Relaxen am Kanal

Ich habe ein paar Tage in Banavie. Am Donnerstagabend erwarte ich meinen Vater, der mit mir durch den Kanal fahren möchte. Sissi möchte ein wenig geputzt und aufgeräumt werden. Auch der Watermaker braucht wieder einmal eine Wartung. Ansonsten habe ich Freizeit. Da das Internet vom Pub nicht wirklich funktioniert (es funktioniert im Pub genauso schlecht wie an Bord) möchte ich mir eine letzte SIM-Karte auf meiner Reise kaufen. Dazu fahre ich nach Fort William.

Zug nach Fort William auf der Drehbrücke

Ich studiere den Fahrplan. Den Zug auf der Brücke hätte ich nicht fotografieren sollen, sondern einsteigen wäre die bessere Idee gewesen. Jetzt fährt erst einmal für sechs Stunden kein Zug mehr. Zum Glück fährt der Bus alle halbe Stunde, damit komme ich auch in die Stadt.

Fußgängerzone

In der Fußgängerzone ist trotz des Wochentags und der relativ frühen Stunde recht viel los. Immer wieder dringen Fetzen deutscher Sprache in meine Ohren. Eigentlich verwundert es mich nicht, denn Schottland steht bei den Deutschen hoch im Kurs. Viele von ihnen mögen den Whisky, viele kommen für Wanderungen durch die Highlands nach Fort William. Ich finde keinen Telefonladen. Da ich sowieso schon einmal hier bin, suche ich die Marina. Ich will ein Foto machen. Die Marina hat erst vor wenigen Wochen aufgemacht. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich meine ganze Reise anders geplant. Ich hätte meinen Vater nicht an den Kanal bestellt, sondern wäre von dort aus mit ihm in den Kanal eingefahren.

Artania

An der Marina klärt sich auch auf, warum so viele Deutsche in der Stadt sind. Die Artania bzw. das ZDF-Traumschiff liegt vor den Toren der Stadt. Alles klar, die kommen sogar in den engen Löcher tief in den Highlands. Ich wundere mich nicht mehr. Im örtlichen Supermarkt bekomme ich dann eine SIM-Karte. Die muss ich noch aktivieren und dafür brauche ich Internet. Zum Glück habe ich meinen Laptop dabei, damit arbeitet es sich besser als mit dem Telefon. Und der Supermarkt hat zum Glück eine Cafeteria mit kostenlosem Internet. Nach einer halben Stunde ist das Problem gelöst.

Abendstimmung am Kanal

Mit der neuen SIM-Karte läuft das Bord-Internet nun prima. Ich muss nur daran denken, dass ich den Vertrag wieder kündigen muss. Ich habe nämlich aus Versehen einen Telefonvertrag mitgekauft. Der ist aber jederzeit zum Monatsende kündbar. Am nächsten Morgen regnet es in Strömen. Ich habe keine Lust, bei diesem Wetter an Bord zu bleiben. Also nehme ich den Frühzug nach Mallaig.

Glenfinnan Viadukt im Regen

Bis Glenfinnan regnet es, danach klart es auf. In Mallaig ist dann wunderschönes Wetter bei etwa 20°C. Das muss ich dazu schreiben, höre ich doch aus Deutschland, dass es immer noch unerträglich heiß ist. Ich mache einen Spaziergang durch den Hafen. Auch die Marina besuche ich und schaue, ob ich die Hafenrobbe sehe. Leider nicht.

Bootswerft, hier werden Fischerboote repariert
Rettungsboot
Fischerboote und Fähre

Am Bahnhof sehe ich, dass der Dampfzug um 12:26 Uhr ankommen wird. Also mache ich noch einen Spaziergang ein paar hundert Meter außerhalb des Orts. An der Strecke möchte ich wenigstens eine einigermaßen schöne Aufnahme hinbekommen. Da macht mir dann die Sonne einen Strich durch die Rechnung, weil sie so richtig scheint. Der Zug kommt hier entweder aus einer Regenwolke oder eben aus der prallen Sonne. Egal, ich habe schon schlechtere Bilder gemacht.

Dampfzug bei der Anfahrt nach Mallaig

Mit den Harry Potter Romanen und dem Dampfzug hat man dem Tourismus in Mallaig jedenfalls einen ordentlichen Schub verpasst. Im Prinzip ist das wie ein Kreuzfahrtschiff auf Schienen. Der Zug ist wie immer bis zum letzten Platz ausgebucht. Die Fahrgäste fluten die wenigen Straßen des Orts. Die Restaurants sind nun ebenfalls voll. Ich Esel hätte da vorher dran denken und in meinem Lieblingsrestaurant einen Tisch bestellen sollen. Kann man nichts machen. Ich lande bei der Imbissbude am Hafen, wo auch die Fischer ihr Mittagessen kaufen. Dort erwerbe ich einen Cheeseburger.

Frecher Spatz

Ein frecher Spatz hüpft um mich herum, während ich meine kleine Mahlzeit genieße. Nicht genieße, einfach nur esse. Außer der Bulette und dem Käse befindet sich nichts auf dem Burger. So macht man Cheeseburger in Schottland. Nach dem Essen besuche ich noch die örtliche Fischmanufaktur. Zwei Fischfilets (Haddock) für den Abend und eingeschweißter geräucherter Hering sind meine Beute. Normalerweise kaufe ich keinen Haddock, es ist ein eher geschmacksarmer Fisch. Ich will jedoch ausprobieren, ob ich ihm mehr Geschmack verleihen kann als die Fish&Chips-Buden. Kurz gesagt, es gelingt mir nicht. Das Essen ist trotzdem lecker. Haddock werde ich aber nicht mehr kaufen.

Wieder ein schöner Abend im Kanal

Ich hoffe für die nächsten Tage, dass die Personalprobleme beim Kanal nicht allzu große Auswirkungen auf unsere Durchfahrt haben werden. Neben dem Skippers Guide habe ich nämlich noch eine ganze Menge Handzettel für die Durchfahrt in die Hand gedrückt bekommen, als ich in den Kanal eingefahren bin.

Betriebliche Änderungen im Kanal

Eine Antwort auf „Relaxen am Kanal“

  1. Hi Jörg, das ist ja witzig das wir uns ausgerechnet in Schottland fast wieder begegnen. Ich war Anfang August das letzte Mal in Fort William, mit dem Auto. Ich habe auch das Gefühl diese Jahr deutlich mehr Deutsch in Schottland gehört zu haben. Und voller ist es insgesamt auch geworden. Eine schöne Zeit noch …
    Florian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.