Die erste Woche in der Werft

Am Montagmorgen müssen wir früh aufstehen. Um 9 Uhr haben wir den Termin zum Slippen des Boots. Aus der Seekarte erklärt sich der Weg nach Varadero nicht, sie zeigt dort einfach eine nicht kartografierte Fläche, unter der sich große Steine verbergen sollen. Die anderen schaffen es auch nach Varadero, also probieren wir es und haben fast nie weniger als drei Meter Wassertiefe. Das beruhigt. Weniger beruhigend ist der starke Regen, der plötzlich einsetzt und uns beide komplett durchnässt.

Auf dem Weg nach Varadero

Ein sauberer Tonnenstrich empfängt uns an der direkten Zufahrt zur Marina. Die Angestellte, die uns am Funk betreut, gibt uns genaue Anweisungen wann und wo man in den betonnten Bereich einfährt und betont mehrfach, dass wir auf keinen Fall die Mitte verlassen sollen. Machen wir nicht. Wir bringen Sissi sicher bis zur Slipanlage.

Sissi ist bereit

Als der Regen aufhört erscheinen alsbald ein paar Werftarbeiter, die Sissi zunächst auf den Wagen bugsieren. Wenn es regnet, wird auf Aruba im Allgemeinen nicht gearbeitet, jedenfalls nicht, wenn der Arbeiter dabei nass werden könnte. Sie arbeiten routiniert und achten genau darauf, dass das Schiff gerade angehoben wird.

Sissi wird hochgehoben

Dann setzt sich die Fuhre langsam in Bewegung und mehr und mehr von der Unterseite wird sichtbar. Das Boot sieht besser aus, als man es nach neun Monaten im Hafen vermuten würde.

Wir slippen jeden

Ein großer Teil des Bewuchses kann schon durch den Hochdruckreiniger entfernt werden. Auch die alte Farbe wird zum Teil abgewaschen. Es sieht aus, als würde Sissi bluten.

Reinigung mit Hochdruck

Während Sissi an ihren zukünftigen Parkplatz geschoben wird, sehe ich mit Freude, wer unsere Nachbarn sind – Jo und Stewart von der Patronus. Wir unterhalten uns kurz, sie sind schon seit zwei Wochen hier und warten darauf, dass ihr Anstrich fertig wird. Da beide über 70 Jahre alt sind, machen sie die Arbeit nicht selbst, sondern lassen sie durch die Werft erledigen. Das dauert.

Regenzeit

Es regnet wieder einmal stark, wir warten noch auf das Auto, das uns zum Donkey Sanctuary bringen soll. Dort wohnen wir während der Arbeiten. Mir wird klar, dass wir vollkommen abhängig vom Wetter sind. Wenn es während der Malerarbeiten regnet, landet die Farbe wieder da, wo wir sie nicht haben wollen.

Nach der Ankunft im Donkey Sanctuary teilt Desiree uns mit, dass wir uns das Apartment und das Auto mit Lucas und Marcin teilen müssen. Sie kommen aus Schweden und Polen, sind etwas älter als 20 und arbeiten als Volunteers an verschiedenen Orten der Insel. Ein Programm der EU hat sie nach Aruba gebracht, das europäische Solidaritätskorps. Es gehört zu Erasmus und war mir vollkommen unbekannt.

In den nächsten Tagen fahren wir Marcin und Lucas immer zu ihrem Einsatzort, bevor wir selbst zum Boot fahren. Auf diese Weise haben wir den ganzen Tag das Auto zur Verfügung, es würde sonst nur herumstehen.

Abschleifen des alten Anstrichs

Das Schleifen ist eine Drecksarbeit. Das alte Antifouling ist eine ganz weiche Farbe, die einerseits unglaublich viel giftigen Staub erzeugt, andererseits nach wenigen Minuten die Schleifblätter verklebt. Über den immensen Verbrauch an Schleifscheiben habe ich schon geschrieben.

Nach drei Tagen ist Sissi glatt geschliffen

Wir hatten das Glück, in drei Tagen mit dieser Drecksarbeit fertig zu werden. Nach mehreren Gesprächen mit Stewart entscheiden wir uns dafür, das neue Antifouling ein paar Zentimeter höher zu streichen und aus dem Wasser ragen zu lassen. An dieser Stelle wird es am nötigsten Gebraucht, denn der stärkste Bewuchs ist immer an der Wasserlinie.

Barrier Coat

Dienstag bis Donnerstag waren wir mit dem Schleifen beschäftigt, am Freitag konnten wir dann den ersten Anstrich malen. Der Streifen, der später aus dem Wasser schauen soll, bekommt einen Barrier Coat, eine Schutzschicht. Den Wagen benutzen wir dabei als mobile Arbeitsplattform. Später wird uns das von der Marina untersagt. Ich komme mir sehr arubanisch vor. Am Steuer sitzend und Jens immer mal wieder einen Meter weiter rollend. So sind wir am Freitag sehr früh fertig und können zu unseren Eseln gehen. Wir nehmen uns das Wochenende frei für touristische Zwecke.

