Leben auf der Überholspur

Wir benehmen uns wie die Touristen. Gegen eine Spende in Höhe der üblichen Wochenmiete für ein Auto habe ich die Eselskarre für eine Woche gemietet. Damit machen Jens und ich die Insel unsicher. Für mich ist es inzwischen ein Heimspiel, ich könnte auch als Fremdenführer in Aruba arbeiten.

California Lighthouse

An der Nordspitze von Aruba steht das California Lighthouse. Für mich ist es eine Art Kulturschock, denn bei meinem letzten Besuch im April herrschte auf der Insel der komplette Shutdown, die Grenze war geschlossen und der Flughafen stillgelegt. Alle reden zwar darüber, dass es nicht genug Touristen auf der Insel gibt, für meine Begriffe reicht die Zahl jedoch locker aus.

Blick vom Leuchtturm in Richtung Oranjestad

Kurz genießen wir noch den wunderschönen Ausblick in der klaren Luft. Dann fahren wir weiter zur berühmten Altovista Chapel, einer kleinen katholischen Kapelle mitsamt Kreuzweg. Jens hat bei seinem Aufenthalt im März praktisch nichts von der Insel sehen können.

Altovista Chapel

Für diese Aufnahme musste ich mich ziemlich verrenken, damit keine anderen Touristen auf das Bild kommen. Den Verkaufsstand mit dem Nippes habe ich gerade noch so hinter der Kirche verstecken können. Während wir uns dem Inneren der Kirche nähern, werden wir von Nippes- und Kerzenverkäufern geradezu belagert.

Warum nur habe ich das Auto auf der anderen Seite der Kirche geparkt? Hätten die Verkäufer das Nummernschild des Autos gesehen, würden sie uns in Ruhe lassen. Mietwagen und Privatwagen kann man daran nämlich leicht unterscheiden.

Altovista Chapel von innen

Ganz in der Nähe der Kapelle liegt eine Art Zoo, Philips Animal Garden. Begonnen hat der Betrieb als Tierheim für Tiere aus Privathaltung, die ihren Besitzern zu viel Arbeit machten. Deswegen gibt es dort einen einsamen Affen, verschiedene Schlangen und sogar ein Krokodil. Ich habe diesen Zoo auch noch nicht gesehen. Er war bei meiner Mietwagentour im April geschlossen.

Shetlandpony?

Ein gelangweilter junger Mann kassiert fünf Dollar Eintritt pro Person, dafür bekommen wir noch eine kleine Tüte mit Karotten und Pellets zum Füttern in die Hand gedrückt. Nur die Tiere mit Beinen füttern, keine Vögel, keine Fische. Okay, das bekommen wir hin. Auch die Affen sollen wir nicht füttern. Haben die etwa keine Beine? Wir spazieren auf das Gelände. Am ersten Gehege steht ein Schild mit der Aufschrift “Shetlandṕony”. Die Bewohner nähern sich uns sofort und wir sehen in bekannte Gesichter. Das Pony links ist ein normal großes Pferd, über die Langohren rechts müssen wir nicht sprechen.

Mehrere Kaninchenställe

Wir finden mehrere Kaninchenställe vor, in denen ziemlich viele Kaninchen auf engem Raum leben. Sie sehen zwar munter und süß aus, ich frage mich trotzdem, ob es das Gehege nicht eine Größe größer gegeben hätte.

Schweine

Die Schweine wirken munter und fröhlich, auch hier wirkt das Gehege etwas klein. Auf dem einsamen Gelände des Zoos gibt es keine Mitarbeiter, mit denen man über die Tiere sprechen könnte. Das ist schade, wir machen das im Donkey Sanctuary etwas anders.

Strauße

Die großen Laufvögel schauen ins Kameraobjektiv. Auf dem Bild sieht es so aus, als hätten sie viel Platz und Auslauf, der Zaun steht jedoch so nah, dass man ihn auf dem Bild gar nicht sehen kann. Die beiden Vögel haben etwa 50 Quadratmeter Platz. Ich wiederhole mich.

Ziegen

Warum? Warum muss man auf Aruba Ziegen in ein Gehege sperren? Ziegen kommen hier in freier Wildbahn prima zurecht, finden genug Nahrung und es kommt auch nicht zu Unfällen mit Autos. Warum? Weil die Ziegen nämlich im Gegensatz zu den Eseln einfach abhauen, wenn sie Angst haben. Der Esel bleibt im Zweifel mitten auf der Straße stehen. Als einzigen Grund kann ich mir vorstellen, dass die Ziegen aufgrund ihrer Niedlichkeit im Käfig sind.

Ziegen in freier Wildbahn, Aufnahme aus dem April

Ich möchte auch nicht alles schlecht machen an diesem Zoo. Das Dromedar ist aus privater Haltung und hätte sicher nicht überlebt, wenn es diesen Zoo nicht geben würde. Ein einsames Dromedar mit seinem Baby. Ich hätte gerne einen Mitarbeiter nach der Geschichte des Tiers gefragt.

Dromedar

Ein Dromedar füttern ist wie einen Esel füttern. Die können sogar auch den süßen Gesichtsausdruck machen. Das Baby hat natürlich den üblichen Niedlichkeitsfaktor. Alle Tierbabys sind süß, oder?

