Glückliche Menschen auf einer glücklichen Insel

Wie beginne ich diesen Beitrag am besten? Am besten fange ich mit meinen neuen Gewohnheiten an. Nach dem Morgenkaffee gehe ich zumeist an die Bushaltestelle und fahre ein paar Runden mit Soraida mit, bis sie Feierabend macht. Auf jeder Runde kommen wir am Impfzentrum in Santa Cruz vorbei und sehen die langen Schlangen derer, die auf ihre Impfung warten. An der nächstgelegenen Bushaltestelle warten dann fast immer Fahrgäste, die gleich beim Einsteigen stolz erzählen, dass sie ihre Impfung jetzt bekommen haben. Was mir besonders auffällt, dass diese Menschen alle mit einem Lächeln unter ihrer Maske in den Bus einsteigen, dass sie sich besonders fröhlich unterhalten. Manchmal laufen Menschen auch einfach nur am Bus vorbei und zeigen stolz auf das Pflaster an ihrem Oberarm. Inzwischen sind etwa 30 Prozent der hiesigen Bevölkerung geimpft.

Bushaltestelle in Santa Cruz. Der Hund ist nicht geimpft.

Vor knapp zwei Wochen war ich unterwegs auf der Suche nach einem neuen Keilriemen und konnte diesen bei Napa bestellen. Obwohl ich die Zusage hatte, dass die Lieferung bis Ende kommender Woche erfolgt, habe ich noch zusätzlich einen in Deutschland bestellt, den Barbara mitbringen wird. Ich bin schon zu lange in Aruba, als dass ich auf Terminzusagen hier auch nur einen Euro wetten würde. Es ist Freitag und damit ist es das Ende der Woche, als ich mit Soraida an Napa vorbeifahre. Vor der Tür steht tatsächlich ein Lieferwagen mit Teilen, ich gehe rein und frage nach. Sie müssen die Lieferung noch überprüfen und rufen mich an, wenn meine beiden Keilriemen mitgekommen sind.

Der Lieferwagen steht vor der Tür. Ist der Keilriemen mit dabei?

Ich bin schnell wieder auf der Straße und nach wenigen Minuten sammelt mich Soraida wieder ein. Die Spannung steigt. Gewinnt Deutschland oder Aruba? Der Liefertermin für den Keilriemen aus Deutschland ist Montag, 17:30 Uhr, wenn KLM aus Amsterdam landet.

Während ich eine weitere Runde im Bus mitfahre, bringt sich auf dem Parkplatz ein Gabelstapler in Position und lädt den Lieferwagen ab.

Die Lieferung wird abgeladen.

Soraida macht Feierabend. Ich spaziere noch ein wenig die Main Street entlang, dann schlendere ich zum Boot. Kaum habe ich Jens den Stand der Dinge mitgeteilt, klingelt mein Aruba-Telefon. Napa ist am Apparat. Die beiden bestellten Keilriemen seien in der Lieferung drin gewesen. Nach kurzem Nachdenken spaziere ich zur Bushaltestelle und lasse mich zu Napa fahren. Jetzt sind die Dinger da, jetzt kann ich einen davon auch einbauen.

Der neue Keilriemen. Hergestellt in Mexiko.

Ich gehöre jetzt auch zu den glücklichen Menschen in Aruba. Zwar habe ich keine Impfung bekommen, dafür aber ein wichtiges Ersatzteil. Ich stehe an der Bushaltestelle und starre ein wenig in den Himmel. Es fühlt sich für mich unwirklich an, dass ich nach so langer Zeit Aruba für eine ganze Weile verlassen werde. Alles hier fühlt sich so vertraut an, derweil ist Frankfurt sehr weit von mir entfernt. Segeln, einige Wochen auf dem Wasser verbringen, auch das fühlt sich fremd an. Es wird hoffentlich nicht lange dauern, bis ich mich daran wieder gewöhnt haben werde. Wie wird es sich anfühlen, Aruba weit entfernt im Kielwasser zu haben?

Strommast karibischen Typs

Der neue Keilriemen ist jedenfalls nach wenigen Minuten eingebaut. Nach dem Motorstart sieht es viel besser aus, es sieht so aus wie es aussehen muss. Mir fällt noch eine kleine Undichtigkeit im äußeren Kühlwasserkreislauf auf, also ziehe ich alle Schlauchschellen noch einmal nach. Dann ist auch diese Undichtigkeit beseitigt und der Motor ist bereit für die Rückfahrt.

Ostersegeln

Die Wettervorhersage passt perfekt. Am Ostersonntag soll der Wind um ca. fünf Knoten abflauen. Außerdem hat Soraida zwei Tage frei, deswegen verabreden wir uns zu einem gemütlichen Tagestörn. Am Samstag machen Jens und ich Sissi klar zum Segeln. Es ist viel weniger Arbeit als von uns erwartet. Wir waren in den letzten Wochen ziemlich ordentlich, die Werkzeuge und anderen Kram haben wir immer wieder brav dahin zurückgelegt, wo wir die Sachen hergenommen haben. So profitieren wir immer noch von der Ordnung, die wir eigentlich für die Überfahrt nach Guadeloupe hergestellt hatten.