Ein Lebenszeichen von uns…

Wir sind mit Sissi wieder in der Marina in Oranjestad und kommen langsam zur Ruhe. Gerade eben bemerkte ich, wie lange es her ist, dass ich einen Beitrag verfasst habe. Deswegen möchte ich ein kleines Lebenszeichen senden, in den vergangenen Wochen hatten wir viel Arbeit und haben trotzdem noch Zeit für Sightseeing und Entspannung im Wasser gefunden. Außerdem ist meine letzte Schicht im Donkey Sanctuary gelaufen. Wir sind beinahe abfahrbereit.

Sweety auf dem Dach

Sissi war zwei Jahre lang fast ununterbrochen im Wasser. Den letzten Anstrich hat sie im Winter 2018/2019 bekommen. Ich hatte schlimmste Befürchtungen, wie es um den Zustand des Anstrichs bestellt war. In St. Lucia habe ich einen Taucher engagiert, der von unten den Bewuchs abgekratzt hat. Dann hat Sissi aber fast neun Monate im Hafen gelegen.

Sissi wird geslippt

Anstelle eines Krans benutzen sie auf Aruba eine große Slipanlage. Die größten Yachten und Katamarane werden hier auf diese Weise aus dem Wasser gezogen. Mit viel Routine bewegen die Arbeiter Sissi an Land. Die Farbe des Unterwasseranstrichs ist übrigens rot.

Aus der Nähe betrachtet

Aus der Nähe betrachtet ist es gar nicht so schlimm wie befürchtet. Lediglich der Propeller sieht ziemlich bewachsen aus. Damit erklärt sich mir auch das merkwürdige Verhalten von Sissi unter Motor. Die Drehzahl wird nicht mehr richtig in Geschwindigkeit umgesetzt.

Verbrauchte Schleifscheiben

Zwei Wochen Zeit in der Werft haben wir veranschlagt, um das Unterwasserschiff zu streichen. In der ersten Woche sollten alle vorbereitenden Tätigkeiten geschehen, wie zum Beispiel das Abschleifen des alten Anstrichs. Die weiche Farbe verklebt eine Schleifscheibe nach der anderen. Mehr als einen Quadratmeter kann man mit einer Scheibe nicht abschleifen. Dann muss wieder eine neue her. Die beiden der Werft am nächsten gelegenen Baumärkte hatten nach kurzer Zeit keine Schleifscheiben mehr im Angebot, ich musste über die halbe Insel fahren, um noch Nachschub zu organisieren.

Die Frage der Fragen: Wird es regnen?

Es ist Regenzeit in Aruba. Es stellt sich immer wieder die Frage, ob wir mit dem Streichen beginnen können. Wird es regnen oder nicht? Die Zugrichtung der Wolken ist immer gleich, wir schauen auf den Hooiberg und die Wolken. Wir hatten jedoch ein Riesenglück. Immer wenn wir gestrichen haben, regnete es nicht. Der Regen kam dann in der Nacht, als die Farbe so trocken war, dass ihr das Wasser nichts mehr anhaben kann. Kein Vergleich zum Streichen des Decks auf Lanzarote, wo uns Starkregen einen großen Teil der Farbe gleich wieder in den Atlantik gespült hat.

Irgendwann ist alles geschliffen und kann gestrichen werden

Nach dem Abschleifen kommt das Anstreichen. Die Farbe ist ausreichend giftig, so dass man sich gerne gegen die Spritzer schützt. Die Arbeit macht einen Riesenspaß bei 32°C im Schatten. Ich schreibe das mit der Temperatur nur hin, damit ihr in Deutschland nicht vergesst, dass es hier eigentlich keine Jahreszeiten gibt. Nur die mit und die ohne Regen. Die Temperaturen ändern sich kaum. Das hat aber auch einen immensen Vorteil. Über 24°C trocknet die Farbe in einer Stunde schon so weit, dass man sie anfassen kann. Über Nacht ist sie komplett getrocknet. So können wir innerhalb von zwei Tagen zwei Anstriche auf den Rumpf bringen.

Der Propeller ist wieder fast wie neu

Montags sind wir aus dem Wasser gegangen und am Freitag in der Folgewoche wieder ins Wasser. Sissi sieht toll aus. Die Schraube ist wie neu und auf der Rückfahrt von der Werft in die Marina konnte ich erfreut feststellen, dass nun Drehzahl und Geschwindigkeit wieder zueinander passen. Da ich endlich wieder die Bilder von meinem Telefon auslesen kann, habe ich einen immensen Rückstand beim Bloggen. Das hole ich in Kürze nach. Ich möchte noch über die weiteren Touristenspots schreiben, die Jens und ich noch besucht haben.

Socks

Die letzte Schicht bei den Eseln ist beendet. So lange ich noch auf der Insel bin, werde ich hin und wieder dorthin fahren, möglichst viele der anderen Volunteers noch einmal treffen und mich verabschieden. Da ich wochenlang Vollzeit gearbeitet habe, kenne ich praktisch alle. Es ist unmöglich, sich von ihnen allen zu verabschieden. Heute Nachmittag wollen wir zu Anneke fahren. Von ihr habe ich am meisten über die Esel gelernt. Mit ihr hatte ich immer angenehme Schichten. Und für die Katzen haben wir auch noch Leckereien. Adieu.

