit November stand Sissi in der Halle. Wir haben geschuftet, um sie fit zu machen für unseren Plan. Zuletzt war es der korrodierte Vorstag, der es vermiest hat, das Schiff ins Wasser zu bringen. Doch seit heute schwimmt Sissi wieder und ist an ihrem angestammten Platz im Buitenhaven .

Wir wollten das Kranen filmen, die besten Szenen noch fotografieren. Fohen Mutes spazierten wir heute früh von unserer Herberge zur Bootshalle. Eine Überraschung erwartete uns – Sissi war schon im Wasser.

Sissi nach dem Kranen

Bis der Mast dann endlich stand, vergingen noch so manche Minuten. Das neue Vorstag schien zuerst etwas zu lang zu sein. Wir haben die Wanten hin- und hergedreht, gespannt und wieder locker gelassen. Gemeinsam mit zwei Arbeitern von SkipsMaritiem in Stavoren hatten wir einen Knochenjob. Außerdem wehten ständig Wind- bzw. Regenböen durch den Hafen.

Jens und zwei Arbeiter von SkipMaritiem beim Stellen des Masts

Als die Arbeiten dann getan waren, erschreckte mich der Motor bzw. die Lichtmaschine. Eines der neuen Geräte ist ein Booster für die Batterieladung, damit wir aus der Motorstunde mehr Amperestunden in die Batterien bekommen können. Das Gerät muckste sich gar nicht Nicht eine der vielen LEDs wollte leuchten. Ein kurzes Telefonat mit der Hotline des Herstellers in England brachte mir eine Telefonnummer in Deutschland. Dort bekam ich nach wenigen Minuten einen Top-Hinweis, wo das Problem liegen kann. Das haben wir ausprobiert und uns gefreut. Die Batterie wird nun viel schneller geladen.

Einer Fahrt in den Buitenhaven stand nichts mehr im Weg, also machten Jens und ich uns auf den Weg. Sissi bewegte sich brav durchs Wasser, nur die neue Logge zeigt viel zu wenig an. Wieder eine Baustelle offen, wo doch so viele Baustellen auf ihren Abschluss warten. Bei der Ankunft im Buitenhaven regnete es zur Belohnung.

Stimmungsvoll ein Anlegerbier trinken

Irgendwie war die Situation beim ersten Anlegerbier des Jahres ein wenig trist. Doch das hielt sich nicht lange. Im Cafe Max nahmen wir ein leckeres Abendessen zu uns und danach war eitel Sonnenschein.

Abendstimmung

Während ich diese Zeilen schreibe, genieße ich die leichten Bewegungen des Schiffs im Hafen. Morgen ist noch einmal ein harter Tag, da bekommt Sissi neue Batterien. Das wird eine Schufterei…

Offline

Die letzten beiden Tage war sy-sissi.de nicht erreichbar. Das ist jetzt hoffentlich vorbei.

Mein Webhoster hat ein Update vorgenommen und dabei musste der Server abgeschaltet werden. Leider ist er nach Abschluss der Wartungsarbeiten nicht automatisch gestartet. Nach einem manuellen Neustart funktioniert jetzt alles wieder. Bis zur nächsten Wartung.

In den kommenden Jahren werde ich oft kein Internet haben und nicht prüfen können, ob der Server läuft oder nicht. Sollte er also mal wieder offline sein, bitte ich euch nicht zu verzagen – sowie ich wieder Internet finde, werde ich ihn neu starten.

Katzen!!!

Das Internet gehört den Katzen. Jetzt auch mit bewegten Bildern. Auf der Videokamera habe ich ein paar Schätzchen gefunden – so etwa das Nachmittagsvergnügen von Milka und Lieschen (beide sind irgendwie verwandt mit Sissi).

Lieschen und das Mäuschen

Nur die unfreiwillige Hauptdarstellerin hatte wenig Spaß.

Spaß muss auch sein – da lag noch die Videokamera in der Ecke

Zu meinem Tagewerk gehört derzeit das Aussortieren. Eigentlich dachte ich, dass ich gar nicht so viele Dinge hätte. Es hat sich über die Jahre aber wieder viel angesammelt. Ein Teil davon wird mit auf das Schiff kommen, ein Teil wird eingelagert und ein Teil entsorgt. Aber was gehört auf welchen Haufen?

Ich kann nicht nur Kisten mit Dingen füllen und Dinge sortieren. Das läuft bei mir mal für ein paar Stunden, dann hört die Lust schlagartig auf. Heute habe ich meine Videokamera wieder gefunden, als ich einen Stapel DVDs einpackte. Natürlich war der Akku entladen aber die Speicherkarte funktioniert noch.

Die Aufgabe des Abends war also, ein Video von der Kamera nach Youtube zu schaffen. Es ist gelungen!

Der Jacobite Express fährt im Jahr 2014 über den Glenfinnan Viadukt.

Im Jahr 2012 war ich mit dem Motorrad in Schottland, im Jahr 2014 hatten wir ein Schiff gechartert. Vorher machten wir eine Rundfahrt mit dem Auto, dabei ist dieses Video entstanden. Es ist ungeschnitten, verwackelt und jedes Smartphone macht heutzutage bessere Videos.

Spaß gemacht hat es trotzdem.

Impfen

Die Welt ist ungesund. Ich war heute beim Arzt zu einer reiseärztlichen Beratung. Überall gibt es Krankheiten, die einem den Segelspaß versauen können. Furchtbare Namen und schreckliche Auswirkungen.