Am Sonntag stehen wir früh auf. Jens kümmert sich um die Plane, die unserem Cockpit den Schatten spendet. Ich will nur kurz den Motor checken. Ölstand, Kühlwasser, Keilriemen – eben der übliche Check, bevor wir den Hafen verlassen. Der geübte Leser dieses Blogs weiß, dass jetzt ein Unglück geschehen wird, welches uns am Verlassen des Hafens hindert.

Kürzlich hatten wir diesen kleinen Wasserschaden. Aus den unter Druck stehenden Wasserleitungen sprühte ein feiner Wasserstrahl lustig gegen den Motor. Wie lange das schon so war, kann ich nicht sagen. Beim letzten Motorcheck vor gut einem Monat, als wir in Varadero den Mast abgenommen haben, ist mir das Problem nicht aufgefallen. Wahrscheinlich hat es aber schon vorher bestanden, ich war nicht gründlich genug. Auf einigen der Riemenscheiben blüht jedenfalls der Rost.

Rost. Kann man nirgendwo brauchen.

Schei*e. Das muss jetzt mal so gesagt werden, denn der Rost hat seine Spuren im Keilriemen hinterlassen. Hier müssen wir erst einmal Arbeit hineinstecken. Wir brauchen einen neuen Keilriemen und die Riemenscheiben müssen entrostet werden, sonst ist dieser sofort wieder zerstört.

Beschädigungen. Nicht vollständig. Es gibt noch mehr kaputte Stellen.

Zum Glück haben wir Ersatz an Bord, denn die Autoteilehändler haben über die Osterfeiertage geschlossen. Schnell schreibe ich eine Nachricht an Soraida, dass wir eine Stunde später starten. Das Handbuch muss her.

Motor Reparaturhandbuch

Ich habe den Keilriemen noch nicht wechseln müssen, deswegen fehlt mir die nötige Ahnung. Der Vorgang selbst ist sehr, sehr einfach und schnell erledigt. Eine Schraube lösen, den Spanner vorsichtig entlasten und dann den alten Keilriemen abnehmen. Wir haben übrigens die Ausführung mit Servolenkung. Was normalerweise die Servolenkung antreibt, bewegt unseren Impeller.

Dann entroste ich mit einer Zahnbürste und Rostentferner die Riemenscheiben, bis sie wieder schön glatt sind und den nächsten Keilriemen nicht mehr zerstören können. Anschließend kommt der neue Riemen an die Stelle des alten, mit dem Spanner wird er nun unter Spannung gesetzt und anschließend startet Jens den Motor. Es wird spannend. War die Reparatur erfolgreich? Können wir jetzt raus fahren? Der Motor kommt in sofort im ersten Startversuch in Gang.

Der kurze Film gibt die Antwort sehr deutlich, wir können nicht losfahren. Der Keilriemen ist einfach zu locker. Er lässt sich bei stehendem Motor eine Handbreit bewegen. Das ist zu viel.

Kommen wir einmal zum schmutzigen Geheimnis des Harald B. aus Aurich, von dem ich Sissi erworben habe. Er hat mir beim Verkauf des Bootes auch die vielen Ersatzteile gezeigt, die er noch an Bord hat. Von Luft-, Öl- und Dieselfilter über Bilgepumpe bis hin zu dem bewussten Keilriemen. Das Geheimnis ist, dass viele der “neuen” Ersatzteile gar nicht neu sind, sondern ihr Leben schon hinter sich gelassen haben. Warum hat er das gemacht? Natürlich darf ich die Schuld nicht einzig und allein auf Harald schieben, ich habe nicht in die Herstellerverpackungen hineingesehen. Meine Unterlassung.

Hinsichtlich der gebrauchten Ersatzteile besteht inzwischen keine Gefahr mehr, denn wir haben sie bis zum heutigen Tag alle verbraucht. Die “neue” elektrische Bilgepumpe hat nach ihrem Einbau sofort den Dienst mit Rauchzeichen quittiert. Dank Charly von der Chapo konnte ich im vergangenen Jahr schnell eine weitere Pumpe bekommen, die jetzt auch zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Der “neue” Luftfilter für den Motor war zwar schon gebraucht, sah aber besser aus als der, der seinen Dienst von Holland bis Aruba verrichtet hat. Barbara wird uns aus Deutschland noch einen mitbringen, denn in Aruba war ich bislang vergeblich auf der Suche. Der “neue” Keilriemen kommt gleich in die Tonne. Ich bin zuversichtlich, in Aruba zwei Exemplare kaufen zu können, Soraida kennt alle Autoteile-Händler. Ansonsten müssen wir auf Barbara warten. Die “neue” Ankerlaterne hat beim ersten Ausprobieren einen knallenden Kurzschluss verursacht und flog in den Müll. Der “neue” Impeller war porös und die Flügel ließen sich leicht abbrechen.

Frohe Ostern!

Ich verbringe den Tag mit Soraida im Cockpit. Wir genießen die Snacks, die sie mitgebracht hat. Im Lauf der Zeit vergeht mein Zorn auf mich selbst. Auch wenn Ostern in Deutschland beinahe schon vorbei ist – frohe Ostern aus der Karibik!

