Abbruch!

Wir sind umgekehrt. Wir fahren wieder nach Aruba zurück. In ca. 14 Stunden werden wir eintreffen. Damit ist er aus, der Traum von den Azoren. Das Leben auf dem Boot hat erst einmal ein Ende gefunden. Die Hurrikansaison startet bald und bei Sissi ist ein gewisser Reparaturbedarf entstanden.

Nach der rauen Nacht ist uns aufgefallen, dass die Steuerbordreling irgendwie komisch aussieht. Jens hat den Schaden am Achterstag dann bei näherer Betrachtung gefunden. Damit können wir nicht weitersegeln. Wir laufen Gefahr, den Mast zu verlieren. Der Motor brummt. Bis die Reparatur durchgeführt ist, wird es zu spät für einen neuen Versuch sein. Unsere Frustration könnte kaum größer sein. Daran ändert auch das leckere Gulasch nichts, das hier auf dem Herd köchelt.

Ich werde in den nächsten Tagen wohl nicht sehr viel schreiben. Es muss viel geplant werden. Es muss viel geklärt werden. Das ist nicht das Ende des Törns. Zu Ende ist der Törn erst, wenn Sissi wieder auf dem Ijsselmeer schwimmt.

Riggschaden

Spritztour mit Workout

Am frühen Nachmittag fahren Jens und ich Sissi nach Barcadera zum Ausklarieren. Das ist inzwischen Routine geworden, das letzte Mal ist ja nur eine gute Woche her. Anschließend sind wir frei, wir setzen Segel und schon wieder segeln wir letztmalig entlang der Küste Arubas, an den Hotels vorbei und zum California Lighthouse. Dann ziehen wir die Schoten richtig fest, Sissi muss so dicht an den Wind, wie es die Segel eben zulassen. Nachdem wir den Schutz Arubas hinter uns haben, wühlen wir uns durch hohe Wellen. Der Wind bläst mit sechs bis sieben Windstärken.

Die Bedingungen sind rauer als am 1. Mai. Das macht sich nach wenigen Stunden bemerkbar, als Jens sich verabschiedet und mich bittet, ihm den Putzeimer zu reichen. Im ganzen Boot steht ein penetranter Bilgegeruch, der diesmal die Seekrankheit ausgelöst hat. Okay, ich muss kein Abendessen kochen. Ich ernähre mich von den Snacks, die im Boot reichlich herumliegen. Es wird Abend, es wird dunkel, es wird Nacht. Am Horizont schimmern immer noch die Lichter Arubas.

Mir fällt auf, dass die Bilge voll ist. Wir sind auf dem Backbordbug, wir haben den Frischwassertank vor ein paar Stunden aufgefüllt. Wenn man den Tank zu voll macht, laufen die überzähligen Liter in die Bilge. Kein Grund zur Sorge, wir haben Strom genug für die Bilgepumpe. Nach wenigen Minuten meldet sie mir schlürfendem Geräusch, dass das Wasser abgepumpt ist. Gut. Auch der Geruch verschwindet mit dem Wasser. Merke: Wenn die Bilge stinkt, hat es ihren Grund. Zu Hause wird eine Generalreinigung fällig.

Um 2 Uhr wecke ich Jens, ich habe eine 10-Stunden-Schicht hinter mir. Stunden habe ich mich mit der Einstellung des Windpiloten und des Segeltrimms beschäftigt. Seit Mitternacht ist es etwa perfekt. Seit Mitternacht habe ich nicht mehr in die Steuerung eingreifen müssen. Immer wenn ich mich hinten hinsetze, um den Windpiloten zu justieren, kommt eine ordentliche Ladung Wasser vom Bug her über das Deck geflogen. Echt spritzig!

Eine fast perfekte Übergabe. Jens ist nicht ganz fit, er ist aber auch nicht ganz unfit. Das reicht für die Wache. Ich krieche in meine Koje und finde ein paar Minuten Schlaf. Jens refft die Genua ein wenig, das Klickern der Winsch dringt nur geringfügig in mein Unterbewusstsein. Gefühlt sind nur wenige Minuten vergangen als das Geräusch der handbetriebenen Bilgepumpe in mein Gehirn dringt. Bitte?

Es ist 3 Uhr morgens. Jens teilt mir mit, dass das Wasser im Salon über den Bodenbrettern steht und dass die elektrische Bilgepumpe ausgefallen ist. Er pumpt, während ich aus dem Bett springe und die Ursachenforschung beginne. Außerdem überbrücke ich die müde Sicherung der elektrischen Pumpe in der Hoffnung, dass sie dann wieder ordentlich pumpt. Sie pumpt aber nicht. Jens ruft wieder nach dem Eimer, er ist nach wenigen Minuten an der Pumpe wieder fest in der Hand der Seekrankheit. Das Workout ist zum Kotzen.