Baby Dromedar

Mit gemischten Gefühlen verlassen wir den Zoo. Oder das Tierheim. Ich glaube nicht, dass es mir einen weiteren Besuch wert ist. Und ich weiß nun, was ich den Besuchern im Donkey Sanctuary erzählen werde, wenn sie mich danach fragen. Bislang konnte ich immer nur sagen, dass ich noch nicht dort war.

Es sind auf Aruba immer nur wenige Minuten Autofahrt bis zur nächsten Sehenswürdigkeit. Eine seltene Felsformation, einzigartig auf Aruba, ist Ayo Rock.

Ayo Rock Formation

Jens ist begeistert, ich bin es auch. Bei meinem letzten Besuch, der vor der Regenzeit stattgefunden hat, war die ganze Landschaft sandig und rot. Jetzt ist die größtenteils grün. Wir klettern die Treppenstufen hoch bis zum Gipfel und genießen den Ausblick.

Klettern im Ayo Rock

Ganz in der Nähe, nur wenige Minuten Autofahrt entfernt ist die sogenannte Natural Bridge. Auch sie gilt als eines der ganz großen Touristenziele.

Natural Bridge

Bei bestem Fotolicht und zwischen zwei geführten Touren gelingt es uns, die Brücke ohne Menschen zu fotografieren. Es ist wirklich viel los auf der Insel. Jens findet es nicht zu eng.

Blick über die Ostküste

Herrlich ist der Blick über die Küste, die so schön ergrünt ist. Wir sind erschöpft, haben viel in kurzer Zeit gesehen. Wir entscheiden uns dafür, im Wasser zu entspannen. Nur wenige Minuten Autofahrt von der Natural Bridge ist ein Natural Pool. Davor warten haufenweise ATVs auf Kundschaft. Das ist neu.

Warten auf Kundschaft

Wir fahren bis zur Einstiegsleiter, sehen nur eine geführte Tour unten platschen. Das ist gut, die verschwinden in der Regel nach wenigen Minuten. Auch diese Tour macht keine Ausnahme. Noch während Jens die Leiter heruntersteigt macht sich die Gruppe bereit zum Aufbruch. Herrlich, wir haben alles für uns alleine.

Einstieg

Nur noch ein paar Meter sind es über scharfkantige Korallen bis wir im kühlen Wasser treiben. Die großen Wellen von außen verwandeln den Pool in einen Strömungskanal. Es ist herrlich entspannend.

Entspannung pur

Jens ist begeistert. Jetzt ist er angekommen auf Aruba. Wir stellen eine kleine Lautsprecherbox auf, die Akustik ist toll. Die gewölbten Wände werfen den Schall zurück, das dumpfe Grollen der Wellen verleiht der Musik einen ganz besonderen Reiz. Wir bedauern, keine gekühlten Getränke zur Hand zu haben. Hier sind wir nicht zum letzten Mal.

Entspannung im Pool

Seit ein paar Tagen schon spiele ich für Johnny, Jo und Stewart den Fremdenführer. Auf diese Weise komme ich mal wieder zu den schönsten Plätzen der Insel, denn die sind leider ausnahmslos nicht mit dem Bus erreichbar.

Jo und Stewart steigen die Leiter hinab

Mein letzter Besuch am sogenannten “neuen natürlichen Pool” ist schon eineinhalb Monate her, damals besuchte ich den Pool gemeinsam mit Shelly, Moses, Vanita, Brian und Johnny. Diesmal ist unsere Gruppe kleiner.

Der Einstieg erfolgt über eine fünf Meter lange Leiter. Das war damals der Grund, dass Moses nicht ins Wasser gehen konnte. Johnny ärgert sich etwas, dass er seine Schuhe am Auto zurückgelassen hat. Der Weg über die abgebrochenen Korallen ist schmerzhaft.

Johnny am Fuß der Leiter

Heute ist der Blick über die abgebrochene Kante auf den atlantischen Ozean grandios. Wind mit einer Stärke von sechs bis sieben Beaufort lässt den Ozean brodeln.

Starker Wind für starken Seegang

Nach wenigen Minuten erreichen wir den Einstieg ins Wasser und dann beginnt die sofortige Entspannung. Was diesen Pool ausmacht ist, dass man sogar um die Mittagszeit unbegrenzt lange im Wasser bleiben kann, ohne dass man Gefahr läuft, von der Sonne verbrannt zu werden.

Ich bin im Wasser (das Foto hat Stewart gemacht)

Für Johnny ist der Ort nicht neu, er weiß noch genau, von welcher Stelle aus man ins Wasser hüpfen kann. Nach einer ordentlichen Arschbombe überschüttet er uns mit Wasser. Bäh, ich mag Salzwasser nicht.

Stewart und Jo

Fast eine Stunde entspannen wir im Wasser, bevor die Mägen nach einer Füllung rufen. In dieser Zeit kommen mehrere geführte Inseltouren vorbei. Die Besucher trauen sich teilweise gar nicht, über die scharfkantigen Korallen bis zum Pool zu laufen. Manchem fehlt der Schneid, bis zum bestmöglichen Einstiegsfelsen zu gehen. Es ist weniger glitschig, als es aussieht. Die meisten dieser Gruppen verbringen leider nur ein paar Minuten am Pool. Es ist schade, wenn man es im Urlaub so eilig haben muss.