Entspannung

Wir haben einen Plan. Endlich. Den Atlantik kann uns niemand sperren. Deswegen planen wir die Rückreise nach Europa nun von Aruba aus. Derzeit ist Bermuda offen, dort könnten wir einen Zwischenstopp einlegen, genau wie auf den Azoren. Das alles hängt wie immer vom Wind ab. Mitte bis Ende April bekommen wir Verstärkung aus Frankfurt, Barbara wird uns auf der Atlantiküberquerung begleiten. Das wird es Jens und mir ermöglichen, ein paar Stunden länger zu schlafen. Bis dahin führen wir noch ein paar Arbeiten am Boot durch, es handelt sich zumeist um Malerarbeiten.

Malerarbeiten

Es ist schön mit anzusehen, wie das Boot fast jeden Tag etwas schöner wird. Nur an die Deckenverkleidung des Salons traue ich mich nicht heran, das ist alles zu krumm und will in Europa erneuert werden. Alles zu seiner Zeit. Dabei machen wir uns beide nicht kaputt. Manchmal fährt Jens an den Strand oder ich fahre zu den Eseln, manchmal arbeiten wir am Boot und manchmal kümmern wir uns um unseren Urlaub. Ja, es fühlt sich nun manchmal an wie Urlaub.

Swa erteilt eine Lektion in Entspannungstechniken

Soraida sehe ich inzwischen beinahe jeden Tag. So viel dazu. Es fühlt sich gut an, es fühlt sich richtig an. Ich freue mich auf die Zukunft. Wir wollen am Ostersonntag segeln gehen. Jens erzählt mir, dass seine Freunde nicht mehr glauben, ich würde die Insel irgendwann verlassen. Er würde wohl mit dem Flieger heimkommen müssen. Muss er nicht.

Ich vermisse den Winter, den Wechsel der Jahreszeiten. Aruba bietet den ewigen Sommer. Zwei Winter habe ich schon verpasst. Für alle anderen Probleme kann man sich Lösungen ausdenken.

Socks’ Entspannungstechnik

Während hier also nicht besonders viel passiert, erhalten wir erfreuliche Nachrichten von unserer Familie. Unsere Eltern und unsere Schwester haben alle ihre erste Impfung erhalten. Angesichts der aktuellen Situation in Deutschland beruhigt uns das sehr.

Doch auch hier in Aruba steigen die Zahlen rasant. Das war zuletzt nach dem 18. März, einem nationalen Feiertag (“Aruba Flag Day”). Jetzt stehen die Osterfeiertage vor der Tür und die Regierung hat die Maßnahmen verschärft. Es gilt eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr für alle. Restaurants und Bars müssen um 21 Uhr schließen. Ab 19 Uhr darf man nicht mehr an den Strand gehen. Auf der Straße darf man nur noch zu zweit unterwegs sein und im Boot sind maximal vier Personen erlaubt. Insbesondere Verstöße gegen die Ausgangssperre werden mit hohen Geldstrafen geahndet. Ob aufgrund der Maßnahmen oder wegen des schönen Wetters, in den vergangenen Tagen ist die tägliche Zahl der Neuinfektionen jedenfalls wieder einigermaßen zurückgegangen. Zeitweise gab es über 100 neue Fälle am Tag, seit ein paar Tagen sind wir wieder unter 50.

Der Gouverneur ist im Parlament zu Besuch

Das hier hat nichts mit dem Aruba Flag Day zu tun. Manchmal sieht man diese Flagge vor dem Parlamentsgebäude, es ist die Flagge des Gouverneurs. Sie besteht aus der Flagge der Niederlande und der Arubas. Anneke hat sie mir vor einer Weile beschrieben. Sie sieht sie häufig, weil sie in derselben Straße wie der Gouverneur wohnt. Wenn er zu Hause ist, weht sie vor seiner Haustür. Sie wird immer da hochgezogen, wo sich der Gouverneur gerade befindet.

Eagle Beach

Auf dem Weg zum Supermarkt komme ich mal wieder an Eagle Beach vorbei. Ich war lange nicht dort, weil in den letzten Wochen Jens immer mit dem Fahrrad einkaufen war. Ich nehme lieber den Bus, dann muss ich nicht auf dem Rückweg gegen den Wind fahren. Eigentlich kommt mir die Insel sehr voll vor, doch am Strand zeigt sich, dass die Infrastruktur der Insel noch sehr viel mehr Touristen aushält. Ich sehe es auch daran, dass noch längst nicht alle wieder zur Arbeit gehen. Edward zum Beispiel wartet immer noch darauf, dass sein Arbeitgeber ihn wieder einbestellt. Glücklicherweise gibt es für solche Menschen immer noch Geld von der Regierung.

Unverbauter Seeblick

Dieses Bild ist selten. Die beiden Hochhäuser – äh – Kreuzfahrtschiffe sind unterwegs. Natürlich werden sie wieder kommen, doch für einen oder zwei Tage ist der Seeblick unverbaut.