Um 4 Uhr ist der Wasserstand in der Bilge um ca. 20 Zentimeter gefallen. Es handelt sich definitiv nicht um den Inhalt unseres Wassertanks, sondern um kristallklares Seewasser. Der Zufluss muss von Bedeutung sein. Ich kontrolliere alle Seeventile und die übrigen Öffnungen von Sissi, durch die Wasser eindringen könnte. Zwischendrin pumpe ich immer wieder, bis mir meine Arme fast abfallen. Das wird der Muskelkater meines Lebens. Ich entscheide, dass wir uns noch zwei Stunden Zeit für die Fehlersuche geben, ansonsten müssen wir wieder nach Aruba umkehren. Jens stöhnt sein Einverständnis.

Eine Stunde später konnte ich den Pegel um einen ganzen Meter senken. Zwischendrin ist mir eingefallen, dass in meiner frühen Vergangenheit als Bootsbesitzer ein bestimmtes Problem schon einmal aufgetreten ist: Wassereinbruch über das Seeventil der elektrischen Bilgepumpe, wenn wir auf dem Backbordbug segeln. Noch ein paar Minuten später ist die Bilge wieder trocken, der Pegel steigt auch nicht mehr rapide an. Wir müssen nicht umkehren. Die elektrische Pumpe nehme ich außer Betrieb, das Seeventil wird geschlossen. Im Notfall kann ich den Watermaker noch als elektrische Pumpe benutzen, der kann sogar ein paar Liter in der Stunde verarbeiten.
Gegen 7 Uhr morgens reicht es mir. Die Sonne ist aufgegangen. Ich bin nass geschwitzt, meine Oberarme brennen. Segeln ist definitiv Sport. Ich dusche und fülle damit wieder die Bilge nach. Dann lasse ich mich von Jens ablösen und finde ein paar Stunden Ruhe. Puh. Wir wären nach Aruba zurückgefahren und hätten Sissi an Land gestellt. Dann hätte ich mir für das kommende Jahr eine Lösung suchen müssen. Wir sind noch unterwegs, Sissi schwimmt, eigentlich geht es uns gut. Jetzt mache ich uns ein Gulasch.

1. Etmal: 77,7 Meilen

Langstrecken und Seekrankheit

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch machen wir genau um 23:30 Uhr am Zollpier in Barcadera fest. Nachmittags habe ich noch Emails mit Barbaras Hausarzt gewechselt, der mir ein Präparat genannt hat, mit dem wir sie wieder aufbauen können. Soraida war so nett und hat es am Nachmittag in der Apotheke besorgt und dem Sicherheitsdienst in Barcadera gegeben. Wir fahren an den Steg und die erste Leine ist noch nicht richtig fest, als der Sicherheitsmann schon mit dem Medikamentenpäckchen kommt und es mir übergibt. Vielen Dank Soraida!

Elektrolyte zum Trinken

Am folgenden Morgen gehe ich zum Büro der Immigration, wo ich gleich wieder hinaus und an Bord gejagt werde, denn wir müssen noch auf den Covid-Test warten, bevor wir einklarieren können. Wir kommen von Aruba und fahren nach Aruba und deswegen brauchen wir jetzt den Test. Okay. Eine Stunde später kommt ein Wagen einer lokalen Klinik an, zwei Tests hat die Dame im Gepäck. Das macht 125 US$ pro Test und 120 US$ für die Anreise an den Hafen. Jens und ich können getestet werden, Barbara ist nicht vorgesehen. Eine weitere Stunde später kommt die Dame wieder, Barbara wird getestet und ich kann endlich einklarieren, bin ich doch nach dem Test nicht mehr ansteckend. Die Anfahrtskosten müssen wir nur einmal bezahlen. Anschließend fahren wir in die Renaissance Marina und entspannen den Rest des Tages.

Oceanis I. Eine wichtige Navigationsmarke in Barcadera. Wenn man reinfährt, muss man den Frachter unbedingt links liegen lassen, sonst läuft man selbst ebenfalls auf Grund. In der Nacht sieht das sehr lustig aus.

Barbara bekommt immer wieder ihre Elektrolyte. Am Abend können wir sogar einen kurzen Spaziergang zu unserer Stammkneipe machen und eine Runde Musikbingo spielen. Ich frage Soraida, ob sie Lust auf Musikbingo hat, doch sie ist zu müde. Sie hat sich die ganzen letzten Tage Sorgen um uns gemacht und nicht gut geschlafen. Einen Hauptpreis gewinnen wir nicht, doch Barbara nennt nun ein Hardgrooves-T-Shirt ihr eigen.