Musizieren am Pool

Künstlich ist der Hotelpool, künstlerisch unsere abendliche Darbietung an diesem Pool. Auch beim gemeinsamen abendlichen Musizieren können wir uns prima entspannen. Besonders Shelly glänzt mit ihrer wunderschönen Stimme, während ich versuche, nicht ganz so laut zu sein. Charly wiederum ist inzwischen sehr locker geworden mit seiner Gitarre. Noch vor wenigen Monaten weigerte er sich, in der Öffentlichkeit Gitarre zu spielen. Selbst ich gehörte zu dieser Öffentlichkeit. Inzwischen ist er ohne Lampenfieber unterwegs.

Ein schöner Tag

Johnny hat sich ein Auto gemietet, einen Jeep mit Allradantrieb. Damit fahren wir seit Montag über die Insel, ich darf den Fremdenführer spielen. Mit an Bord sind Jo und Stewart, die seit ein paar Tagen mit ihrem Segelboot Patronus vor Oranjestad ankern.

Für heute ist ein Badetag im natürlichen Pool Conchi angesagt. Dort war ich zuletzt vor ein paar Monaten zusammen mit Edward und Shelley. Ich kann mich noch an den Weg erinnern, den wir zusammen gefahren und gegangen sind, also dirigiere ich Johnny zu der Pferdefarm mit dem Parkplatz.

Von dort aus wandern wir gemütlich eine Dreiviertelstunde am Ufer entlang und genießen die Landschaften, die sich auf dieser Strecke dreimal grundlegend ändern. Es beginnt mit der Überquerung eines Gebirgszugs, die in einer steppenartigen Umgebung endet.

Autowrack in der Steppe

Nicht einmal einen halben Kilometer später laufen wir dann durch tiefen Sand. Mit Schuhen ist es unangenehm, ohne Schuhe unerträglich. Entweder läuft man auf dem Sand in seinen Schuhen oder barfuß im glühend heißen Sand.

Glühend heißer Sand

Freudig legen wir die letzten Meter nach dem Sandstrand mit Blick auf den Felsen “Klein Aruba” zurück, denn gleich nach der nächsten Felszunge wartet auf uns die Belohnung. Ein Bad im natürlichen Pool. Die See ist rau, das verspricht großen Badespaß. Die Sonne glüht auch schon sehr, sehr heiß. Eine Abkühlung tut Not.

50 Meter vor dem Eingang zum natürlichen Pool baut sich plötzlich ein Park Ranger vor uns auf. Wir hätten am Haupteingang keine Eintrittkarte gekauft und müssten deswegen zurück laufen. Ärgerlich. Und doch logisch. Mein letzter Besuch war im Mai. Damals war der Nationalpark noch geschlossen, also konnte uns auch keiner eine Eintrittskarte verkaufen. Die Park Ranger waren zu Hause. Heute arbeiten sie.

Auf dem Rückweg zum Auto sind wir 15 Minuten schneller. Wir wollen endlich ins Wasser. Wir kaufen Eintrittskarten und essen Sandwiches, bevor Johnny den Jeep auf die offizielle Straße nach Conchi lenkt.

Johnny lenkt

Die Strecke, die wir nun zu Conchi zurücklegen müssen, ist als Piste für Allradfahrzeuge ausgewiesen. Es liegen einige dicke Brocken herum, die meiste Zeit ist sie aber gut zu fahren. Je mehr Bodenfreiheit das Auto hat, desto besser ist es. Johnny hat den Ehrgeiz, es auf jeden Fall bis zum Parkplatz zu schaffen. Wir sind genug gewandert für heute.

Gegenverkehr – ein Kleinbus mit Allradantrieb

Insgesamt ist im Park nicht viel los. Zwischendurch kommt uns ein Kleinbus entgegen, der mit Allradantrieb die Besucher vom Besucherzentrum zum Pool bringt. Bei der Begegnung sehen wir, dass die beiden Passagiere ordentlich durchgeschüttelt werden. Johnny fährt lieber langsam. Das ist schonend für Menschen und Material, meine Bandscheiben danken es ihm.

Ziel in Sicht

Nach einer schier endlos langen Fahrt durch Staub und über Steine kommt endlich der natürliche Pool in Sicht. Wir freuen uns alle auf die Erfrischung.

Die raue See tut was sie kann, immer wieder brechen sich die Wellen an den Felsen, die den Pool bilden. Das Wasser spritzt im hohen Bogen über uns Badende.

Welle bricht am Felsen

Wir lernen ein junges amerikanisches Paar kennen. Beide haben gerade die Universität abgeschlossen und machen eine Woche Urlaub auf Aruba. Es entwickelt sich ein langes Gespräch, als wir erwähnen, dass wir seit Wochen bzw. Monaten mit unseren Segelbooten auf Aruba festsitzen. (Das geschieht eigentlich immer, wenn man im Gespräch mit Nichtseglern das Boot erwähnt.)

Als eine große Gruppe Touristen mit unzähligen Strandbuggys auftaucht entscheiden wir, gemeinsam nach San Nicolas zu fahren und den Street-Art Spaziergang zu machen.

Street Art in San Nicolas

Rechtzeitig vor Sonnenuntergang schaffen wir noch die farbenfrohe Runde. Wir beenden den Abend mit ein paar Bier und kleinen Snacks. Auf dem Weg zurück nach Oranjestad sind wir alle vier glücklich über den gelungenen Tag. Auch die Wanderung entlang der Küste wurde von allen als wunderschön gelobt.