Malern

Die erste Schicht Antifouling haben wir nun auf dem Boot. Derzeit ist meine Priorität beim Malern und nicht beim Blog. Ich möchte nur vermelden, dass es planmäßig voran geht. Bilder gibt es später.

Frustrierend

In den vergangenen drei Tagen haben Jens und ich das komplette Boot von unten abgeschliffen. Ich habe ein paar Fotos mit dem Telefon geschossen, auf denen man den Zustand vor und nach der Bearbeitung sieht. Irgendwas ist aber mit dem Kabel, mit dem ich das Telefon mit dem Computer verbinde. Ich kann die Bilder nicht herunterladen. So gibt es keine Bilder. Wenn ich eine Lösung gefunden habe, werde ich sie nachreichen. Mit den Arbeiten liegen wir zeitlich gut im Plan, wir werden wohl am Ende des Monats wieder im Wasser sein. Auch aus Jamaika gibt es gute Nachrichten, sie haben die Seegrenze wieder geöffnet. Damit ist eine weitere Voraussetzung für unsere Weiterfahrt da. Es geht voran. Ich bin optimistisch. Das mit den Fotos ist trotzdem frustrierend.

Leben auf der Überholspur

Wir benehmen uns wie die Touristen. Gegen eine Spende in Höhe der üblichen Wochenmiete für ein Auto habe ich die Eselskarre für eine Woche gemietet. Damit machen Jens und ich die Insel unsicher. Für mich ist es inzwischen ein Heimspiel, ich könnte auch als Fremdenführer in Aruba arbeiten.

California Lighthouse

An der Nordspitze von Aruba steht das California Lighthouse. Für mich ist es eine Art Kulturschock, denn bei meinem letzten Besuch im April herrschte auf der Insel der komplette Shutdown, die Grenze war geschlossen und der Flughafen stillgelegt. Alle reden zwar darüber, dass es nicht genug Touristen auf der Insel gibt, für meine Begriffe reicht die Zahl jedoch locker aus.

Blick vom Leuchtturm in Richtung Oranjestad

Kurz genießen wir noch den wunderschönen Ausblick in der klaren Luft. Dann fahren wir weiter zur berühmten Altovista Chapel, einer kleinen katholischen Kapelle mitsamt Kreuzweg. Jens hat bei seinem Aufenthalt im März praktisch nichts von der Insel sehen können.

Altovista Chapel

Für diese Aufnahme musste ich mich ziemlich verrenken, damit keine anderen Touristen auf das Bild kommen. Den Verkaufsstand mit dem Nippes habe ich gerade noch so hinter der Kirche verstecken können. Während wir uns dem Inneren der Kirche nähern, werden wir von Nippes- und Kerzenverkäufern geradezu belagert.

Warum nur habe ich das Auto auf der anderen Seite der Kirche geparkt? Hätten die Verkäufer das Nummernschild des Autos gesehen, würden sie uns in Ruhe lassen. Mietwagen und Privatwagen kann man daran nämlich leicht unterscheiden.

Altovista Chapel von innen

Ganz in der Nähe der Kapelle liegt eine Art Zoo, Philips Animal Garden. Begonnen hat der Betrieb als Tierheim für Tiere aus Privathaltung, die ihren Besitzern zu viel Arbeit machten. Deswegen gibt es dort einen einsamen Affen, verschiedene Schlangen und sogar ein Krokodil. Ich habe diesen Zoo auch noch nicht gesehen. Er war bei meiner Mietwagentour im April geschlossen.

Shetlandpony?

Ein gelangweilter junger Mann kassiert fünf Dollar Eintritt pro Person, dafür bekommen wir noch eine kleine Tüte mit Karotten und Pellets zum Füttern in die Hand gedrückt. Nur die Tiere mit Beinen füttern, keine Vögel, keine Fische. Okay, das bekommen wir hin. Auch die Affen sollen wir nicht füttern. Haben die etwa keine Beine? Wir spazieren auf das Gelände. Am ersten Gehege steht ein Schild mit der Aufschrift “Shetlandṕony”. Die Bewohner nähern sich uns sofort und wir sehen in bekannte Gesichter. Das Pony links ist ein normal großes Pferd, über die Langohren rechts müssen wir nicht sprechen.

Mehrere Kaninchenställe

Wir finden mehrere Kaninchenställe vor, in denen ziemlich viele Kaninchen auf engem Raum leben. Sie sehen zwar munter und süß aus, ich frage mich trotzdem, ob es das Gehege nicht eine Größe größer gegeben hätte.

Schweine

Die Schweine wirken munter und fröhlich, auch hier wirkt das Gehege etwas klein. Auf dem einsamen Gelände des Zoos gibt es keine Mitarbeiter, mit denen man über die Tiere sprechen könnte. Das ist schade, wir machen das im Donkey Sanctuary etwas anders.

Strauße

Die großen Laufvögel schauen ins Kameraobjektiv. Auf dem Bild sieht es so aus, als hätten sie viel Platz und Auslauf, der Zaun steht jedoch so nah, dass man ihn auf dem Bild gar nicht sehen kann. Die beiden Vögel haben etwa 50 Quadratmeter Platz. Ich wiederhole mich.