Musikbingo 1980er Jahre

So weit, so gut. Nach ein paar Tagen auf See brauchen wir ein paar Tage zur Regeneration. Das war schon immer so. Später mache ich mir Gedanken, was auf unserer Reise eigentlich so schief gelaufen ist, dass wir umdrehen mussten.

Eigentlich stand unsere Abfahrt unter einem guten Stern. Die Wettervorhersage versprach nur 3-4 Beaufort und moderate Wellen. So ist es auch eingetroffen. Nicht einmal Jens ist am ersten Abend seekrank geworden. Auch nach dem Abendessen waren wir noch guter Dinge. Um Mitternacht habe ich Barbara geweckt, sie sollte ihre erste Mitternachtswache (unter Anleitung von Jens und mir) durchwachen. So habe ich erstmals in meinem Leben gesehen, dass jemand von unten ins Cockpit kam und innerhalb von fünf Minuten von Seekrankheit überwältigt wurde. Normalerweise werden die Leute seekrank, wenn sie vom Cockpit nach unten gehen.

Ich vermerke den Zeitpunkt im Logbuch. Irgendwann geht sie wieder ins Bett. Ich hoffe auf den folgenden Morgen, dass sie sich die Seekrankheit weggeschlafen hat. So macht es Jens immer und so funktionierte es auch in den anderen Fällen von Seekrankheit, die mir in meinem Leben begegnet sind. Nur nicht bei Barbara. Sie ist am nächsten Morgen immer noch unter den Halbtoten.

Wir haben Reisetabletten an Bord, die gegen Übelkeit helfen sollen. Wir haben Elotrans an Bord, Pulver zum Anrühren einer Elektrolytlösung. Das ist alles, was wir für das Krankheitsbild zur Verfügung haben. Das Elotrans wirkt jedoch eher wie ein Brechmittel, es kommt nach der Einnahme sofort zurück. Wir geben Barbara Wasser, versuchen sie zum Essen und Trinken zu motivieren. Es ist schwierig, sie befindet sich in einem “ist mir egal” Zustand. Ich hoffe auf die folgende Nacht und auf eine Besserung, die nicht stattfindet. Ich schicke Stefan von der Roede Orm eine Mail mit der Frage, ob ihm noch ein Hausmittel einfällt und welche Häfen wir gegebenenfalls in der Dominikanischen Republik anlaufen können. Als Antwort kommt die Frage der segelnden Ärzte von der Lucky Star, warum wir nicht nach Aruba zurückfahren.

Am dritten Tag fälle ich die Entscheidung. Barbaras Zustand hat sich nicht verbessert und tatsächlich ist mit nicht einmal 200 Meilen Entfernung Aruba der nächste erreichbare Hafen, noch dazu mit bequemem und komfortablen Rücken- bzw. Halbwind. Sissi nimmt ungeahnte Geschwindigkeiten auf. Die Bootsbewegungen ändern sich, ein Hauch einer Verbesserung von Barbaras Zustand ist sichtbar. Wir kühlen das Wasser, mit dem wir das Elotrans anrühren im Kühlschrank, um den Ekelfaktor des viel zu süßen Geschmacks zu reduzieren. Barbara nimmt eine Reisetablette, eine Stunde später probieren wir es mit dem ersten Glas des Elektrolytpulvers. Diesmal bleibt es drin. Auch ein zweites Glas. Barbaras Zustand verbessert sich, dafür geht uns aber das Elotrans aus.

Zum ersten Mal nehme ich das Satellitentelefon und spreche Dirk, ihrem Hausarzt, eine Nachricht auf die Mailbox. Nach kurzer Zeit stehen wir in Email-Kontakt. Ich lasse mich beraten, was wir in Aruba an Medikamenten besorgen sollen. Als wir am folgenden Tag gegen Mitternacht in Barcadera einlaufen, sitzt Barbara munter mit uns im Cockpit. Das Gröbste ist nach über 65 Stunden Seekrankheit überstanden.


Ich nehme Seekrankheit vor allem als die Krankheit der anderen wahr. Deswegen habe ich die Geschichte unterschätzt. Außerdem war der Wunsch groß, die günstigen Wetterbedingungen zu nutzen. Sonst hätte ich das Leiden schneller verkürzt und wesentlich früher umgedreht. Dass eine möglicherweise lebensgefährliche Situation entstehen kann, war bei mir erst einmal gar nicht auf dem Radarschirm. Vor dem nächsten Start wird die Bordapotheke noch etwas hochgerüstet, ich werde Seekrankheit in Zukunft wesentlich ernster nehmen. Es ist keine gute Idee, einen 3000 Meilen Törn in dieser Situation zu Ende segeln zu wollen. Wir sind zum Glück gut aus der Sache herausgekommen.