Ich setze mich an den Computer und bestelle im Internet Dinge, die wir in Aruba nicht bekommen oder die hier zu teuer sind. Sie werden alle den Weg in Barbaras Gepäck finden. Das Übergepäck ist billiger, schneller und zuverlässiger als der Transport per Post. Für das Satellitentelefon müssen wir wieder auf die Datenflatrate umstellen, damit wir nicht arm werden. Ansonsten ist fast alles in trockenen Tüchern. Zeit für Entspannung.

Entspannung bei einem leckeren Abendessen auf Soraidas Terrasse. Fluffiger Reis mit Gemüse, tollen Gewürzen und perfekt marinierten Hühnerteilen.

Ein Jahr Aruba

Heute vor einem Jahr sind wir in Aruba erstmals angekommen. Seit drei Wochen wollen wir Aruba verlassen. Es ist wie verhext.

Aruba im März 2020 vor dem Lockdown.

Jens bringt heute den Windsensor an die Mastspitze. Beim Test der Instrumente stellen sich alle tot. Die Sicherung ist geschmolzen. Nach dem Austausch läuft der Datenbus wieder (NMEA 2000), liefert aber nur Strom und keine Daten. Wenn ich den Windmesser abklemme ist alles normal.

Also ist entweder der Sensor defekt oder nicht richtig angeschlossen. Oder das Kabel im Mast wurde beim Abnehmen desselben beschädigt. Das müssen wir jetzt herausfinden.

Wir sind auf dem Sprung, wollen endlich weiter. Doch Aruba klebt.

Positiv: Gestern hat die Zahnärztin meinen Zahn repariert. Für unter 200€ habe ich die Untersuchung, ein Röntgenbild und die Reparatur bekommen. Wenn ich da an die Preise in Deutschland denke… Gehen kann ich auch schon wieder. Langsam aber schmerzfrei.

Was ist vor der Abfahrt noch zu tun? Nicht viel. Windsensor reparieren. Segel anschlagen. Vorräte auffüllen. Abfahren.

Der erste Punkt kann fatal sein. Im schlimmsten Fall muss der Mast noch einmal runter. Ärgerlich, langwierig und teuer.

Negativ: In dem Datenkabel ist ein Kurzschluss. Um das Kabel zu ersetzen, muss der Mast noch einmal runter. Das machen wir aber nicht mehr in Aruba.

Wir werden ab sofort die Windstärke über den Ladestrom des Windgenerators ermitteln.

Runter und rauf

Wir schreiben den 1. März, es ist ein Montag. Am späten Vormittag haben wir immer noch keine Nachricht von der Marina Varadero, wo wir den Mast legen wollen. Also planen wir einen Besuch bei den Eseln ein. Ich wechsle einige Textnachrichten mit meiner Lieblingsbusfahrerin Shoraia. Natürlich möchte ich mich von ihr ins Donkey Sanctuary fahren lassen.

Kaum weiß ich ihre nächste Abfahrtszeit gibt mein Telefon wieder einmal das Geräusch einer eingehenden Nachricht von sich. Judith von der Marina Varadero meldet sich und kündigt den Krantermin für 8 Uhr am kommenden Morgen an. Das passt mir überhaupt nicht. Entweder müssen wir um 7 Uhr losfahren, damit wir rechtzeitig dort sind, oder wir fahren heute noch nach Varadero, verbringen die Nacht in der Einöde und sind dafür aber rechtzeitig vor Ort. Schweren Herzens sage ich die Busfahrt ab.

Das war vollkommen blinder Aktionismus. Kurze Zeit später kommt der endgültige Krantermin für 13:30 Uhr. Das gibt uns Zeit für den Besuch bei den Eseln, das Abnehmen des Baums und eine gemütliche Überfahrt am Dienstagmittag. Shoraia dreht mit ihrem Bus noch eine Runde, dann sitzen wir bei ihr und lassen uns kutschieren.

Ein Foto an der Wand. Das bleibt von Sweety.

Sweety ist nicht mehr da. Der süße, plüschige, weiche, verschmuste Sweety fehlt mir. Er lebt jetzt in einem Stall in Holland.

Dafür kommen Swa und Socks von ihrem Dach wieder herunter. Die beiden konnten sich nie mit Sweety arrangieren.

Swa ist wieder auf dem Tresen

Socks hat ein riesiges Streicheldefizit. Eine Stunde lang wechseln Jens und ich uns ab. Wir streicheln den ebenfalls kuschelweichen Kater fachgerecht durch, bis ihm am Ende die Puste ausgeht und er sich schlafen legen muss.

Socks fühlt sich wohl.

Die kleine Tiger wird immer größer. Sie verliert inzwischen ihr Babyfell und die kurzen Haare einer großen Eselin kommen zum Vorschein. Außerdem ist sie total zutraulich geworden. Man kann sie streicheln wie eine Katze.

Tiger

Wir verbringen einen total entspannten Nachmittag bei den Eseln und wissen, dass wir am folgenden Tag tierisch arbeiten müssen. Die Vereinbarung mit der Marina sieht vor, dass wir den Kran zweimal für bis zu vier Stunden haben. Einmal kommt er, um den Mast abzunehmen und einmal, um ihn wieder an Ort und Stelle zu bringen.