Ziegen

Warum? Warum muss man auf Aruba Ziegen in ein Gehege sperren? Ziegen kommen hier in freier Wildbahn prima zurecht, finden genug Nahrung und es kommt auch nicht zu Unfällen mit Autos. Warum? Weil die Ziegen nämlich im Gegensatz zu den Eseln einfach abhauen, wenn sie Angst haben. Der Esel bleibt im Zweifel mitten auf der Straße stehen. Als einzigen Grund kann ich mir vorstellen, dass die Ziegen aufgrund ihrer Niedlichkeit im Käfig sind.

Ziegen in freier Wildbahn, Aufnahme aus dem April

Ich möchte auch nicht alles schlecht machen an diesem Zoo. Das Dromedar ist aus privater Haltung und hätte sicher nicht überlebt, wenn es diesen Zoo nicht geben würde. Ein einsames Dromedar mit seinem Baby. Ich hätte gerne einen Mitarbeiter nach der Geschichte des Tiers gefragt.

Dromedar

Ein Dromedar füttern ist wie einen Esel füttern. Die können sogar auch den süßen Gesichtsausdruck machen. Das Baby hat natürlich den üblichen Niedlichkeitsfaktor. Alle Tierbabys sind süß, oder?

Baby Dromedar

Mit gemischten Gefühlen verlassen wir den Zoo. Oder das Tierheim. Ich glaube nicht, dass es mir einen weiteren Besuch wert ist. Und ich weiß nun, was ich den Besuchern im Donkey Sanctuary erzählen werde, wenn sie mich danach fragen. Bislang konnte ich immer nur sagen, dass ich noch nicht dort war.

Es sind auf Aruba immer nur wenige Minuten Autofahrt bis zur nächsten Sehenswürdigkeit. Eine seltene Felsformation, einzigartig auf Aruba, ist Ayo Rock.

Ayo Rock Formation

Jens ist begeistert, ich bin es auch. Bei meinem letzten Besuch, der vor der Regenzeit stattgefunden hat, war die ganze Landschaft sandig und rot. Jetzt ist die größtenteils grün. Wir klettern die Treppenstufen hoch bis zum Gipfel und genießen den Ausblick.

Klettern im Ayo Rock

Ganz in der Nähe, nur wenige Minuten Autofahrt entfernt ist die sogenannte Natural Bridge. Auch sie gilt als eines der ganz großen Touristenziele.

Natural Bridge

Bei bestem Fotolicht und zwischen zwei geführten Touren gelingt es uns, die Brücke ohne Menschen zu fotografieren. Es ist wirklich viel los auf der Insel. Jens findet es nicht zu eng.

Blick über die Ostküste

Herrlich ist der Blick über die Küste, die so schön ergrünt ist. Wir sind erschöpft, haben viel in kurzer Zeit gesehen. Wir entscheiden uns dafür, im Wasser zu entspannen. Nur wenige Minuten Autofahrt von der Natural Bridge ist ein Natural Pool. Davor warten haufenweise ATVs auf Kundschaft. Das ist neu.

Warten auf Kundschaft

Wir fahren bis zur Einstiegsleiter, sehen nur eine geführte Tour unten platschen. Das ist gut, die verschwinden in der Regel nach wenigen Minuten. Auch diese Tour macht keine Ausnahme. Noch während Jens die Leiter heruntersteigt macht sich die Gruppe bereit zum Aufbruch. Herrlich, wir haben alles für uns alleine.

Einstieg

Nur noch ein paar Meter sind es über scharfkantige Korallen bis wir im kühlen Wasser treiben. Die großen Wellen von außen verwandeln den Pool in einen Strömungskanal. Es ist herrlich entspannend.

Entspannung pur

Jens ist begeistert. Jetzt ist er angekommen auf Aruba. Wir stellen eine kleine Lautsprecherbox auf, die Akustik ist toll. Die gewölbten Wände werfen den Schall zurück, das dumpfe Grollen der Wellen verleiht der Musik einen ganz besonderen Reiz. Wir bedauern, keine gekühlten Getränke zur Hand zu haben. Hier sind wir nicht zum letzten Mal.

Sissi-Crew ist wieder komplett!

Seit Sonntagabend ist die Sissi-Crew wieder komplett. Jens ist wieder auf Aruba. Ich habe einen Mietwagen besorgt, genauer gesagt darf ich gegen eine Spende das Auto des Donkey Sanctuary benutzen. Mit diesem Wagen sind wir auf der Insel unterwegs und ziehen das volle Touristenprogramm durch.

Bescheuertes Selfie vor einem Divi-Divi Baum.

Deswegen kommt im Blog augenblicklich nicht mehr so viel. Ich verspreche eine einigermaßen zügige Nachlieferung, es sind einige schöne Bilder entstanden.

Unsere weitere Planung sieht vor, dass wir Sissi am kommenden Montag aus dem Wasser ziehen und den Unterwasseranstrich erneuern. Dort wurde vor zwei Jahren in den Niederlanden zuletzt gestrichen, an einigen Stellen ist von der Farbe nicht mehr viel zu sehen. Auch die Opferanode will sicher getauscht werden, das warme Salzwasser frisst Opferanoden wie Jens Lasagne.