Covid-19 Roller

Regelmäßig steht dieser Motorroller vor dem Parlamentsgebäude. Ich nehme ihn heute als Symbolbild, da die Bierflaschen und das Kakaogetränk inzwischen zu oft zu sehen waren.

Entsetzt stelle ich gerade fest, dass ich seit sechs Tagen keinen Blog mehr veröffentlicht habe. Das liegt natürlich daran, dass ich im Augenblick viel unterwegs bin. Vor sechs Tagen waren wir bei 279 aktiven Covid-19 Fällen. Gestern Nachmittag waren wir bei 679 Fällen. Während ich diese Zeilen schreibe, ist die 700er Marke wohl längst geknackt. Die ersten fünf Kranken wurden ins Krankenhaus eingeliefert. So sieht es im Augenblick aus.

Nicht nur deswegen genießen wir die Zeit, die wir uns so schön wie möglich gestalten.

Update: Wir sind heute bei 776 Fällen gelandet. Der nächste Tote ist zu beklagen.

Conchi

Mit Edward, den ich vor ein paar Tagen am California Beach kennengelernt habe, konnte ich mich inzwischen mehrfach treffen. Seine Frau, seine Schwester Shelley und eine seiner Töchter waren inzwischen hier an Bord. Außerdem kenne ich seine Mutter, einen Onkel und eine Tante sowie sein jüngstes Kind, einen sechs Monate alten Sohn. Das geht schnell auf Aruba.

Scheue Katze, die bei Edwards Schwester wohnt

Ich äußerte meinen Wunsch, den Natural Pool im Nationalpark zu sehen. Der Park selbst ist immer noch geschlossen. Jutta hat eine Email an die Parkverwaltung geschickt. Wir hoffen auf eine Antwort.

Edward kennt andere Wege zu dem natürlichen Swimming Pool an der Ostküste der Insel. Er meint, man könne mit dem Auto bis direkt an den Pool fahren. Ich bin gespannt. Seine Schwester ist auch mit von der Partie. Die Anreise gestaltet sich abenteuerlich, ich wäre diesen Weg wahrscheinlich nicht herunter gefahren. Shelley genießt die Fahrt bergab auf der Ladefläche des Fahrzeugs.

Die Anreise mit dem Auto endet auf dem Parkplatz einer Pferdefarm. Dort kann man sich normalerweise Pferde mieten und durch den Park reiten. Vielleicht mache ich das ja auch einmal, keine Ahnung. Als Kind war ich mal auf einem Reiterhof im Urlaub. Das ist sehr lange her. Edward ist entsetzt, wie gründlich die Parkverwaltung die geheimen Zufahrtswege blockiert hat.

Mit Steinen und tiefen Löchern zerstörte Straße

Den jetzt notwendigen Fußweg beschreiben meine beiden Führer als leicht begehbar und nur eine halbe Stunde lang. Das ist gut, ich habe sowieso nicht genug Bewegung und schätze schöne Spaziergänge.

Die Felsenlandschaft erinnert etwas an Lanzarote

Auf den ersten paar hundert Meter müssen wir einen Bergrücken überqueren und landen auf der Rückseite in einer Mondlandschaft, wie es sie auch auf Lanzarote geben könnte. Unterwegs sehen wir noch einige blockierte Zufahrten zum Park und einige neue Zufahrten, die sich in der Entstehung befinden.

Edward zeigt mir unterwegs die Stelle, wo er beim Versuch, ein festgefahrenes Auto abzuschleppen, mit seinem Fahrzeug den Berghang herunter gestürzt ist. Er ist ein Glückspilz, er hat sich bei mehreren schweren Autounfällen niemals schwer verletzt.

Suzuki Jimny

Nicht jedes Auto schafft es wieder aus dem Park heraus. Ich kann mir durchaus vorstellen, warum die Zufahrten zum Park blockiert worden sind.

Weißer Sand

Die Wanderung führt uns weiter über eine Sanddüne von fast einem halben Kilometer Länge. Früher seien sie hier mit ihren Autos gefahren, wird mir erklärt. Sie hätten früher viel Spaß beim Driften im Sand gehabt. Eigentlich ist Edward über die Handlungen der Parkverwaltung empört. Sperrungen aller Zufahrten im Huckepack von Covid-19. Ich habe Freude an unserem Spaziergang.

Klein Aruba

Dann erreichen wir den Strand. Der große Felsen heißt “Klein Aruba”, weil er von oben gesehen die Silhouette von Aruba hat. Die jungen Leute klettern an einem Seil herauf und springen dann in die Fluten. Leider hat die humorlose Parkverwaltung das Seil auf halber Länge gekappt. Edward ist zornig.

Klein Aruba von Conchi aus gesehen

Angekommen am Pool bin ich begeistert. Er ist fast kreisrund und hohe Felsen beschützen ihn vor dem brandenden Atlantik. Wir sind unter uns, es gibt keine weiteren Besucher. Die Arubaner sind genauso fußkrank wie die Deutschen. Wenn man eine halbe Stunde vom Parkplatz aus laufen muss, trennt sich die Spreu vom Weizen.

Natural Pool Conchi

Ich bin wirklich nicht der Typ, der sich gerne an Badestränden herumtreibt. Hier war ich aber sofort Feuer und Flamme und bin in das klare Wasser gestiegen. Shelley sollte einige Beweisfotos aufnehmen. Sonst glaubt mir niemand aus der Familie, dass ich im Wasser war.

Ja, wirklich! Ich bin im Wasser.