Sissi – mal wieder in Varadero

Wir verlassen Oranjestad gegen 11 Uhr und sind nach einer knappen halben Stunde in der Slipanlage in Varadero. Dort darf meine Kreditkarte erst einmal bluten, die Hälfte der veranschlagten Summe ist sofort fällig. Für arubanische Verhältnisse pünktlich kommt der Kran um 13:35 Uhr am Boot an. Der Kranfahrer ist entspannt und macht diesen Job nicht zum ersten Mal.

Der Kran ist aufgebaut

Wenn ich arbeite kann ich nicht fotografieren. Wenn ich fotografiere, arbeite ich nicht. Also gibt es keine Fotos davon, wie wir den Mast abnehmen. Es gibt keine Fotos vom Mast, der am Haken hängt. Warum? Weil ich während der Zeit den Mastfuß in den Händen hatte und Jens das Vorstag getragen hat. Deswegen konnte auch er keine Bilder machen.

Die Umlenkrollen

Nach einer guten halben Stunde liegt der Mast auf dem Boden und der Kranfahrer macht sich daran, seinen Kran wieder abzubauen. Da ich den Kran aber für bis zu vier Stunden bezahlen muss und sich dieser Preis nicht ändert, bitte ich den Fahrer, noch ein paar Minuten bei uns zu bleiben. Wir müssen feststellen, ob sich das Problem in 10 Minuten oder in 10 Tagen beheben lässt. Brauchen wir ein Ersatzteil? Muss ein Ersatzteil womöglich aus Europa eingeflogen werden?

Achse

Es stellt sich jedoch heraus, dass die Achse, auf der die beiden Umlenkrollen sitzen, sich lediglich in ihrer Position verschoben hat. An beiden Enden gehören Sicherungssplinte hinein, von denen einer gebrochen ist. Dadurch konnte sich die Achse verschieben und aus ihrer Position verrutschen. Ich ersetze die beiden Splinte durch kräftigere. Dann bringen wir alles wieder an Ort und Stelle, verschließen die Mastspitze wieder und sind froh, dass der Kran noch da ist.

Der Kranfahrer murmelt irgendwas in seinen nicht vorhandenen Bart, dass es für ihn das erste Mal ist, am selben Tag den Mast zu legen und wieder zu stellen, hat aber noch genug Zeitreserven auf seiner Uhr. Insgesamt brauchen wir dreieinhalb Stunden für den Spaß. Abnehmen, reparieren, stellen. Yess. Das spart uns etwa 800 Dollar.

Der Mast muss runter

Wir warten auf Nachrichten. Der einzige Rigger in Aruba meldet sich am späten Vormittag. Er kann uns nicht helfen, so lange der Mast steht. Also muss der Mast runter. Jens nimmt die Mastleiter ab, bringt gleich den Windmesser mit und macht noch ein Foto von den blockierten Umlenkrollen.

Blockierte Umlenkrollen an der Mastspitze

Wir müssen die Segel runter nehmen, alle beide. Das Großsegel ist schnell runter geholt, wir legen es nach einer knappen halben Stunde fein säuberlich zusammengelegt in die Vorschiffskoje. Die Genua wehrt sich zunächst. Wir können sie nicht ausrollen, weil unsere tolle Reffwinsch mal wieder blockiert ist. Ich nehme sie auseinander. Alle Teile sind irgendwie fest miteinander zusammen gebacken. Es ist mir schleierhaft, wie ich diese Winsch jemals wieder gängig machen kann. Zum Glück ist direkt daneben eine weitere Winsch, die wir statt dessen benutzen werden.

Genua Reffwinsch. Die innere Scheibe sollte sich eigentlich drehen lassen. Sie ist fest mit dem äußeren Ring, der Bremse, zusammen gebacken.

Wir nehmen die Reffleine von der Seiltrommel und können die Genua in einem Windstillen Augenblick ausrollen. Dann weigert sie sich, nach unten zu kommen. Dann setzt der Wind wieder ein. Dann fällt uns das Segel fast ins Wasser. Wir kämpfen ein paar Minuten, dann endlich haben wir das Tuch auf dem Vordeck liegen. Wir sind nass geschwitzt.

Geschafft. Die Genua ist unten.

Den Baum werden wir später ab, wir brauchen ihn noch, damit er unser Sonnensegel hält. Außerdem muss ich die Stromkabel abmachen, die die einzelnen Lampen versorgen.

Wenn der Mast dann später am Kran hängt, werden alle Wanten, Vorstag und Achterstag abgemacht. Jetzt endlich kann der Kran den Mast auf den Boden legen. Nach der Reparatur läuft alles in umgekehrter Reihenfolge ab und wir sind wieder segelklar. So weit der Plan. So weit sind wir aber noch nicht.

Hard Grooves Jazz Bar

Wir belohnen uns für die harte Arbeit mit einem Besuch der Hard Grooves Jazz Bar. Nicht dass wir auf den Jazz stehen würden, der aus dem Inneren ertönt. Es ist das Abendessen, das uns hierher treibt. Ich hoffe, das Bild erzeugt in Deutschland nicht zu viel Neid. Dass das Essen gut ist, meinen auch die Katzen, die eigentlich zum benachbarten Restaurant gehören, sehr streichelbar sind und mit stummen, bohrenden Blicken die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich ziehen möchten.

