Gruta do Carvao

Mal wieder zieht es uns in die Tiefe, in die Dunkelheit, die nur durch ein paar elektrische Lampen erhellt wird. Wir haben eine Reservierung für die kurze Tour in der Gruta do Carvao, der Kohlengrotte.

Eingangsgebäude mit Souvenirshop

In dieser Grotte gibt es nur geführte Touren. In den beiden Grotten auf Terceira konnten wir so herumlaufen bzw. mussten es machen, hier dürfen wir es nicht. Ich plane das ganz präzise. Mit der gelben Minibuslinie kann man bis auf 200 Meter an den Eingang der Grotte fahren. Das ist praktisch, günstig und erspart das Laufen immer den Berg hinauf. Am Tag meines Anrufs sind keine Plätze mehr frei, doch für den Folgetag kann ich zwei Plätze für die 11:30 Uhr Führung buchen. Für die lange, dreistündige Führung sind sie den gesamten Sommer über ausgebucht. Für die kurze Führung von einer Dreiviertelstunde Dauer haben wir nun die Plätze.

Luftbild. Die Grotte (Lavatunnel) ist rot eingezeichnet, den grünen Pfeil habe ich gemalt, dort ist der Eingang.

Ganz entspannt frühstücken Jens und ich. Der Termin um 11:30 Uhr ist bequem zu erreichen. Eine gute halbe Stunde vorher spazieren wir zur Bushaltestelle. Dort ist gerade kein Bus zu sehen. Regen setzt ein. Ich starte die Minibus-App um zu sehen, wo sich der nächste gelbe Bus befindet. Die App zeigt mir nur einen leeren Bildschirm. Einen fast leeren Bildschirm, denn irgendwo am Rand fährt ein einsamer Bus auf der blauen Linie. Es fällt mir wie Schuppen aus den Haaren, heute ist Samstag! Eingeschränkter Verkehr. Den Bus zur Grotte können wir uns abschminken, er fährt heute nicht.

Durch diese Röhre geht es in die Grotte hinein.

Der Regen wird stärker. Zuerst wollen wir zur Grotte laufen, doch zeitlich wäre das eine echte Herausforderung. Außerdem regnet es, ich habe keine Lust zu laufen. An der Ecke steht ein Taxi, das wir uns sofort schnappen. Nach einigen Sprachproblemen gelingt es mir, den Namen der Grotte so auszusprechen, dass ihn der Taxifahrer auch versteht. Fünf Minuten und fünf Euro später sind wir vor der Tür. Schneller als erwartet, der Regen hört auch schon wieder auf. Im Besucherzentrum habe ich noch genug Zeit, das obige Foto des Luftbilds zu machen.

Erster Eindruck der nördlichen Seite des Lavatunnels

Die Führung geht los, wir steigen viele Treppenstufen hinunter in den Keller. Dann werden alle Besucher mit Helmen ausgestattet. Anschließend geht es noch weiter in die Tiefe und durch eine Betonröhre, bis wir uns im nördlichen Bereich der Grotte sammeln und die Führerin in gutem Englisch loslegt. Man merkt, dass sie diese Führung schon sehr oft geleitet hat, sie leiert ein wenig und spricht sehr, sehr schnell. Das tut den Informationen aber keinen Abbruch. Zum Beispiel der Name Kohlengrotte. Er kommt daher, dass man gehofft hat, Kohle in der schwarzen Umgebung zu finden. Hat man natürlich nicht, auf den Azoren gibt es keine Kohle.

Aus dem Eingangsbereich nach oben fotografiert. der Lavatunnel hat zwei Etagen.

Sie erklärt uns die zwei verschiedenen Arten von Lava, die schnell oder langsam fließen und in verschiedenen Formationen erkalten. Das kann ich mir nicht alles merken. Außerdem darf ich noch für eine ältere Französin übersetzen, die neben mir etwas verloren im Tunnel steht. An den Wänden befinden sich vielerorts Bakterien, die noch nicht gut erforscht sind und die man töten würde, wenn man an die Wände fasst. Deswegen darf man nicht an die Wände fassen. Die Französin will an die Wände fassen, ich übersetze ihr die Worte der Führerin.