Das Wasser ist gar nicht so schlimm. Mit einer Temperatur von vielleicht 25°C kühlt es mich angenehm in der Mittagssonne. Eigentlich wollte Edward mich schon morgens um 9 Uhr abholen, doch das Auto seiner Frau machte ihm mit einer platten Batterie einen Strich durch die Rechnung. Edward fuhr zunächst seine Frau zu ihrem Termin und zurück, er kam erst gegen Mittag zu Sissi. So hatte ich die Möglichkeit, im Radio den glorreichen und unerwarteten 2:1 Auswärtssieg unserer Eintracht über Wolfsburg anhören. Deswegen erreichten wir den Pool erst gegen 14 Uhr.

Vom Ozean her kommen die größten Wellen immer wieder über die Felskante gespritzt. Das ist beeindruckend. Ich glaube, ich will hier noch einmal hin, wenn der Wind für richtig starke Wellen sorgt. Wir posieren für ein Foto.

Winke winke!

Edward ist 31 Jahre alt, also viel jünger als ich. Flausen hat er auch ständig im Kopf. Sie kommt mir aber viel vernünftiger vor. Während ich im Wasser liege und herumgammele, klettert er mal eben hinten auf den Felsen rauf.

Chill out

Das bleibt vollkommen unbemerkt von mir. Langsam schwimme ich in Richtung Ausgang. So lange war ich schon lange nicht mehr ununterbrochen im Wasser. Das schöne ist, dass man gar nicht richtig schwimmen muss. Für jede Körpergröße gibt es Steine, auf denen man bequem stehen kann. Ich krabbele aus dem Wasser und drehe mich um. Edward hat den Gipfel fast erreicht.

Jetzt ist er oben und jubelt. Man sollte tunlichst nicht an der Stelle sein, wenn wieder eine große Welle über den Felsen kommt. Respekt.

Gipfelstürmer

Im Park befindet sich oberhalb von Conchi ein großer Busparkplatz. Die Touristen, die dort abgeladen werden, können den Pool bequem über eine Treppe erreichen. Der Park ist aber geschlossen und es gibt außer uns kaum noch Touristen auf der Insel.

Die Rückfahrt wird zum Abenteuer. Für eine Viertelstunde hatte ich Bedenken, dass wir bis zur nächsten menschlichen Siedlung laufen müssen. Es gibt hier kein Telefonnetz. Edward betreibt Reifenpflege.

Alle Bemühungen nutzen nichts. Wir sind steckengeblieben. Wir kommen aus eigener Kraft nicht diesen Berg hinauf. Edward lässt den Wagen wieder auf den Parkplatz zurück rollen. Wir überlegen uns, wie wir weiter kommen. Wie aus dem Nichts erscheint oben am Hang plötzlich ein nigelnagelneuer, weißer 4×4-Truck und zieht uns aus der Bredouille.

Der Fahrer des Trucks ist bei der Pferdefarm angestellt uns soll dort eigentlich nach den Pferden sehen. Für uns ist es Glück. Edward ist ein Glückspilz.

Unser Retter zieht uns nach oben. Dort zeigt sich, was die Aktion mit dem Hinterreifen gemacht hat. Edward knipst alle frei hängenden Drähte mit einer Kneifzange ab. Der Reifen ist praktisch noch fabrikneu.

Wir fahren zur Abkühlung sofort zu einem weiteren natürlichen Pool. Der befindet sich in der Nähe der alten Goldmine. Dort ist es möglich, bis zum letzten Meter mit dem Auto an den Pool zu fahren. Dementsprechend voll ist es, es stehen noch zwei andere Autos herum.

Natürlicher Pool im Schatten

Meine Sorge vor Überfüllung ist vollkommen unbegründet. Kurz nach unserer Ankunft verschwinden die anderen Badenden und wir haben den schönen Pool für uns alleine. Hier können wir unter einem Felsüberhang schwimmen, auch in der Mittagszeit gibt es hier schönen Schatten.

Zuletzt möchte ich in diesem Beitrag noch Edward und seine Shelley vorstellen. Mit der Zeit werden sicher noch andere Familienmitglieder dazu kommen. Die Familie ist groß. Sie leben alle auf einem großen Grundstück, das ihnen selbst gehört. Dort hat sich jedes Familienmitglied ein kleines Haus mit jeweils riesiger Terrasse hin gebaut. Sie leben alle zusammen und doch hat jeder etwas Eigenes. Das gefällt mir.

Edward und Shelley

Ich möchte auch von dort Fotos veröffentlichen, möchte die Menschen aber vorher fragen, ob sie etwas dagegen haben. Den Kater habe ich nicht um Zustimmung gefragt.

Gibt’s bald Futter?

Ayo Rock

Auf einer meiner Touren mit dem Mietwagen ist mir die Ayo Rock Felsformation aufgefallen. Felsen, wie es sie sonst nirgendwo auf Aruba gibt. Die Tour fand noch vor der Öffnung der Touristenattraktionen statt, deswegen war der Ayo Rock für uns ein gefundenes Fressen. Er kommt nämlich ohne Kassenhäuschen aus und kann immer besucht werden.

Ayo Rock

Nicht nur wir kamen auf die Idee, auch einige Arubaner hatten ihre Autos auf dem Parkplatz abgestellt. Überfüllt war es nicht, denn insgesamt waren kein Dutzend Menschen in dem weitläufigen Park unterwegs.