Als Gratiszugabe erwarten Jens und mich in der kommenden Woche nicht mehr 3 bis 4 Windstärken, sondern 5 bis 6 Windstärken. Jippie!

Abbruch. Von Aruba nach Aruba!

Meiner Meinung nach ist der dritte Tag einer mehrtägigen oder mehrwöchigen Seereise der schlimmste. Noch ist man nicht an das Leben an Bord gewöhnt und an die Bewegungen des Boots bei Nacht, wenn man schlafen möchte. Noch fallen die Schritte an Bord schwer, die Beine sind noch nicht an die See gewöhnt. Am dritten Tag ist man deswegen meist sehr müde, die meisten Tätigkeiten fallen schwer. Ich tue mich sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen.

Barbara ist seit mehr als 40 Stunden schwer seekrank, eine Besserung ist nicht in Sicht. Wir haben alles versucht, von Reisetabletten über Bananen und Kekse, Schonkost und und und… Doch was wir auch versuchen, es bleibt nicht drin. Das ist kein guter Anfang für einen knapp vierwöchigen Törn. Es droht Dehydrierung, schwach ist sie sowieso. Unser Wasser an Bord ist nicht geeignet, dem Körper Mineralien zu geben, denn der Watermaker liefert ausschließlich reines Wasser. Nüsse, Knabberkram und die Nahrung, die sonst dem Körper gibt, was er braucht, wollen nicht an ihr Ziel.

Was haben wir für Alternativen? Einen Hafen in der Dominikanischen Republik oder in Puerto Rico anzulaufen wäre eine Option. Das Problem ist, dass die alle noch sehr weit weg sind. Letztendlich gibt es nur eine Möglichkeit. Wir drehen um und fahren zurück nach Aruba. Dort können wir in weniger als zwei Tagen ankommen. Alle anderen Ziele, die für Jens und mich vielleicht günstiger wären, fallen somit aus. Also fahren wir eine Halse und lenken Sissi wieder in die Richtung, aus der wir gekommen sind.

Sofort kommt Ruhe ins Boot. Ein Kurs vor dem Wind ist immer komfortabler und ruhiger als ein Kurs am Wind. Sissi gleitet nahezu geräuschlos durch die Wellen. Wenn nicht hin und wieder eine heftige Welle käme, die uns ordentlich rollen lässt, würde es sich für mich anfühlen, als seien wir im Hafen. Ein Blick in Barbaras Gesicht sagt mir, dass Sissi vielleicht doch nicht so ruhig liegt, wie ich es mir vorstelle. Die Entscheidung war goldrichtig. Wir ziehen die Genua noch ein Stück heraus und fahren maximale Geschwindigkeit. Der Navigationscomputer berechnet eine Ankunftszeit noch am Dienstag.

In der Nacht frischt der Wind etwas auf. Wir kommen teilweise auf eine Geschwindigkeit von über 7 kn. Natürlich hilft die Strömung da ein wenig mit, dennoch ist es eine wunderbare Segelei. Das Boot liegt so ruhig, dass ich Jens bei der Wachablösung fast gar nicht wecken kann. Erst bei meinem dritten Versuch berappelt er sich und kommt aus seiner Koje.

Am Morgen wecken mich zunächst die Stimmen von Barbara und Jens. Sie spricht. Sie spricht mehr als nur ein paar Worte. Das halte ich für ein gutes Zeichen. Immerhin, sie fühlt sich etwas besser. Nein, auch auf dem Vorwindkurs hat der Nachtschlaf nicht geholfen, die Seekrankheit aus dem Hirn zu fegen. Die Entscheidung umzukehren war goldrichtig. Gegen Mitternacht erwarten wir, den Hafen Barcadera wieder zu erreichen. Gegen Mitternacht wird das Geschaukel enden. Während ich diese Zeilen schreibe, führt jede größere Welle zu einem Stöhnen seitens Barbara. Es sind zum Glück keine 12 Stunden mehr.

3. Etmal: 130 nm

 

Von Aruba zu den Azoren?

Es ist Tag 2 unserer Reise. Wir rechnen unsere Tage immer von Mittag bis Mittag Bordzeit, wenn wir unser Etmal bestimmen. Regelmäßige Leser des Blogs wissen schon, dass es sich hierbei um die von Mittag bis Mittag zurückgelegte Strecke handelt. Ich lese das Etmal also am Bordcomputer ab und trage es ins Logbuch ein. Der Wind ist nahezu perfekt. Wir segeln den härtest möglichen Kurs am Wind, das ist gleichzeitig der härteste Kurs für Sissi und ihre Crew. Da der Wind nur drei bis vier Windstärken hat und sich die Welle in Grenzen hält, fahren wir viel komfortabler, als es auf dem Rückweg von Kuba nach Aruba war. Die Luken sind wasserdicht, die haben wir prima repariert. Unsere Batterien platzen vor Strom, der Wassertank ist so voll, dass wir den überschüssigen Strom nicht einmal im Watermaker verheizen können. Die Zubereitung des vakumierten Gemüses ist wirklich einfach, wir sind sehr glücklich mit dieser Strategie. Doch wir sind nicht glücklich.