Bescheuertes Selfie mit Lasagne

Während der Zeit in der Werft werden wir in einer kleinen Wohnung bei den Eseln wohnen. Wenn Sissi dann gegen Ende November oder Anfang Dezember wieder ins Wasser kommt, ist die Zeit in Aruba fast beendet. Ich kann kaum glauben, wie schnell das plötzlich geht. Bald werde ich das letzte Eselfoto veröffentlichen und wieder zu maritimen Themen übergehen.

Ich freue mich sehr, dass Jens wieder hier ist. Er auch, ist aber ein wenig angeschlagen von den 35°C im Schatten bei 75% Luftfeuchtigkeit. Deswegen ist an dieser Stelle auch Schluss, das Auto hat eine Klimaanlage. Wir fahren jetzt gleich los und besuchen weitere Touristenspots.

Nie wieder über das Wetter meckern

Ich werde nie wieder über das Wetter schimpfen. Ganz egal, wie das Wetter in Deutschland ist. Ich werde es genießen. Das Wetter in Aruba geht mir zunehmend mehr auf die Nerven. Mal wieder ist in der Nachbarschaft ein größerer tropischer Sturm unterwegs, der zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Beitrags in Nicaragua auf die Küste trifft. In der Folge ist es hier seit ein paar Tagen einigermaßen Windstill. Dazu Temperaturen von über 30°C und eine Luftfeuchtigkeit von 75%. Der Weg zum Supermarkt wird zu einem Kraftakt. Nach wenigen Schritten klebt die inzwischen nasse Kleidung an der Haut. Die Alternative ist nicht lustiger, denn wenn sich die Regenwolken bei Windstille ausgießen, fällt sehr viel Wasser in kurzer Zeit. Auch für das kommende Wochenende ist von Freitag bis Dienstag Windstille vorhergesagt.

Mal wieder Starkregen

Gestern habe ich es mir wettertechnisch mal wieder richtig besorgt. Ich traf mich mit Paul in einer wirklich angenehmen Jazzkneipe. Paul füttert ebenfalls die Esel und fragte mich vor ein paar Tagen, ob ich diese Bar kennen würde. Ich kannte sie nicht, werde sie aber wieder besuchen. Der Jazz ist nicht allzu abgefahren. Nur vergaß ich vor dem Verlassen des Boots mal wieder, die Luken im Dach zu schließen. Also war meine Matratze schön feucht, denn in meiner Abwesenheit fand im Hafen ein weiteres Starkregenereignis statt, von dem ich in der fünfzehn Spazierminuten entfernten Bar nichts mitbekommen habe. Ich denke, dass ich die Matratze bis morgen oder übermorgen wieder getrocknet haben werde.

Wenn der Wind irgendwann einmal wieder in der üblichen Stärke aus der üblichen Richtung bläst, kommt eine meiner Konstruktionen im Donkey Sanctuary voll zur Geltung: Der Universal-Seifenspenderhalter. Eine Konstruktion gegen den kleinen Ärger im Alltag. Wenn die Flaschen mit der Flüssigseife fast leer sind, sind sie zu leicht und werden vom Wind durch die Gegend geblasen. Anneke hat sich mir gegenüber ziemlich genervt geäußert. In der Vergangenheit wurde schon einmal ein hölzerner Seifenspenderhalter gebaut, dann änderte sich die Form der Flaschen und sie passten nicht mehr.

Universal-Seifenspenderhalter

Leider ist mir beim Lackieren der Lack ausgegangen. Ansonsten ist die Konstruktion einigermaßen einfach und hat den Vorteil, dass sie funktioniert.

So schön die Pfaue anzusehen sind, so sehr nerven sie manchmal. Sie nerven auch die Katzen. Auch das ist ein Teil des kleinen Ärgers im Alltag, den man mit etwas Phantasie schnell beseitigen kann. Die Pfaue mögen das Katzenfutter gerne und vertreiben die Katzen aus ihrer Futterkiste. Wenn nicht die Pfaue das Katzenfutter aufpicken, erledigen die Hühner den Job.

Pfauensichere Katzenfütterungskiste. Wie komme ich nun zum Katzenfutter?

Mit acht Schrauben und zwei Schnüren habe ich den Einstieg in die Fütterungskiste so sehr verkleinert, dass die großen Vögel nicht mehr hineinpassen. Für die Katzen ändert sich nichts, sie kommen leicht zu ihrem Futter.

Sweety in Ruhe beim Fressen

Vor ein paar Tagen war ich bei Juliette zum Grillen eingeladen. Auch sie kenne ich aus dem Donkey Sanctuary, auch sie füttert die Esel. Ich bin schon länger in Aruba als Juliette, die erst nach der ersten Corona-Welle aus den Niederlanden nach Aruba ziehen konnte. Es wurde ein wunderschöner Abend, die Hauptdarsteller hatten jedoch nichts mit dem Grill zu tun. Sie sind noch so klein, dass sie nicht am Tisch um Futter betteln. Im Gegensatz zur Leihmama.

Acht kleine Welpen

Nachbarn von Juliette kürzlich einen Wurf ausgesetzter Hundewelpen gefunden. Als Besitzerin zweier Hunde nahm sie die Herausforderung an und konnte sie alle aufziehen. Jetzt hat die erwachsene Hündin von Juliette plötzlich sogar Milch für die Welpen im Angebot. Es gibt nicht nur niedliche Esel und Katzen. In Kürze sollen die Hunde in die USA vermittelt werden.