Felsen und Kakteen

In diesem Park sind wenigstens vernünftige Aufnahmen von Kakteen möglich. Sie stehen zwischen den Felsen nicht so dicht, wie es sonst auf der Insel der Fall ist.

Jutta, Ute und Charly unter einem Divi Divi Baum

Die Divi Divi Bäume faszinieren mich. Immer noch bin ich auf der Suche nach einem schönen Exemplar, welches bevorzugt mitten in der Natur vor einem schönen Hintergrund steht und nicht als Parkgarage für ein Auto missbraucht wird. Wie diese Bäume fast ohne Regen auskommen, ist ein Wunder der Natur.

Dieser Baum hat nicht überlebt

Der leicht begehbare Spazierweg führt mitten in die großen Felsen hinein und darunter hindurch. Zu 100% ist die Kopffreiheit nicht gewährleistet, man darf aufpassen. Für den verwöhnten Europäer sei gesagt, dass nirgendwo Warnschilder hängen.

Jutta öffnet den Durchgang

Nachdem Jutta also für uns den großen Stein hochgeklappt hat, konnten wir die Unterwelten betreten. Zum Glück hat sich keiner von uns den Kopf gestoßen. Manchmal denke ich, dass wir bei uns ein paar Warnschilder zu viel aufhängen. Nur ein paar. Die meisten sind sicher wichtig.

Die Überlebenden

Nach dem langen, anstrengenden und entbehrungsreichen Spaziergang haben wir uns noch ein paar Minuten in den Schatten eines Divi Divi gesetzt. Dabei ist uns in der Baumkrone des Nachbarbaums ein oranger Vogel aufgefallen. Nach ein paar Versuchen konnte ich wenigstens dieses Bild aufnehmen.

Oranger Vogel

Dankeschön an Günter Hans, es ist also ein männlicher Baltimoretrupial.

Immer noch habe ich keine Ahnung, wie diese Vögelchen heißen, die mir unterwegs so begegnen. Schön anzusehen sind sie alle. Anschließend sind wir weiter gefahren und im Donkey Sanctuary angekommen.

Die Katze beaufsichtigt ihre Dosenöffnerin bei der Eselspflege

Zunächst musste ich eine Aufnahme von der Hausherrin machen, wie sie ihre Dosenöffnerin bei der Eselspflege beaufsichtigt. Sie weiß genau, dass sie ihre Dose erst nach der Eselfütterung geöffnet bekommt. Das aber ist sicher.

Ansonsten war ich der Esel des Tages. Nach zwei Katzenfotos war der Akku meiner Kamera leer. Mit der Plastiklinse des Telefons wollte ich nicht fotografieren, also kommen die Esel beim nächsten Besuch zu ihrem Recht. Einen großen Eimer Futter habe ich an die vollkommen ausgehungerten Tiere verfüttert, die trotz eines eindrucksvollen Gebisses ihre Leckereien mit unglaublich weichen Lippen von den Fingern lutschen.

Bei uns liegen die Katzen auf dem Ofen und nicht auf der Gefriertruhe

California Beach

Ich habe ein paar Tage nichts geschrieben. Das heißt nicht, dass es mir hier langweilig ist, sondern deutet eher auf das Gegenteil hin. Seit eineinhalb Wochen habe ich das Auto bin auf der Insel unterwegs. Manchmal alleine, manchmal gemeinsam mit den Chapos. An jenem Tag war Charly leider unpässlich, deswegen bin ich mit Jutta und Ute in den hohen Norden von Aruba gefahren, zum California Beach.

Californa Lighthouse

Über dem Strand thront der Leuchtturm, unterhalb des Leuchtturms gibt es ein sauteures italienisches Restaurant. Außerdem gibt es meilenweit Strand. Kein Badestrand, denn hier brandet der Atlantik mit aller Wucht gegen die Küste.

Brandung

Durch den glücklichen Umstand, dass wir die letzten Touristen auf Aruba sind, können wir jeden Meter der wilden Küste alleine genießen.

Einsame Küste

Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass die Insel Aruba auf Korallen gebaut ist. Die “Steine”, die am Ufer herumliegen, sind in Wirklichkeit Korallen.

Korallen (Nahaufnahme eines Steins)

Jutta und Ute vergnügen sich damit, versteinerte Brocken der Korallen zu sammeln. Ich stelle mir vor, wie die Chapo immer schwerer und schwerer wird und irgendwann sinkt, wenn beide den ganzen Strand von Aruba abgesammelt haben.

Auf der Suche nach formschönen Steinen und Muscheln

Ein paar große Steine gibt es doch, sie sind so groß, dass man sie beinahe schon als bequem bezeichnen kann.

Felscouch

Immer wieder muss ich die Kamera auf die Brandung halten, bis mir klar wird, dass ich keinerlei Verwendung für 1001 Fotos von Wellen habe. 101 Fotos sind vollkommen ausreichend. Ich trauere ein wenig dem Diafilm nach.

Felsen in der Brandung

Wir begegnen einem arubanischen Pärchen mit einem riesigen Hund. Der Hund sieht zwar harmlos aus, wir wollen aber nicht mit ihm spielen.

Natürlicher Pool

Wir umwandern die Nordspitze der Insel und stoßen auf eine Art natürlichen Pool. Es ist beeindruckend, wie das Wasser hier eine Höhle ausgewaschen hat. Je weiter wir kommen, desto weniger Brandung gibt es zu sehen. Langsam erreichen wir die andere Inselseite.