Erst versuchen wir den ganzen Nachmittag, Barbara wieder auf die Beine zu bekommen. Seekrankheit ist böse. Es ist ja nicht nur so, dass man sich lediglich übel fühlt. Die Nahrungsaufnahme ist ein Problem, die Aufnahme von Flüssigkeit noch mehr. Immer wieder erinnern wir sie daran, dass sie trinken muss. Leider ist es weiterhin so, dass der Eimer ein ständiger Begleiter von Barbara ist. Das einzige verfügbare Mittel gegen Reisekrankheit sind Tabletten, die sich im Magen auflösen. Leider bleiben sie nicht lange genug im Magen drin. Ich fange an, mich mit den Anlaufhäfen in der Dominikanischen Republik und in Puerto Rico zu beschäftigen. Dementsprechend schicke ich auch eine Anfrage an Stefan von der Roede Orm, der uns in Wetterfragen und auch sonst unterstützt.

Jens meldet sich vom Abendessen ab. Ihm geht es ebenfalls nicht richtig gut. Damit hat er für seine Verhältnisse 24 Stunden Verspätung. Normalerweise ist er am ersten Tag krank und dann nie wieder. Mit zwei Kranken an Bord fühle ich mich nicht mehr so richtig wohl. Wir fahren in die Nacht. Den tollen Sternenhimmel kann ich nicht richtig genießen, ich mache mir Sorgen.

Als ich die Mails um Mitternacht abrufe, kommt eine Antwort von Stefan mit der Frage, warum wir nicht nach Aruba zurück fahren. Er hat ja recht. Aruba ist der nächstgelegene Hafen, auch wenn wir dafür knapp 200 Meilen zurück fahren müssen. Die Tatsache sticht mir in den Bauch wie ein Messer. Der Gedanke ist valide und im Prinzip der einzig richtige Gedanke. Ich sitze unter dem Sternenhimmel und denke daran, wie klebrig Aruba wirklich ist. Ich hoffe, dass ich Barbara morgen früh munter im Cockpit sitzen sehe und dass ihre Krankheit ausgestanden ist.

Morgens um 10:30 Uhr werde ich wach. Barbara liegt in ihrem Bett. Jens geht es gut, er hat seine Wache überlebt. Wir besprechen die Situation. Wenn es bis zum Abend nicht besser wird, kehren wir um. Auf dem Rückweg nach Aruba wird sich die Seekrankheit wahrscheinlich in wenigen Stunden legen, weil wir dann nicht mehr am Wind, sondern viel komfortabler vor dem Wind fahren. Außerdem spielt uns die Strömung in die Hände, wir werden zurück wesentlich schneller unterwegs sein. Ich will das nicht. Natürlich freue ich mich darauf, Soraida wieder zu sehen. Sich dann aber innerhalb weniger Tag wieder verabschieden zu müssen, wird eine harte Nummer werden. Also hoffen wir, dass wir Barbara im Laufe des Nachmittags wieder fit bekommen können.

2. Etmal: 85,9 nm

Von Aruba zu den Azoren – Tag 1

Am 1. Mai machen wir Sissi am Vormittag klar zur Abreise. Ich drucke die Crewliste aus, weil ich erwarte, sie gleich beim Ausklarieren benutzen zu dürfen. Es macht keine Laune, die ganzen Namen, Daten und vor allem die Passnummern von Hand in ein Formular einzutragen. Allerdings macht mir Aruba da einen Strich durch die Rechnung, denn die Beamten wollen ihre eigenen Formulare ausgefüllt sehen. Also darf ich bei der Immigration und beim Zoll in zwei ähnlich aussehende Formulare die gleichen Daten eintragen. Irgendwer wird das Gekrakel schon entziffern können. Gegen 15 Uhr verlassen wir den Hafen Barcadera und setzen nach wenigen Minuten unsere Segel, nehmen die Windfahne in Betrieb und sind im Reisemodus. Die nächsten Stunden fahren wir die Küste von Aruba entlang und verlassen dann gemütlich die territorialen Gewässer. Der Wind ist nicht zu stark und auch die Wellen versprechen einen ruhigen ersten Tag.