Hier muss ich sagen, dass ich in der Planung ein wenig versagt habe. Ein paar Wochen früher wäre besser gewesen.

Dennoch – irgendwie werden wir das hinbekommen. Wir verlassen Europa nicht sofort und anderswo können sie uns auch mit den Spritzen pieksen.

The Postman Always Rings Twice

Noch lebe ich in Frankfurt am Main. Ich liebe diese Stadt. Wenn ich etwas brauche, setze ich mich einfach in die U-Bahn, fahre zum passenden Laden und kaufe es dort ein. Dann habe ich den gewünschten Gegenstand spätestens nach einer Stunde in den Händen.

Leider ist der Main nicht besonders schiffbar für größere Segelboote. Deswegen ist die Anzahl der Ladengeschäfte mit Segelzubehör sehr begrenzt (ich kenne genau einen Laden). Ich muss also einen guten Teil der Schiffsausrüstung im Internet bestellen.

Zuerst nervt mich der Bestellvorgang. Es gibt mehrere Dutzend Läden im Internet für den Segelbedarf – welche sind seriös? Zuverlässig? Das muss man recherchieren, man muss einen Haufen Daten in Formulare eingeben und fragt sich, ob die Daten dort auch wirklich sicher sind.

Anschließend wird bestellt und bezahlt, bis dahin funktioniert das immer prima. Im besten Fall kommt am nächsten Tag eine Mail von DHL, UPS oder wem auch immer, dass die Ware unterwegs ist. Dann beginnt das Drama mit dem Paketboten:

Gestern zum Beispiel war wieder so ein Ninja für DHL unterwegs. Ich hätte die Klingel hören müssen, denn ich war die ganze Zeit zu Hause. Wie kam der Zettel in meinen Briefkasten?

Oder habe ich das Klingeln an der Tür gestern nicht hören können, als ich geduscht habe?

Auf der Karte steht, dass ich das Paket ab 7 Uhr in der Filiale abholen kann. Bei meinem ersten Spaziergang heute in die Filiale durfte ich lernen, dass die Pakete erst gegen Mittag den Weg in diese Filiale finden.

Beim Einkauf im Ladengeschäft habe ich spätestens nach einer Stunde die Ware in der Hand. Wenn ein Gegenstand nicht vorrätig ist, wird er bestellt und wartet auf meinen nächsten Besuch. In einem solchen Fall sind es zwei Stunden, die ich investieren muss.

Wenn ich über die Worte “zwei Stunden” nachdenke, erinnere ich mich an gestern, als ich zwei Stunden damit verbracht habe, Versandkartons zu zerkleinern und in die Altpapiertonne zu stopfen. Bei Internetbestellungen kommt schon eine Menge Verpackung zusammen.

Die Beratung in einem Fachgeschäft ist auch unschlagbar. Wir haben schon oft beim Segeln geangelt, haben aber noch nie etwas herausgezogen. Das soll sich in Zukunft ändern. Ich habe das Abschiedsgeschenk meiner ehemaligen Arbeitskollegen (war ein Haufen “Universalgutscheine”, auch Geld genannt) in den Angel Bär getragen und mir eine wahrscheinlich geeignete Angelausrüstung zugelegt. Mit so wenig Erfahrung im Angeln hätte ich gar nicht gewusst, was ich mir alles bestellen muss.

Zuletzt denke ich über den Preis nach. Im Internet sind die Sachen meist billiger. Ich möchte die 10% bis 20% gar nicht sparen, weil ich es schätze, im Laden einkaufen zu gehen. Das Geld zahle ich gerne für den Service.

Abbruchfeierlichkeiten

Eine besondere Freude war es mir gerade, zur Abbruch-Party in meiner Wohnung einzuladen. Mit dem Krantermin fügen sich die anderen Termine ineinander. Wenn jetzt nichts mehr schief geht, können wir unseren Plan wahr machen und im Mai noch starten. Ein tolles Gefühl.

Youtube kann wirklich lehrreich sein

Spinnaker

Ich hatte so ein Ding noch nie. Kein Charterboot hat einen Spinnaker an Bord, der ist (zumindest in Kroatien) aufpreispflichtig. Das Geld haben wir uns immer gespart und wir konnten sowieso nicht mit diesem leichten Tuch umgehen.

Es ergab sich im vergangenen Sommer mehrfach die Situation, dass uns der Wind zum Segeln ausgegangen ist oder der wenige Wind direkt von hinten kam.

Jens hat sich im Internet schlau gemacht und Anleitungen gefunden, wie man den Spinnaker einsetzt. Es hat gar nicht lang gedauert und das Segel stand wunderschön. Die Geschwindigkeit verdoppelte sich von unsäglichen 2,5 kn auf 5 kn. Traumhaft.

Sissi und Lieschen

Das Internet gehört den Katzen. Jedenfalls der eine Teil des Internet, der gute Teil. Ich vermisse die Katzen. Bis vor wenigen Wochen haben bei uns ca. neun Katzen auf dem Grundstück gewohnt. Die Nachbarin ist mit den Katzen ausgezogen und nun begrüßt mich kein dicker Kater mehr, der Streicheleinheiten möchte.

Sissi und Lieschen belauern sich im Garten

Spätestens an Bord wäre ich ohne die Katzen gewesen. Ich werde mich nun an die alte Seemannsregel halten: In jedem Hafen eine neue Katze!