Schnell fließende Lava erkaltet in dieser Struktur

Entdeckt wurde die Höhe übrigens bei der militärischen Kartierung der Insel. Das Militär braucht genaue Karten und so sind sie auch auf die Höhle gekommen. Da die Höhle unter Ponta Delgada bis hin zum Hafen führt, ist sie innerhalb der Stadt zu großen Teilen eingestürzt oder durch Haus- und Straßenbau schwer beschädigt. Deswegen sind nur noch zwei Kilometer zugänglich, auf der kurzen Tour sind es lediglich zweihundert Meter. Die lange Tour sei jedoch schon für den ganzen Sommer ausgebucht.

Hinter den “Stalaktiten” sind die Bakterien an den Wänden

Nach nur wenigen Schritten erklärt uns die Führerin, dass wir mit dem nördlichen Tunnel jetzt durch sind und uns frei bewegen und fotografieren können. Nur in den hinteren Bereich sollen wir nicht gehen, dort würde lediglich die lange Tour hinführen. Die lange Tour sei aber schon den ganzen Sommer über ausgebucht. Die Französin will erst in diesen Bereich klettern, ich übersetze für sie. Sie war schon auf Island in verschiedenen vulkanischen Tunneln, die jedoch völlig anders gewesen seien. Sollte ich einmal nach Island kommen, sehe ich mir auch dort einen Lavatunnel an.

Ein Teil der Besuchergruppe auf dem Weg zurück zur Betonröhre

Jetzt werden wir wieder durch die Betonröhre geführt, dann durch eine zweite Betonröhre und wir stehen in einer weiteren Halle. Die Führerin erklärt uns, dass der Bau der Betonröhren erforderlich wurde, als die Autobahn gebaut wurde. Durch die Verdichtung des Bodens beim Autobahnbau ist ein Teil des Lavatunnels eingestürzt.

Südlicher Teil, ehemals zweistöckig. Die Bruchkante in der Mitte des Bildes ist gut zu sehen.

Des weiteren bekommen wir erzählt, dass es in der Gruta do Carvao drei Stellen gibt, an denen das Tageslicht einfällt. Davon ist eines hier auf der südlichen Seite zu sehen, es ist jedoch zugeschüttet. Die beiden anderen, von denen nur noch eines offen ist, sind Teil der langen Tour, doch die lange Tour ist ja bekanntermaßen auf Monate ausgebucht. Diesen Fakt wiederholt sie sehr oft.

Dieses Oberlicht ist verfüllt.

Das Verfüllen der Oberlichter ist notwendig geworden, weil die Einwohner dort ihren Müll hineingeworfen haben. Als die Grotte für die Besucher zugänglich gemacht wurde, musste man knapp 25 Tonnen Müll aus der Grotte entfernen. Insofern ist das Zuschütten der Löcher eine sinnvolle Alternative. Das offene Oberlicht, das man bei der langen Tour sehen würde, sei wunderschön und würde vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum geben. Aber die lange Tour ist….

Tiefer im Lavatunnel. Hier darf man auch die Wände berühren.

Wir gehen tiefer in den Lavatunnel hinein. Nun dürfen wir uns auch mit den Händen an den Wänden abstützen. Hier wohnen keine Bakterien mehr. Einige wenige Insekten leben in der Grotte in der Dunkelheit, es ist praktisch nicht möglich sie zu sehen, da sie das Licht meiden.

Hier startet die lange Tour. Hier endet die kurze Tour.

Auf dem obigen Bild unten rechts ist ein kleines Loch, das den Start der langen Tour bildet. Die Führerin fragt uns, wie weit wir hier wohl unter dem Erdboden sein mögen, sind wir doch einige Meter in Richtung Süden gelaufen und davor viele, viele Treppenstufen in den Keller herunter geklettert. Wir sind an dieser Stelle lediglich drei Meter tief und können Baumwurzeln sehen, die ihren Weg in den Tunnel gefunden haben.

Gemaserte Felsen.

Die Führerin reicht uns ein wenig Vulkangestein, das wir anfassen dürfen. Sie lässt auch einen größeren Brocken Lava in der Runde herumgehen. “Meine” Französin ist verwundert über das Gewicht. Die Lava auf Island sei wesentlich leichter gewesen. Wir werden eingeladen, über den gemaserten Felsbrocken zu streichen und etwas davon abzubrechen. Die Führerin lacht anschließend und sagt, man könne sich höchstens die Fingernägel daran abbrechen.

Auf dem Rückweg. Die Lampen sind so ausgerichtet, dass man auf dem Hinweg die besten Eindrücke hat und die schönsten Fotos machen kann. Auf dem Rückweg blenden sie eher den Menschen und das Kameraobjektiv.