Nach Sonnenuntergang bin ich alleine unter dem Sternenhimmel, der von Minute zu Minute schöner wird. Die See ist einigermaßen ruhig, der Wind erlaubt uns einen direkten Kurs auf unser erstes Zwischenziel, die Mona Passage zwischen Puerto Rico und Hispaniola. Wir fahren zwar im Schnitt nur mit 4 kn, doch das ist bei dem Wind und angesichts der Gegenströmung ein gutes Tempo. Am Horizont hinter uns ist ein riesiger heller Fleck zu sehen. Selbst die nur schwach leuchtenden Straßenlaternen auf Aruba sorgen für eine ordentliche Lichtverschmutzung am Nachthimmel. Meine Gedanken fliegen zurück zu diesem kleinen, sandigen und staubigen Felsen, der im letzten Jahr so etwas wie eine zweite Heimat von mir geworden ist. Ich denke an Soraida, von der ich mich am Morgen für die kommenden Monate verabschieden musste. Sie fehlt mir, wie gerne hätte ich sie hier an Bord. Doch jetzt müssen wir uns die nächste Zeit in Geduld üben.

Als Barbara um Mitternacht ins Cockpit kommt, um ihre erste Nachtschicht zu übernehmen, bin ich noch guter Dinge. Bislang sind wir ohne Probleme durch die Nacht gekommen. Doch zwei Minuten später hängt sie über der Leereling und entleert erst einmal ihren Magen. Wir stellen gemeinsam fest, dass sie den Tag über zu wenig getrunken und gegessen hat. Jetzt haben wir den Salat. Die erste Reisetablette geht gleich einmal auch über die Reling, die zweite landet wenig später unverdaut in der Pütz. Erst nach einer Bananengabe und etwas Wasser bleibt die dritte Tablette auch drin. Barbara kann sich ein wenig an der frischen Luft im Cockpit entspannen, ich bleibe wach und übernehme die erste Hälfte ihrer Schicht, Jens dann später die zweite Hälfte.

Der Seegang ist gering und ich fliege nicht durch meine Koje. Statt dessen finde ich in der Nacht sehr viel Schlaf und wache am kommenden Morgen erst gegen 10 Uhr auf. Ich finde Jens im Cockpit und Barbara in ihrer Koje. Es sieht auf den ersten Blick so aus, als wäre die Seekrankheit vom Wind weggeblasen worden. Leider freue ich mich zu früh, denn es geht ihr nach dem Aufwachen nicht besser. Also ist die Hauptaufgabe des heutigen Tages, Barbara wieder fit zu bekommen. Wir arbeiten daran.

1. Etmal: 85,3 nm (in 21 Stunden)

Heute ist der Abfahrtstag

Es ist der 1. Mai. Wir sind fertig. Mit der Bevorratung, mit dem Besichtigungsprogramm in Aruba und mit den Nerven. Nach wochenlanger Vorbereitung und verschiedenen Fehlstarts in verschiedene Richtungen geht es jetzt los und wir fahren zurück nach Europa mit Zwischenstopp auf den Azoren.

Barbara füllt unsere Dieselkanister

Unser Tank ist voll. Für die Fahrt von Kuba nach Aruba haben wir ca. 80 Liter Diesel gebraucht, das meiste davon im Windschatten von Haiti. In Kuba hatten wir schon 50 Liter aus unseren Kanistern nachgetankt, die wollten ebenfalls ersetzt werden. Da wir an einem Feiertag abfahren, können wir vor der Abfahrt nicht aus der Zapfsäule direkt tanken. Die Tankstelle hat an Sonn- und Feiertagen geschlossen. Die Menge ist gering und schleppen müssen wir die Kanister auch nicht weit, liegen wir doch direkt neben der Tanke.

Aus dem Kanister wandert es in den Tank von Sissi

Neben dem Futter für unseren Mercedes Dieselmotor brauchen wir natürlich auch Futter für uns. Die Frage, wie man frisches Gemüse am besten aufbewahrt, haben wir für uns schon lange in der Karibik mit “im Kühlschrank” beantwortet. Bei Zimmertemperaturen um die 30°C wird das Zeug ziemlich schnell schlecht.

Unsere Einkäufe, wie wir sie aus dem Supermarkt geholt haben.

Um die Lebensmittel länger haltbar zu machen, haben wir das Vakumiergerät, dass Jens im November mitgebracht hat. Wenn wir also das ganze Gemüse sowieso umpacken, warum sollen wir es nicht vorher klein schneiden und kochfertig machen? Im Hafen schneiden sich die Zwiebeln viel besser und auch die Kartoffeln schälen sich leichter.