An jenem Grillabend hat es nicht geregnet. Die Luken waren ja zu. Nie wieder werde ich über das deutsche Wetter meckern.

Energiebündel

Seit Tiger ins Donkey Sanctuary gekommen ist, bin ich ein paar Mal als Besucher hingefahren. Das Eselchen ist einfach zu süß. Außerdem darf ich Tiger in ein größeres Gehege lassen, wenn ich ein paar Randbedingungen beachte. Das Eingangstor zum Gehege ist leider so hoch angebracht, dass Tiger darunter durchrollen könnte. Deswegen muss man sie immer davon abhalten, zu nah an das Tor zu gehen. Ansonsten kann sie mit den anderen Eseln toben, hat viel mehr Auslauf als in ihrem kleinen Stall und offensichtlich viel Freude. Ihre Mutter hat es jedenfalls nicht leicht. Ich habe ein kleines Video zusammen geschnitten. Unfassbar, wie viel Energie in dem kleinen Esel steckt.

Ansonsten freue ich mich darauf, dass Jens in einer Woche nach Aruba kommt. Es ist noch viel Arbeit zu erledigen, bis wir weitersegeln können. Ich muss Sissi noch aufräumen. So viel Arbeit.

Am Montag fange ich an. Ganz bestimmt. Nein, am Montag bin ich bei den Eseln. Ich habe den Montag gegen den Dienstag getauscht. Also fange ich am Dienstag an. Sicher. Ganz bestimmt. Ich fahre auch nicht mehr zum Spaß ins Donkey Sanctuary.

Der übliche Zirkus, wenn es Karotten gibt.

Im vergangenen Jahr haben wir auf Lanzarote das Deck gestrichen. Gleich nach dem Ende der Malerarbeiten kam es zu einem starken Regenschauer. Ein großer Teil der teuren Decksfarbe ist so im Atlantik gelandet. Jetzt sieht es nicht mehr schön aus, die neue Farbe ist schon gekauft und wartet auf Jens. Außerdem haben wir Regenzeit. Manchmal regnet es von einer Sekunde auf die andere.

Triefnasser Esel

Die Esel funktionieren übrigens prima als Windzeiger, wenn es stark regnet. Der Hintern wird immer in die Richtung gedreht, aus der der Wind kommt. Eine Art Beifallsbekundung an den Wettergott.

Der Gewinner des hiesigen Wet-T-Shirt-Contests ist selbstverständlich Kamino.

Wet-T-Shirt-Contest

Ich fürchte im Moment wirklich am meisten, dass mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung mit dem Anstrich macht. Eigentlich sollten zwei Wochen für die Arbeiten ausreichen, andererseits regnet es inzwischen fast täglich.

Voll in die Fresse

Vor eineinhalb Wochen ist Fire Ball als Neuzugang ins Donkey Sanctuary gekommen. Er sollte in seinem Stall bleiben, bis er sich an die anderen Esel gewöhnt hat. Als einzigem echten Mann unter den Eseln wollte ihm das nicht so leicht fallen. Die anderen männlichen Esel sind alle kastriert, die Eselinnen jedoch nicht. Irgendeine Dame ist immer heiß, das spornt einen echten Mann an. Nach drei Tagen im Donkey Sanctuary ist Fire Ball aus seinem Stall ausgebrochen und hat sich mit Sicherheit bei bzw. mit den Damen vergnügt. Also ist damit zu rechnen, dass in 2022 der eine oder andere Babyesel dazu kommt. Wenn die jungen Esel nicht eingeschläfert werden müssen, weil sie aufgrund des schlechten Genpools zu gravierende Krankheiten haben. Oder weil die Babys gar nicht lebend zur Welt kommen.

Fireball am 12. Oktober, dem Tag seiner Ankunft. Das Gesicht ist vollkommen unverletzt.

Dass der Genpool der Esel in Aruba nicht besonders gut ist, liegt an jahrzehntelanger Inzucht. Nachdem das Auto auf die Insel kam, ließen die Arubaner die Esel frei. Damals tummelten sich auf der kleinen Insel ca. 1400 Esel. Die meisten wurden erschossen oder durch Autounfälle getötet. So ergab es sich, dass in den 1980er Jahren nur noch 20 Esel übriggeblieben sind. Inzwischen leben wieder ca. 180 Esel auf der Insel, dementsprechend schlecht ist der Genpool. Neue Esel sollten aus Bonaire oder Curacao kommen, Covid-19 hat diesem Bestreben erst einmal ein Ende gesetzt, hat mir Desiree erzählt.

Fire Ball hat sich äußerlich seit dem ersten Tag sehr verändert. Mein Hauptverdächtiger ist Kamino. Schon nach einer Nacht konnte man die Spuren in Fire Balls Gesicht sehen, ein Hufabdruck zierte die Fläche zwischen seinen Augen. Das habe ich leider nicht dokumentiert, dafür aber sein Gesicht, wie es am 20. Oktober aussah.