Dann erklärt unsere Führerin die Führung für beendet. Jeder könne jetzt noch Fotos machen und ein paar Minuten bleiben. Anschließend solle man zum Ausgang gehen. Ich gönne mir noch eine Aufnahme von der wirklich stimmungsvoll beleuchteten Höhle. Dann machen Jens und ich uns über die Treppe wieder auf den Weg nach oben.

Stimmungsvolle Beleuchtung der Höhle

Die im Souvenirshop angebotenen T-Shirts gefallen mir nicht, außerdem wollen Jens und ich noch auf den Rathausturm klettern. Heute zieht es uns nicht nur in die Tiefe, heute führt es uns auch in die Höhe. Es regnet nicht mehr. Am Rathausturm haben wir kein Glück, der hat nur an Werktagen geöffnet. Werktage sind in Portugal Montag bis Freitag. Pech gehabt, dann müssen wir am Montag wiederkommen.

Autobahn vor dem Eingangsgebäude.

Es stinkt mächtig

Ich sitze im Cockpit und sehe fern. Jens ist schon im Bett. Plötzlich kommt eine Nachricht von Rebecca auf mein Telefon. Sie sitzt im Flieger nach Ponta Delgada und wird um Mitternacht eintreffen. Für den folgenden Tag haben Jens und ich einen Landausflug nach Furnas geplant, dort gibt es einen See. Sie wartet auf die Pamina und möchte gerne mitkommen.

Morgenstimmung in Ponta Delgada

Am nächsten Morgen klopft es dann an unserer Sissi, Rebecca kommt an Bord. Wir haben noch etwas Zeit bis unser Bus fährt, also frühstücken wir erst einmal gemeinsam. Die Pamina habe ich zuletzt vor Weihnachten in Aruba gesehen. Seit dem sind wir getrennte Wege gesegelt. Rebecca hat den Hund Charly nach Hause gebracht, während Sönke mit einigen Freunden und der Tochter Lea die Atlantiküberquerung macht. Leider haben sie keinen Wind und müssen seit Bermuda mit dem Motor fahren. Irgendwann ist es Zeit und wir gehen zum Bus.

Farbenpracht an der Bushaltestelle

Nur wenige Busse fahren jeden Tag ganz in den Osten von Sao Miguel, dementsprechend ist es recht voll. Die Fernsicht ist fantastisch, wir können unterwegs immer wieder die 50 Meilen entfernte Insel Santa Marta sehen. Steile Hänge geht es hinauf und herunter, Sao Miguel zeigt sich im allerfeinsten Licht und prächtigem Grün. Zuletzt fährt der Bus in einen Talkessel herunter. Wir steigen aus.

Infokachel zum See, es gibt viele Fische

Die in Kacheln ausgeführte Infotafel versprüht portugiesische Folklore. Von hier aus geht ein Wanderweg rund um den See, den wir aus Zeitgründen leider nicht wandern können. Wir haben etwas mehr als zwei Stunden Zeit, dann fährt schon der letzte Bus zurück nach Ponta Delgada.

Lago das Furnas

Natürlich ist der See ein Touristenspot. Der Wanderweg geht hier entlang der Zufahrtsstraße und ein Mietwagen jagt den nächsten. Davon lassen wir uns nicht beirren, der See ist groß und weit. So voll kann es einfach nicht sein.

Malerisches Seeufer

Mehr und mehr steigt ein unangenehmer Geruch in unsere Nasen. Er erinnert an faule Eier, an Schwefel. Jens wiederum erinnert sich, über eine der Azoreninseln etwas gelesen zu haben. Vulkanisch sind sie alle, aber hier gibt es noch heiße Quellen. Richtig, wenn man genau hinsieht, sprudelt Gas in Blubberblasen aus dem Wasser.

Es brodelt und stinkt

Da haben wir uns aber ein schönes Auflugsziel ausgesucht. Nase zu und durch! Niemand von uns mag sich fotografieren lassen, also machen wir einen Kompromiss und fotografieren uns alle gemeinsam. Schließlich ist der Hintergrund zu schön. Ich überlege, wann es wohl möglich sein wird, Gerüche im Blog zu transportieren.

Wir mögen alle keine Fotos von uns!

An der Straße steht eine weitere Infotafel, die von 3€ Eintrittsgeld pro Person spricht. Wir laufen weiter am Seeufer entlang und kommen schlussendlich zu den heißen Quellen. Niemand möchte von uns Eintrittsgeld kassieren, wir haben nicht einmal ein Kassenhäuschen gesehen. Um so besser.