Ruine eines Divi-Divi Baums

Auf der Leeseite der Insel gibt es erst einmal mehr Vegetation. Wo auf der Luvseite allenfalls Gräser wachsen, sieht man auf der Leeseite sogar die Ruine eines Divi-Divi Baums.

Ich schwöre, ich habe das Bild von Jutta und Ute so gut wie gar nicht bearbeitet. Da ist mir bei den Farben wohl irgendwie die Maus ausgerutscht.

Ute und Jutta stehen an der Ruine des Divi-Divi Baums

Ein paar Kakteen im Vordergrund, ein jagender Pelikan im Hintergrund. Es hat eine Weile gedauert, bis ich dieses Bild im Kasten hatte. Auf der Leeseite ist das Wasser vollkommen glatt. Bis hierhin ist es ein wunderschöner Ausflug.

Jagender Pelikan

Am Wegesrand steht ein Pickup-Truck und zwei junge Männer hantieren an der Ladefläche. Eine Flasche Rum wartet halbvoll oder halbleer auf den nächsten Trinker. Die beiden lachen und unterhalten sich, zeigen auf uns. Im Nachhinein wurde mir der Dialog etwa folgendermaßen zugetragen:

“Guck’ mal, da sind wieder Touristen.”
“Quatsch, es gibt hier keine Touristen. Das sind Leute, die sprechen besser Papiamentu als wir.”

Daraufhin werden wir mit einem Wortschwall überschüttet. Ich brauche zwei oder drei Minuten um ihn zu unterbrechen, der Rum hat die Kehle gut geölt. Wir stellen uns gegenseitig vor, mein Gesprächspartner heißt Edward. Wir tauschen Telefonnummern aus. Edward bietet uns an, uns über die Insel zu fahren und uns jede Ecke zu zeigen. Ein paar Minuten quatschen wir noch. Jetzt ist der Tag perfekt geworden, wir haben endlich wieder ein paar Einheimische kennengelernt.

Pelikan im Flug auf der Jagd

Weihnachten steht vor der Tür!

Ihr dürft mich jetzt nicht für komplett verrückt halten. Seit meinem letzten Blog sind ein paar Tage vergangen, in denen ich zwar nicht viel geschrieben habe, in denen aber viel geschehen ist.

Nach meinem letzten Blog war ich in einer Art Shopping-Extase. Die Geschäfte sind wieder geöffnet und man darf sogar in Gruppen größer als zwei Personen zusammen sein, denn es gibt inzwischen nur noch fünf aktive Corona-Fälle, die Gesamtzahl hat sich bisher bei 101 gehalten.

Meine Einkaufsorgie brachte mir einen Eiswürfelbereiter an Bord. Herrlich. Die Maschine brummt und nach einer Stunde fallen alle paar Minuten einige Eiswürfel heraus. Jetzt habe ich kein Problem mehr, in Sekundenschnelle eine kalte Orangina zu bekommen. Auch der Sundowner zusammen mit den Chapos bekommt klirrenden Inhalt. Da hier auf der Insel die Spannung im Stromnetz bei 115 V liegt, werden allerdings nur Geräte verkauft, die mit 115V laufen. Auf Sissi habe ich jedoch lediglich die 12V aus den Batterien und die 230V wie in Europa. Ich habe mich dazu entschlossen, den Strom für die Eiswürfel aus den 12V zu gewinnen, dann kann man auch in einer Ankerbucht Eiswürfel machen.

Was hat das aber mit Weihnachten zu tun? Ganz einfach. In der Fußgängerzone haben die meisten Läden ihre Bretterverschalung wieder entfernt. Beim Dufry hatte ich das Gefühl, ich hätte zu viel eingekauft und zu lange nicht auf den Kalender gesehen.

Christmas Madness Mega Sale

Diese Werbung ist mir vor sechs Wochen noch nicht aufgefallen. Es ist aber immer noch Mitte Mai, ich war nicht zu lange unterwegs.

Apropos unterwegs: Ab morgen macht Aruba wieder komplett auf. Die Nationalparks öffnen und auch die Bars werden wieder Getränke, die Restaurants wieder Speisen servieren. Jetzt habe ich das Paradies für mich alleine. Die Einheimischen fragen mich sowieso immer, wie ich denn auf die Insel komme.

In den letzten Tagen war ich viel unterwegs, denn ich habe mir von meinem arubanischen Bekannten Lel ein Auto besorgen lassen. Mietwagenfirmen sind bisher noch geschlossen, das private Mietauto ist auch günstiger. Es hat auch Nachteile. Die Klimaanlage ist kaputt.

Mietauto mit kleinen Mängeln. Näher sollte man nicht heran gehen.

Vorgestern brachte das Auto die Chapos und mich zur “Natural Bridge”. Das ist eine natürliche Brücke aus Kalkstein, die in Teilen eingestürzt ist. Ich wusste nicht so recht, wo ich den Wagen auf dem Parkplatz abstellen soll.

Seeseite der Natural Bridge

Die Brücke befindet sich an der Westküste der Insel, deswegen donnert der Ozean hier mit ordentlicher Wucht dagegen. Die Wellen spritzen beinahe so spektakulär wie auf Lanzarote bei Los Hervideros.

Das Wasser strömt unter der Brücke rein.