Stumm bettelnd

Nun warten wir auf Nachrichten von der Marina Varadero. Die müssen einen Autokran organisieren. Wenn das geklärt ist, werden wir Sissi dorthin verlegen. So lange müssen wir uns die Zeit vertreiben.

Richtig glücklich bin ich nicht.

Gute Nachrichten und schlechte Nachrichten

Bei der Bekämpfung unserer Ölpest haben wir einen ersten Erfolg erzielt. Inzwischen haben wir gelernt, mit unserem Teppichreinigungs-Wundermittel umzugehen. Anfangs haben wir zu viel Backpulver und zu wenig Alkohol genommen. Inzwischen haben wir gelernt, wie wir das beste Reinigungsergebnis bekommen können.

Oben der dunkle Ölschmutz, unten der Boden, der gerade bearbeitet wird.

Zuerst verteile ich das Backpulver auf dem trockenen Teppich. Anschließend massiere ich es mit meinen Füßen in den Teppichboden ein. Ich verteile es quasi genau so, wie ich vorher den Dreck im Boot verteilt habe, nur mit etwas mehr Sorgfalt. Anschließend sprühe ich das alle so weit mit Alkohol ein, dass der Teppich getränkt ist und ich das weiße Backpulver nicht mehr sehen kann.

Diese Fläche kann jetzt eingesprüht werden.

Dann ist die Arbeit erst einmal getan. Ich setze mich an die frische Luft, der Alkoholdunst ist nur schwer erträglich. Das Boot muss gut gelüftet sein. Ich könnte mir vorstellen, dass sich sonst eine explosive Mischung in der Luft bildet. Das Lüften hilft auch gegen die Kopfschmerzen. Nach zwei bis drei Stunden ist der Alkohol verdunstet (bei ca. 30°C Raumtemperatur). Dann sollten sich erste Dreckflecken im Backpulver zeigen.

Der Boden trocknet langsam ab und es zeigen sich braune Flecken im weißen Backpulver. Das ist der Dreck, der rauskommt.

Nun sprühe ich den Alkohol wieder und wieder darauf, er löst den Dreck aus dem Teppich. Nach drei bis vier Alkoholanwendungen lasse ich den Teppich über Nacht komplett trocknen. Am nächsten Morgen wird gesaugt, das trockene Backpulver lässt sich leicht aufsaugen.

Nach dem Staubsaugen. Man sieht deutlich, dass immer noch Dreck im Teppich hängt. Also ist eine weitere Anwendung nötig.

Anschließend kann ich das Ergebnis beurteilen und ob der Teppich eine weitere Behandlung braucht. Wenn keine weitere Behandlung nötig ist, bürste ich mit einer kräftigen Bürste die letzten Reste aus dem Teppich und lasse sie im Staubsauger verschwinden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In der Vorschiffskoje war ein breiter, schwarzer Strich auf dem Boden, dort steht immer unsere Hochsee-Mülltonne, da laufen wir oft entlang. Jetzt ist der Boden wieder schön sauber.

Vorschiffskoje nach drei Anwendungen. Eigentlich waren es zwei Anwendungen und ein Versuch zum Lernen.

Ach ja, da wäre noch der Dienstagmorgen. Der Rigger ist bei uns am Boot und schaut sich die Mastspitze in aller Ruhe mit dem Fernglas an. Dann teilt er mir mit, dass wir wahrscheinlich den Mast legen müssen. Er wird versuchen, sich über Nacht eine Lösung einfallen zu lassen, wie er das Problem bei stehendem Mast beheben kann. Ansonsten würde alleine der Kran ca. 1000 US$ kosten. Bäh. Ich mag solche Nachrichten nicht.

Frisch eingesprüht, darf trocknen.

Ich schnappe mir die Sprühflasche und gebe dem Fußboden eine weitere Behandlung. Aruba ist klebriger als unser Fußboden.

In Covid-Zeiten ist es sicher nicht schlecht, dass wir in den letzten Tagen unseren Teppichboden immer wieder und wieder und wieder und wieder desinfiziert haben. Unsere Füße werden auf keinen Fall Covid bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Ort mit besser desinfiziertem Fußboden gibt.

Todo-Liste ist abgearbeitet!

Es ist Mittwoch. Die Malerarbeiten gehen in den Endspurt. Jens hat das gesamte Cockpit neu gestrichen. Damit sieht Sissi wieder aus wie neu. Wir freuen uns am Ergebnis und daran, dass kaum noch Punkte auf der Todo-Liste sind. Unserer geplanten Abfahrt am Sonntag steht nichts mehr im Weg.

Frisch gestrichen

Es ist Donnerstag. Ich bin mit Anneke verabredet. Sie hat mir angeboten, mich zum Einkaufen zu fahren. Einmal Price Smart und Superfood. Jetzt kommt der Werbeblock. Wir trinken an Bord ja unser eigenes Wasser. Manchmal muss es aber auch ein Getränk mit Geschmack sein. Auf Aruba haben wir die Säfte der Firma Jumex kennengelernt.