Wasserdampf steigt auf, die Quellen sind wirklich heiß
Blubbert heiß und schweflig!

Abgesehen vom allgegenwärtigen Geruch ist die ganze Angelegenheit sehr spannend. Das Wasser ist wirklich heiß, die Quellen sind abgesperrt, damit sich niemand verbrennt. Zusätzlich hat man noch mehrere Warnschilder aufgebaut.

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Zur örtlichen Folklore gehören hier nicht nur die Kacheln, ebenso gehört auch die Küche dazu. In den heißen Quellen kochen verschiedene Restaurants aus der Gegend über fünf bis sechs Stunden Schmorgerichte in dem heißen Wasser. Nachhaltiger kann man Gulasch sicher nicht herstellen.

Ist es ein Koch? Oder vergräbt er lediglich die Kochtöpfe? Wir wissen es nicht.

Die verschiedenen Restaurants haben jeweils eigene Bereiche, in denen sie ihre Speisen vergraben. Natürlich steht überall ein Schild mit der Telefonnummer.

Tony’s Kochstelle

Wir genießen noch ein paar kühle Getränke am Seeufer und beobachten eine Touristenfamilie und eine Entenfamilie.

Es ist ein Idyll und auf keinen Fall überlaufen hier

Jetzt ist es an der Zeit zu gehen. Noch ein paar letzte Fotos müssen wir aber machen, so jung kommen wir schließlich nicht mehr hierher. Keiner möchte hier weg, wir können uns nicht losreißen. Letztendlich gewinnt aber der Busfahrplan gegen unsere Wünsche.

Das Seeufer aus einer anderen Perspektive

Auf der Karte sah es nach einem steilen Anstieg aus. Normalerweise erwarte ich einen See am untersten Ende eines Kraters. Das ist hier nicht der Fall, der Ort Furnas liegt etliche Höhenmeter unterhalb des Sees.

Wanderkarte der Umgebung

Wir folgen dem gute markierten Wanderweg, der von hier nach Furnas auf einer asphaltierten Nebenstraße verläuft. Mein Knie zickt nicht herum, das gefällt mir gut. Auch dieser drei Kilometer lange Spaziergang ist noch ein schöner Teil unseres Ausflugs, rauscht doch ein Bach unterhalb unseres Weges durch wunderschöne Bäume und Blumen.

Hortensien müssen nicht nur in Horta wachsen. Sieht man auch hier an jeder Hecke.
Rote Baumstämme in grüner Umgebung

Wieder genieße ich das saftige Grün. Die roten Baumstämme sind faszinierend. Vögel zwitschern in den Bäumen und die Straße ist nur ganz in der Ferne zu hören. Das Rauschen des Wassers ist wesentlich lauter.

Es fehlt nur noch die Mühle, die am rauschenden Bach bekanntermaßen klappern soll.

Eine knappe halbe Stunde vor der Busabfahrtszeit sind wir in Furnas. Dort treten sich allerdings die Touristen gegenseitig fast schon tot. Es gibt einen botanischen Garten, der gerade geschlossen wurde. Einige Touristen stehen etwas verloren hinter den Gittertoren, bis sie von einem Parkwächter hinausgelassen werden. An der Kirche befindet sich die Bushaltestelle, gegenüber ist Tony’s Restaurant. Leider reicht die Zeit nicht mehr um herauszufinden, was Tony in den Löchern auf den Schwefeldämpfen schmort. Da die Windvorhersage bescheiden ist, können wir wahrscheinlich noch einmal herkommen. Dann aber mit dem frühen Bus um 7:10 Uhr, praktisch mitten in der Nacht. Dann ist genug Zeit, den ganzen Ort zu erkunden.

Kirche in Furnas

Der heilige Paul

Es ist Sonntag, wir sitzen in Ponta Delgada auf dem Boot. Es ist nichts zu reparieren, eine Ausnahmesituation an Bord von Sissi. Jens hat in der Tourist-Information den aktuellen Busfahrplan für die Insel organisiert, der sich allerdings nicht von dem 10 Jahre alten Fahrplan unterscheidet, den man im Internet finden kann. Die meisten Ziele können wir heute nicht mehr erreichen, doch Mosteiros ist eine Option. Ganz im Westen der Insel gelegen, sieht es auf den Bildern von Google-Maps ganz schön aus. Also nehmen wir unsere Kameras und spazieren zur Bushaltestelle. Der Bus ist pünktlich. Nach einer knappen Stunde Fahrzeit sind wir am Ziel, eine Menschenmenge versperrt die Straße und der Busfahrer verkündet, dass die Fahrt hier zu Ende ist.