Kartoffeln schälen

Nach und nach lichtet sich das Chaos. Wir arbeiten zu dritt fast vier Stunden ununterbrochen, bis wir alle frischen Lebensmittel reif für den Kühlschrank haben. Nun können wir für die nächsten zwei bis drei Wochen auf frische Lebensmittel hoffen. Bislang haben wir mit der Technik nur gute Erfahrungen gemacht. Die Sachen, die wir nach Kuba mitgenommen haben, haben sehr lange gehalten. So lange, bis wir sie aufgegessen haben.

Die ganze Pracht – unsere Lebensmittel für die lange Fahrt

Wenn diese Zeilen erscheinen, sind wir also abgefahren. In regelmäßigen Abständen, im 12 Uhr Mittags und um Mitternacht Bordzeit wird die Position auf unserer “Stalking-Seite” aktualisiert. Wir segeln eine Strecke von ca. 3000 Meilen und werden wohl den ganzen Mai dafür brauchen.

Koningsdag

Sissi ist reif für eine Probefahrt. Nach all unseren Reparaturen und nachdem Jens sie wunderschön in den Farben Schwarz und Rot bemalt hat, müssen wir sie auf Herz und Nieren testen. Soraida kommt mit auf die Probefahrt, schließlich soll sie Sissi auch einmal als Segelboot und nicht nur als schwimmende Wohnung kennenlernen.

Koningsdag. Sissi erstrahlt in Schwarz, Weiß und Rot.

Wir haben den perfekten Wind – meistens. Wir haben die perfekte Welle, nämlich praktisch keine im Lee von Aruba. So erreicht Sissi fantastische Geschwindigkeiten und wir können alle Systeme an Bord unter realen Bedingungen testen. Alles funktioniert wie es soll. Wir sind glücklich. Lediglich die beiden achteren Unterwanten muss ich noch ein wenig nachspannen. Der Rigger hat mir vor ein paar Wochen schon gesagt, dass ich ein Probesegeln machen soll und dabei die Wanten gegebenenfalls etwas straffen muss.

Es ist schön, wieder auf dem Wasser zu sein

Nach sechseinhalb Stunden Probesegeln kommen wir wieder in den Hafen. Es ist Zeit für frische Pastecci und Fischkroketten, die Soraida mitgebracht hat. Sie sind lebensrettend, wir haben alle Hunger.

Wir freuen uns alle über den schönen Tag und dass Sissi in so gutem Zustand ist. Das bringt uns dem Abfahrtstag näher. Ich bin gleichzeitig traurig und fröhlich.

Ostersegeln

Die Wettervorhersage passt perfekt. Am Ostersonntag soll der Wind um ca. fünf Knoten abflauen. Außerdem hat Soraida zwei Tage frei, deswegen verabreden wir uns zu einem gemütlichen Tagestörn. Am Samstag machen Jens und ich Sissi klar zum Segeln. Es ist viel weniger Arbeit als von uns erwartet. Wir waren in den letzten Wochen ziemlich ordentlich, die Werkzeuge und anderen Kram haben wir immer wieder brav dahin zurückgelegt, wo wir die Sachen hergenommen haben. So profitieren wir immer noch von der Ordnung, die wir eigentlich für die Überfahrt nach Guadeloupe hergestellt hatten.

Am Sonntag stehen wir früh auf. Jens kümmert sich um die Plane, die unserem Cockpit den Schatten spendet. Ich will nur kurz den Motor checken. Ölstand, Kühlwasser, Keilriemen – eben der übliche Check, bevor wir den Hafen verlassen. Der geübte Leser dieses Blogs weiß, dass jetzt ein Unglück geschehen wird, welches uns am Verlassen des Hafens hindert.

Kürzlich hatten wir diesen kleinen Wasserschaden. Aus den unter Druck stehenden Wasserleitungen sprühte ein feiner Wasserstrahl lustig gegen den Motor. Wie lange das schon so war, kann ich nicht sagen. Beim letzten Motorcheck vor gut einem Monat, als wir in Varadero den Mast abgenommen haben, ist mir das Problem nicht aufgefallen. Wahrscheinlich hat es aber schon vorher bestanden, ich war nicht gründlich genug. Auf einigen der Riemenscheiben blüht jedenfalls der Rost.

Rost. Kann man nirgendwo brauchen.

Schei*e. Das muss jetzt mal so gesagt werden, denn der Rost hat seine Spuren im Keilriemen hinterlassen. Hier müssen wir erst einmal Arbeit hineinstecken. Wir brauchen einen neuen Keilriemen und die Riemenscheiben müssen entrostet werden, sonst ist dieser sofort wieder zerstört.

Beschädigungen. Nicht vollständig. Es gibt noch mehr kaputte Stellen.