Jumex

Teilweise befindet sich Fruchtsaft in den Dosen, teilweise Nektar. Das Zeug ist aber nicht zu süß und alle Geschmacksrichtungen haben uns bislang geschmeckt. Außer Banane-Erdbeere, die Dosen habe ich für mich alleine. Bei Price Smart gibt es die Säfte für kleines Geld palettenweise, man muss immer 24 Dosen kaufen und weiß nicht, was drinnen ist. Es sind drei verschiedene Sorten, die immer unterschiedlich zusammengestellt sind. Ich kaufe acht Paletten.

Sollte für ein paar Tage reichen

Bei Superfood kaufe ich noch Lebensmittel für eine Woche. Wer weiß, wie schnell wir in Curacao einen gescheiten Supermarkt finden und wie weit der von unserem Boot entfernt ist. Wir wollen lieber gut bevorratet unterwegs sein, das hat noch nie geschadet.

Die Todo-Liste ist erfreulich kurz

Es ist Freitagnachmittag. Der letzte Punkt unserer Todo-Liste kommt an die Reihe. Es handelt sich um den obligatorischen Rigg-Check, der nach unserem Ritt von Kuba nach Aruba etwas gründlicher als sonst durchgeführt wird.

Ich habe keine Ahnung, warum wir uns diesen Punkt bis zuletzt aufgehoben haben. Wahrscheinlich hat es keinen besonderen Grund. Besonders dringend waren die Luken und die Reinigungsarbeiten. Außerdem haben wir bei diesem Punkt noch nie ein Problem gefunden, das uns an der Abfahrt hindern würde. Wir graben die Mastleiter in der Segellast aus und Jens darf in die Mastspitze klettern.

Gipfelstürmer

Die Wanten sehen super aus. Auf dem Weg nach oben prüft Jens die Unterwanten, Oberwanten, Salinge und zuletzt Vor- und Achterstag auf Beschädigungen. Alles sieht sehr gut aus. Nur die Umlenkrolle, die das Großfall an der Mastspitze umlenken soll, sitzt schief in ihrer Position. Das hat zur Folge, dass sie sich nicht drehen kann. Sie ist komplett blockiert. Das hat zur Folge, dass wir das Großsegel nicht mehr ohne weiteres setzen oder reffen können. Das Großfall lässt sich kaum bewegen, wenn etwas Druck im Segel ist geht da garantiert nichts mehr. Hätten wir diesen Punkt mal eher abgearbeitet. Hätte, hätte, ….

Hätten wir dem Großfall mal einen eigenen Punkt auf der Liste spendiert. Wir erinnern uns daran, dass das Bergen des Groß am Vorabend unserer Ankunft in Aruba anstrengender war als üblich. Das wurde dann aber überschattet von der motorlosen, übermüdeten Ankunft und der Freude, es geschafft zu haben.

Unsere Kachel bei den Eseln

Es ist Sonntagnachmittag. Ich sitze wieder neben Anneke bei den Eseln. Erfreut kann ich feststellen, dass unsere Kachel inzwischen geliefert und an eine Säule geklebt wurde. Am Montag erwarte ich Nachrichten von einem Rigger, den mir Charly von der Chapo empfohlen hat. Wir hoffen, dass er das Problem lösen kann, ohne dass der Mast gelegt werden muss. Ansonsten…

…müssen wir wieder nach Varadero. Dann wird ein Autokran gemietet. Das alles will organisiert sein und dauert ein paar Tage. Aruba ist klebrig.

Ölkatastrophe

Seit Wochen hadern wir schon mit einem Problem. Uns ist auf der Reise von Kuba nach Aruba eine Flasche Speiseöl leck geschlagen. Wie kann das passieren? Leider kann so etwas allzu leicht geschehen. Wir lagern unsere Speiseöl-Vorräte im Salontisch in der unteren Ebene. Dort, wo Zöllner gemeinhin das Drogenversteck und den geschmuggelten Alkohol vermuten. In Martinique haben wir vergangenes Jahr sehr viele Flaschen Speiseöl gekauft und verstaut. Nach und nach wurden diese Vorräte dezimiert, einen guten Teil haben wir in Kuba verschenkt. Die übriggebliebenen Flaschen hatten zu viel Bewegungsfreiheit. Eine von ihnen hat sich während unseres Tanzes in den Wellen in eine offen liegende Schraube gestürzt. Die Flasche ist zum größten Teil ausgelaufen.

Mein Fuß. Die Füße von Jens sehen auch so aus.

Wir haben es nicht bemerkt. Wir haben die Flecken auf dem Boden zunächst für Wasser gehalten, weil genau an dieser feuchten Stelle ständig das Wasser von der Dachluke tropfte. Nach und nach verwandelte sich der Teppichboden in eine schwarze Oberfläche, unsere Füße waren ständig schmutzig und trotz mehrfachem Waschen mit Süßwasser wollten die Flecken nicht trocknen. Außerdem wurde der Salon immer schmutziger. Erst als ich zum Kochen eine neue Flasche Öl aus dem Lager nehme, sehe ich die Ursache des ganzen Übels.