Mit Pauken und Trompeten zieht eine Prozession durch den Ort. Aufgrund der Sprachbarriere können wir erst nur herausfinden, dass es sich um keine Beerdigung handelt. Also können wir hemmungslos mit den Kameras filmen. Später recherchiere ich im Internet, dass der heutige Heilige der heilige Paulus ist.

Kirchplatz in Mosteiros

Da die Kirchgänger offenbar gerade alle unterwegs sind, spricht nichts gegen einen kleinen Besuch in der Kirche. Am heutigen Sonntag sind die Türen jedenfalls nicht verschlossen, wie es unter der Woche in so vielen Kirchen der Fall ist.

Altar und leere Kirchenbänke

In der Presse habe ich gelesen, dass die Zahl der Kirchenaustritte in Deutschland wieder einmal zugenommen hat. Ich bin schon vor langer, langer Zeit ausgetreten. Lange vor den Skandalen, die heute immer wieder Thema sind, habe ich mit dem Verein abgeschlossen. Die Pracht der katholischen Kirchen gefällt mir dennoch immer wieder, auch wenn für den Reichtum der Kirche die Untertanen mächtig haben bezahlen müssen.

Seitenschiff mit Taufbecken

Anschließend machen Jens und ich einen kleinen Spaziergang in dem verschlafenen Ort. Viel gibt es nicht zu sehen. Ein Bach fließt durch das Dorf. An der Seite findet sich die Blütenpracht, die überall auf den Azoren zu finden ist. Nach den vielen Monaten in Aruba sind das satte Grün und die vielen bunten Farben für mich immer noch eine Augenweide.

Bachlauf

Anschließend gehen wir herunter zur Küste. Die markanten Felsen konnten wir schon aus dem Bus heraus sehen. Jetzt können wir sie auch fotografieren.

Markante Felsen vor Mosteiros

Ich fange an zu hinken. Seit meiner Kreuzband-OP vor mehr als 10 Jahren passiert das gelegentlich. Ich denke nach und komme zu dem Schluss, dass die Weihnachtsgrotte Schuld ist. Dort mussten wir bei sehr niedriger Deckenhöhe ziemlich in die Knie gehen. Nach solchen Aktionen passiert mir das ab und zu, es geht aber auch nach ein paar Tagen wieder weg.

Kirche von vorne

Der Ort ist klein, wir kommen wieder an der Kirche heraus. Wie es sich gehört, ist gegenüber der Kirche ein Wirtshaus auf dem Kirchplatz. Dort suche ich mir einen Tisch und mache die Internetrecherche für den Heiligen des Tages. Derweil spaziert Jens noch eine weitere Runde, bis zur Abfahrtszeit des nächsten Busses dauert es noch über eine Stunde.

Wirtshaus auf dem Kirchplatz

Ich genieße ein Bier und beobachte die Menschen um mich herum. Das Leben geht einen gemächlichen Gang, die Kellnerin hat auch keine Eile. Sie liefert lecker aussehende Teller an die anderen Tische. Ich bin hin- und hergerissen. Eigentlich bestelle ich mir keine Muscheln, doch die hier servierten Muscheln sehen lecker aus. Auch der Küchengeruch würde mich nicht von einer Bestellung abhalten. Wenn wir noch zwei Stunden länger bleiben, reicht die Zeit für eine Mahlzeit.

Sonntagnachmittag in Mosteiros

Auf der eigentlich stark von Touristen frequentierten Insel ist es selten, dass man nur Portugiesisch hören kann. Vielleicht sitzen hier noch ein paar Touristen aus Portugal, doch ansonsten bin ich der einzige Fremde. Jens kommt ein paar Minuten vor der Abfahrtszeit zurück, hat aber keine Lust auf ein Essen an diesem schönen Ort. Schade.

Mensch und Tier lassen es ruhig angehen

An der Bushaltestelle werden wir von zwei Deutschen angesprochen, die keine Masken dabei haben und wissen wollen, ob diese im Bus gebraucht werden. Wir können aushelfen. Die öffentlichen Busse und Taxis sind die letzten Orte, an denen noch Maskenpflicht herrscht. Die Busfahrer setzen diese auch durch. Zum Abendessen landen wir in einem gar nicht so guten Restaurant in Ponta Delgada. Ich trauere dem kleinen Restaurant auf dem Kirchplatz ein wenig hinterher.

Marisqueira Jacob