Hufspuren nach gut einer Woche im Donkey Sanctuary

Peter hat mir erzählt, dass Fire Ball am nächsten Morgen vor dem Tor zu seinem Stall stand und hineingelassen werden wollte. Er hatte nämlich Hunger und die übrigen Esel haben ihn nicht zum Futter gelassen.

Esel sind ziemlich schlau. Deswegen kann Fire Ball Kamino nicht kicken. Kamino würde niemals seinen Hals durch das Gitter von Fire Balls Stall schieben. Fire Ball wiederum bekommt offenbar immer noch nicht genug von den Tritten. Er schiebt seinen Kopf fleißig zwischen den Stäben durch. Deswegen ist er ein Opfer für Kamino.

Am 22. Oktober sind noch mehr Schrammen dazu gekommen.

In nur zwei Tagen kamen weitere Schrammen dazu. Ich denke, wenn der Esel zu seinen “Besitzern” zurückkehrt, werden sie ihn kaum wiedererkennen.

Tiger und Woods am Ankunftstag

Am Ankunftstag sind Tiger und Woods erschöpft. Nach dem Stress des Einfangens, des Transports zum Donkey Sanctuary und den ganzen neuen Eindrücken ist das gut nachzuvollziehen. Am ersten Tag hat sie ihr Baby immer vor uns beschützt. Das hat sich aber schnell geändert, Woods konnte Vertrauen aufbauen. Es ist gar kein Problem, zum Baby zu gelangen und die Wunde zu versorgen.

Tiger nach einer Woche. Mit versorgter Wunde.

Dass sich Mutter und Baby wirklich entspannen können, zeigt das nächste Foto. Es ist aus derselben Perspektive aufgenommen wie das erste Bild. Auf dem betrachten Mutter und Kind aufmerksam, was sich auf der anderen Seite ihrer Gitterstäbe tut. Nun kann ich an das Gitter treten und das Tiger bleibt sogar vollkommen entspannt auf dem Boden liegen. Das ist nicht selbstverständlich.

Tiger entspannt.

Am Dienstag macht sich Desiree Sorgen, dass Woods nicht fressen würde. Ich bekomme deswegen den dankbaren Auftrag, der Mama mit ein paar Karotten Freude zu machen. Außerdem soll ich ihr noch einige Äpfel geben.

Zuschauer, während ich Woods mit Karotten füttere.

Woods nimmt die Karotten und Äpfel gerne. Nebenan im Altersheim kommt es derweil zu Tumulten. Wie kann dieser Mensch einem einzigen Esel so viele Karotten geben, ohne dass wir etwas davon abbekommen?

Mir fällt jedoch auf, dass Woods die Karotten sehr zögerlich kaut. Die dicken Karotten kann sie gar nicht durchbeißen, wenn ich sie in der Hand halte. Das können alle Esel, die mir bekannt sind. Jeder Esel versucht, mit den Lippen so viel von der Karotte wie möglich in sein Maul zu schieben, bevor die Karotte dann geknackt wird. Woods verhält sich anders. Sie versucht, nur ein kleines Stück von der Kante abzubeißen und kaut es dann sehr langsam.

Wir versuchen alles. Wir geben alles. Warum gibst du uns nichts?

Der Niedlichkeitswettbewerb nebenan nimmt immer mehr an Fahrt auf. Es ist laut. Es ist unruhig. Ich lasse die Nachbarn natürlich nicht vollkommen leer ausgehen, einige von ihnen dürfen jedoch keine Karotten essen, weil sie nicht kauen können. Ich bedaure es sehr, diesen Eseln gegenüber bleibe ich hart.

Der Tierarzt bekommt eine Nachricht, dass er sich das Gebiss von Woods ansehen soll. Auf jeden Fall hat der Auftrag sehr viel Spaß gemacht.

Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte gib’ uns endlich auch eine Karotte

Immer wieder erreichen mich aus Deutschland Fragen, wie es um die hiesige Situation mit Covid-19 bestellt ist. Angesichts der Zahlen aus Deutschland, ist es hier geradezu paradiesisch. In den letzten sieben Tagen pendelt der Wert immer um ca. 20 Neuinfektionen am Tag. Der Höchstwert war bei 21, der niedrigste Wert bei 12. Seit dem Inkrafttreten der Ausgangssperre in der Nacht gingen die Zahlen immer weiter zurück. Gestern hat die Regierung bekanntgegeben, dass die Ausgangssperre aufgehoben ist. Statt dessen sind in der Nacht einige Zonen an den Stränden gesperrt.

Die zweite Welle hat Aruba ziemlich erwischt, zeitweise gab es täglich knapp 200 Neuinfektionen. Die Kontaktbeschränkungen durch die Ausgangssperre und deren konsequenter Durchsetzung haben meines Erachtens nach den Durchbruch gebracht.

Vorher gab es den Versuch der Sperrstunde, es gab Kontaktbeschränkungen im Alltag und die Größe von Feiern wurde begrenzt. Diese Maßnahmen alleine haben nach meiner Beobachtung keine Verbesserung gebracht. Damals sind die Zahlen immer noch gestiegen. Soweit ich es in verschiedenen Medien nachlesen konnte, steckten sich die meisten Menschen bei privaten Feiern an.