In der Nähe befindet sich noch ein bei den Einheimischen sehr beliebter Surfstrand. Die Wellen kommen dort zwar kreuz und quer hinein, nicht so vorhersehbar wie in Portugal, dafür aber genauso hoch.

Surfer

Nach meinen bisherigen Erfahrungen komme ich mit dem japanischen Kleinwagen auf der Insel ganz gut zurecht. Nur gelegentlich ist es halt so, dass ich mir einen Geländewagen wünsche. Ich wollte heute früh nur kurz an den Strand fahren, da verschwand der Asphalt nach wenigen Metern und zurück blieb eine Staubpiste.

Geht es hier zum Strand?

Die vielen Spuren von PKW-Reifen zeigten mir, dass der Weg regelmäßig befahren wird. Mir kamen nur noch Geländewagen entgegen. Echte Geländewagen, nicht die mit denen man nur in der Stadt herumfährt. Dann stand ich vor Steinen in Dackelgröße. Die fehlende Bodenfreiheit des Kleinwagens hielt mich davon ab, bis ans Ende zu fahren.

Kaktus

Zuletzt habe ich nachgesehen, ob der Nationalpark vielleicht schon heute geöffnet hat. Hat er leider nicht. Die Chapos haben mich mal gefragt, warum man nicht einfach so in den geschlossenen Park gehen kann. Für mich ist die Frage ganz einfach zu beantworten – die Natur ist mir auf dieser Insel zu wehrhaft für Spaziergänge ohne Spazierwege.

Kakteenwand

Schließen möchte ich diesen Beitrag mit einem Graffiti, das ich in Oranjestad gefunden habe. Nicht nur in Saint Nicolas, auch in Oranjestad sind viele Gebäude verziert. Mir gefällt es. Ich werde es auf der nächsten Sandpiste beherzigen. Und mit einem kleinen Katerchen. Denn über Katzen muss ich in meinem nächsten Beitrag sehr viel schreiben. Es gibt da etwas, das ihr alle wissen müsst!

Geheime Weltregierung: Die Katzen!

Ich hoffe, ich komme noch zum Schreiben. Wenn mir das nicht gelingt, wisst ihr alle, dass SIE mich daran gehindert haben.

Farben in San Nicolas

Dies ist der versprochene Beitrag mit den Bildern aus San Nicolas. Ich verzichte weitestgehend auf eine Kommentierung und möchte die Bilder alleine wirken lassen. Außerdem hat mir Lel zwar zu einigen der Graffiti etwas erzählt, ich konnte mir das alles aber gar nicht merken.

Die beiden Augen sitzen tief in ihren Augenhöhlen. Davor ist die Nase als Balkon. Dieses Bild gefällt mir ganz besonders gut, es passt einfach besonders gut zu dem Gebäude.

Ganz verstanden habe ich die Erklärung zu diesem Bild nicht. Es stellt wohl einen Widerstandskämpfer dar, der hinter Gittern sitzt. Leider ist bei mir untergegangen, wogegen bzw. wofür er gekämpft hat.

Die Motive sind jedenfalls alle von der Insel Aruba. Ob es sich um Glücksspiel handelt oder um die dargestellte Tierwelt. Wenn ich mal eine Mauer mein eigen nenne, lasse ich sie durch einen der Künstler aus Aruba besprühen. Mit einem Adler.

Adler

Aruba von oben

Leider wurden die Helikopterflüge rund um Aruba eingestellt. Der Landeplatz ist nur 100 Meter von Sissi entfernt. Ich hätte leicht einen Rundflug buchen können. Für nur 400 US$ wird man 10 Minuten lang geflogen.

Deswegen muss mich Lel auf einen Hügel bringen, damit ich mal den Überblick von oben bekomme. Auf unserem Weg nach Saint Nicolas fährt er mich über eine unbefestigte Straße auf einen Hügel hinauf, auf dem sich ein gigantischer Wassertank befindet. Aruba hat kein eigenes Wasser, das Trinkwasser wird durch Meerwasserentsalzung gewonnen. Wie auf Sissi auch. Die Aussicht ist schön.

Aruba von oben

Der Blick reicht bis zur Küste. Ich ärgere mich ein wenig darüber, meine Kamera an Bord vergessen zu haben. Alle Fotos auf dem Ausflug muss ich mit dem Telefon machen. Das Funktioniert bei Weitwinkelaufnahmen noch sehr gut, mit dem Teleobjektiv kommt leider immer wieder Pixelbrei heraus. Trotzdem zeige ich das folgende Bild:

Seit Wochen fährt dieses Kriegsschiff die Küste von Aruba entlang

Seit Wochen kann ich immer wieder beobachten, wie dieses Kriegsschiff an der Küste auf- und abfährt. Es ist ein paar Tage vor dem Beginn einer US-Militäraktion in Venezuela gekommen und seitdem nicht mehr verschwunden.

Blüte?

Entwickelt sich hier etwa eine Kaktusblüte? Das habe ich so in freier Wildbahn noch nicht gesehen. Ein bunter Fleck auf einer unter unzähligen Kakteen.

Lel

Wir verlassen den Hügel wieder und fahren weiter in Richtung Saint Nicolas. Wie viele Farben mich dort erwarten, kann ich mir jetzt noch nicht vorstellen. Gleich am Ortseingang ist das Gebäude der Feuerwehr. Hier ist auch gleich das erste Graffiti.

Für die anderen wird es einen separaten Blogbeitrag geben.

Feuerwehr