Erste Versuche mit Allzweckreiniger sind wirkungslos. Wir sind relativ planlos, wie wir diese Baustelle angehen können. Außerdem haben wir genug Arbeit mit den Luken und dem Deck. Das Thema Teppich stellen wir hinten an, zur Not müssen wir ihn raus werfen und mit dem sehr abgenutzten Holzfußboden vorlieb nehmen. Der braucht eigentlich zunächst mächtig Zuwendung. Außerdem mag ich den Teppichboden. Jens wirft sich mächtig ins Zeug und schaut mehrere YouTube-Videos zum Thema Teppichreinigung.

Backpulver, die Allzweckwaffe. Und Alkohol (nicht zum Verzehr geeignet)

Wir brauchen Backpulver und Alkohol. Damit nicht der gute kubanische Rum draufgeht, hole ich gleich mal mehrere Flaschen Alkohol und eine große Tüte Backpulver.

Mit der Sprühflasche geht das Auftragen am einfachsten.

Zunächst muss das Backpulver trocken in den Teppich einmassiert werden. Dann wird der Teppich mit Alkohol besprüht. Der Alkohol löst das Öl aus dem Teppichboden und das Backpulver nimmt es beim Trocknen auf. Wenn alles wieder getrocknet ist, nimmt der Staubsauger das Backpulver mit dem Öl aus dem Teppich heraus.

Abwarten und einwirken lassen

Während des Sprühens hat man das Gefühl, schon von den Dämpfen betrunken zu werden. Jens hält das tapfer durch, das Backpulver bekommt eine schleimige Konsistenz. Den Gasherd wollen wir jetzt lieber nicht benutzen, nicht dass noch eine Explosion stattfindet. Anschließend dauert es Stunden, bis der Backpulverschleim sich in öliges Backpulver verwandelt hat. Dann kann gesaugt werden.

Nach der ersten Anwendung. Hier ist schön zu sehen, wo das meiste Öl im Teppichboden gelandet ist. An den anderen Stellen erfreut uns das Ergebnis schon sehr.

Jetzt endlich haben wir die Perspektive, dass wir den Teppich in ein paar Tagen wieder sauber bekommen können. Wir sind sicher nicht mehr lange genug in Aruba, um diese Arbeit abzuschließen. Das geht aber auch sehr gut in Curacao.

Endspurt

Schon wieder habe ich ein paar Tage lang nichts geschrieben. Das liegt vor allem daran, dass wir uns hier quasi im Endspurt befinden. Wir bearbeiten nicht nur die absolut notwendigen Punkte auf unserer Liste, sondern sind nun bei den Punkten angekommen, die nicht unbedingt nötig sind aber praktisch wären.

Gerade beim Segeln gegen den Wind nervt es ungemein, dass die Telefone auf dem Navigationstisch weite Wege gehen oder durch die Luft springen. Als Abhilfe dachten wir an einen kleinen Rahmen oder eine Box, in die wir gleich noch die Lademöglichkeit für die Telefone integrieren.

Eine echt kubanische Zigarrenkiste

Beim Aufräumen der Souvenirs aus Kuba fiel mir auf, dass die Zigarrenkiste von den Cohibas die perfekte Größe hat. Sie kann genau unsere zwei Telefone und die Platten für die drahtlose Ladung aufnehmen.

Das magische Innere zeigt sich

Die Latten für den Rahmen haben wir noch an Bord. Ursprünglich wollten wir daraus ein Fliegengitter bauen, doch das Holz war zu filigran. Nun dient es dazu, die Telefone vor dem Verrutschen zu schützen. Dabei werden sie jeweils in der optimalen Position für das drahtlose Laden fixiert.

Die Rückseite. Mmmh. Außerdem muss noch einmal feucht gewischt werden.

Natürlich sind die zwei USB-Ladekabel, die hinten aus der Kiste rauskommen, ein gewisser Stilbruch. Ich fände es aber übertrieben, extra einen Stecker und eine Verteilung einzubauen. Außerdem sind genug Steckdosen in der Nähe. Vier Schrauben halten die Kiste sicher in ihrer Position.

Bei der Bearbeitung des Fotos fällt mir auf, dass ich hier unbedingt noch einmal feucht wischen muss. Das ist bei Erscheinen dieses Blogs auch geschehen.

Die Zigarren

Einzig die Zigarren sind die Leidtragenden, sie mussten aus ihrer schönen Holzkiste ausziehen. Hoffentlich schadet ihnen das nicht.

Immer wieder süß – die bettelnden Esel

Am Sonntag habe ich dann noch einmal einen Besuch bei den Eseln gemacht. So lange ich auf der Insel bin, werde ich da einmal die Woche hin müssen. Am nächsten Sonntag wollen wir aber auf der nächsten Insel sein. So war es wohl mein allerletzter Besuch. Ich bin wieder etwas traurig.

Sweety

Für Sweety ist die Zeit im Donkey Sanctuary bald vorbei. Er fliegt in wenigen Tagen nach Holland, wo er ein neues Zuhause bekommen wird. Er hat seine Mitbewohner-Katzen ein paar Mal zu oft terrorisiert und soll deswegen ausziehen. Das finde ich sehr schade, denn ich hätte ihn nach der Heimreise gerne zu mir nach Deutschland genommen.