Ein Tisch voll entspannter Katzen

Ich versuche es zu machen wie die beiden Katzen, damit ich so entspannt wie möglich durch die Situation komme. Das gesunkene Infektionsrisiko trägt nicht wenig zu meiner Entspannung bei. Ich habe einen ordentlichen Vorrat an FFP2-Masken an Bord geschafft. Wer weiß, ob wir die auf den anderen Inseln bekommen können, wenn wir wieder unterwegs sind.

Bislang hat Jamaika allerdings die Insel noch nicht wieder für die Einreise kleiner Boote geöffnet. Bedauerlich.

Niedlich

Letzten Freitag war Tag des Kühlschranks. Ausmisten, abtauen, reinigen. Der Kühlschrank von Sissi hat unten leider keinen Ablauf, so dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Wasser in der Bilge des Kühlschranks sammelt. Das will alle paar Wochen entsorgt werden, dabei darf gleichzeitig das Kühlaggregat abtauen. Es verwandelt sich innerhalb weniger Tage in einen Eisblock, der Kühlschrank funktioniert dann nicht mehr richtig. Nach nur drei Stunden ist die Arbeit getan. Zur Selbstbelohnung nehme ich einen Bus zu den Eseln, vorher lege ich noch ein paar Dosen Bier in die Kühlung.

Wir sind so niedlich.

Wenn ein Mensch mit Futter in der Hand auf die Esel zugeht, beginnt sofort der Tanz hinter dem Zaun. Die Esel drücken sich mit ihren Körpern hin und her, dabei versuchen sie aber im Gesicht so niedlich wie möglich auszusehen. Das haben sie im Laufe der Jahre gelernt. Ich finde es sehr lustig, wenn ich einen dicken, fetten Esel da stehen sehe, der mir schöne Augen macht und sagt “füttere mich, ich habe doch nichts zum Fressen”.

Niedlichkeitswettbewerb

Ich kann dazu nur sagen, dass es wirklich funktioniert. Die Besucher sehen, wie die Esel den Kopf verdrehen und dabei mit der Stellung ihrer Ohren spielen. Meist rufen sie dann “oh wie niedlich” und belohnen die Langohren dann mit den geliebten Pellets.

Grinsen

Eine weitere Stufe im Niedlichkeitswettbewerb ist das Grinsen. Ja, die Esel grinsen tatsächlich. Sie haben sich das bei uns abgeschaut. Manch ein Esel grinst immer dann, wenn ihm eine Kamera vor das Gesicht gehalten wird. Das ist ein erfolgreicher Trick, um mehr Futter zu erbetteln.

Ursache und Wirkung

Am Abend will ich ein Bier aus dem Kühlschrank nehmen. Dabei klemmt die Dose an einer scharfen Kante des Kühlaggregats fest. Echt unglücklich. Die Dose platzt, das Bier ergießt sich in die Bilge des Kühlschranks, welcher am nächsten Tag wie eine Brauerei riecht. Ich säubere den Kühlschrank noch einmal. Toll.


Von Natur aus niedlich sind natürlich Tierbabys. Tiger macht da keine Ausnahme. Ich hoffe sehr, dass sich die Anwesenheit des Babys auch in bare Münze umwandeln lassen wird. Die Besucher bleiben jedenfalls lange vor dem Stall stehen.

Tiger ist die Attraktion. Für Mensch und Esel.

Auch ich kann mich dem Zauber nicht entziehen. Immer wieder muss ich in diesen Stall, mich mit der Mutter anfreunden und dann auch mit dem Baby. Die Wunde sieht inzwischen viel besser aus, außerdem hat die Mutter ein gewisses Vertrauen zu uns gefunden. Sie lässt uns an ihr Baby, ohne es vor uns zu schützen. Das ist toll. Die Karotten, die ich ihr immer wieder mitbringe, sind sicher nicht schädlich.

Wir füttern Woods, Woods füttert Tiger.

Was hat sich in dieser Seifenoper noch getan? Fire Ball wird seinen Besitzern nach der Kastration zurückgegeben und bekommt außerdem eine Begleiterin. Dann wird es ihm in seinem neuen alten Zuhause viel besser gehen als ganz alleine. Es ist einerseits ein schöner Zug von Desiree, andererseits spart sie damit 400 US$ im Jahr für die Futterkosten ein.

Magerer Esel

Nach der morgendlichen Fütterung fällt mir am Sonntag ein Esel auf, der sich gar nicht für das Futter zu interessieren scheint. Das ist immer ein schlechtes Zeichen. Nella und ich versuchen, den Chip des Esels zu lesen, der hat aber keine Lust dazu. Also versuchen wir, ihn einzufangen. Der Esel hat aber keine Lust. Statt dessen steht er die ganze Zeit vor dem Gehege, in dem die alten Esel leben. Optisch passt er prima in die Gruppe. Erst am Nachmittag gelingt es Anneke, den Chip zu lesen. Dabei wird klar, dass die Dame in dem Gehege fehlt. Kurz vor der zweiten Fütterung gelingt es Anneke, mit dem Esel in das Gehege zu laufen. Der Esel ist übrigens eine Dame, ihr Name ist Orchid.

Morgen ist wieder Eseltag. Heute ist wieder Putztag. Die Insel ist mal wieder sehr staubig, der Staub setzt sich überall im Boot ab.