Zum Glück haben wir Ersatz an Bord, denn die Autoteilehändler haben über die Osterfeiertage geschlossen. Schnell schreibe ich eine Nachricht an Soraida, dass wir eine Stunde später starten. Das Handbuch muss her.

Motor Reparaturhandbuch

Ich habe den Keilriemen noch nicht wechseln müssen, deswegen fehlt mir die nötige Ahnung. Der Vorgang selbst ist sehr, sehr einfach und schnell erledigt. Eine Schraube lösen, den Spanner vorsichtig entlasten und dann den alten Keilriemen abnehmen. Wir haben übrigens die Ausführung mit Servolenkung. Was normalerweise die Servolenkung antreibt, bewegt unseren Impeller.

Dann entroste ich mit einer Zahnbürste und Rostentferner die Riemenscheiben, bis sie wieder schön glatt sind und den nächsten Keilriemen nicht mehr zerstören können. Anschließend kommt der neue Riemen an die Stelle des alten, mit dem Spanner wird er nun unter Spannung gesetzt und anschließend startet Jens den Motor. Es wird spannend. War die Reparatur erfolgreich? Können wir jetzt raus fahren? Der Motor kommt in sofort im ersten Startversuch in Gang.

Der kurze Film gibt die Antwort sehr deutlich, wir können nicht losfahren. Der Keilriemen ist einfach zu locker. Er lässt sich bei stehendem Motor eine Handbreit bewegen. Das ist zu viel.

Kommen wir einmal zum schmutzigen Geheimnis des Harald B. aus Aurich, von dem ich Sissi erworben habe. Er hat mir beim Verkauf des Bootes auch die vielen Ersatzteile gezeigt, die er noch an Bord hat. Von Luft-, Öl- und Dieselfilter über Bilgepumpe bis hin zu dem bewussten Keilriemen. Das Geheimnis ist, dass viele der “neuen” Ersatzteile gar nicht neu sind, sondern ihr Leben schon hinter sich gelassen haben. Warum hat er das gemacht? Natürlich darf ich die Schuld nicht einzig und allein auf Harald schieben, ich habe nicht in die Herstellerverpackungen hineingesehen. Meine Unterlassung.

Hinsichtlich der gebrauchten Ersatzteile besteht inzwischen keine Gefahr mehr, denn wir haben sie bis zum heutigen Tag alle verbraucht. Die “neue” elektrische Bilgepumpe hat nach ihrem Einbau sofort den Dienst mit Rauchzeichen quittiert. Dank Charly von der Chapo konnte ich im vergangenen Jahr schnell eine weitere Pumpe bekommen, die jetzt auch zuverlässig ihren Dienst verrichtet. Der “neue” Luftfilter für den Motor war zwar schon gebraucht, sah aber besser aus als der, der seinen Dienst von Holland bis Aruba verrichtet hat. Barbara wird uns aus Deutschland noch einen mitbringen, denn in Aruba war ich bislang vergeblich auf der Suche. Der “neue” Keilriemen kommt gleich in die Tonne. Ich bin zuversichtlich, in Aruba zwei Exemplare kaufen zu können, Soraida kennt alle Autoteile-Händler. Ansonsten müssen wir auf Barbara warten. Die “neue” Ankerlaterne hat beim ersten Ausprobieren einen knallenden Kurzschluss verursacht und flog in den Müll. Der “neue” Impeller war porös und die Flügel ließen sich leicht abbrechen.

Frohe Ostern!

Ich verbringe den Tag mit Soraida im Cockpit. Wir genießen die Snacks, die sie mitgebracht hat. Im Lauf der Zeit vergeht mein Zorn auf mich selbst. Auch wenn Ostern in Deutschland beinahe schon vorbei ist – frohe Ostern aus der Karibik!

Willkommen auf Atlantis

Der letzte Tag unserer Reise. Ich habe uns für ein Zeitfenster zwischen 5 Uhr und 9 Uhr in Atlantis angemeldet, damit der Doktor an die Pier kommen und einen PCR-Test machen kann.

Am Vorabend nehmen wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit das Großsegel herunter, damit wir nicht zu schnell sind. Außerdem ist es eine Sauarbeit, die besser bei Tageslicht erledigt wird. Wir sind gut in der Zeit. Wir fahren eine verkürzte Nachtschicht, denn wir wollen um kurz nach 5 Uhr in den Hafen von Barcadera einlaufen. Als ich um Mitternacht an Jens übergebe, ist alles noch plangemäß.

Um fünf Uhr morgens stehe ich auf, der Bordcomputer zeigt eine besch….. Position. Wir segeln seit fünf Stunden praktisch auf der Stelle, der Wind hat ziemlich zu unseren Ungunsten gedreht. Also entschließen wir uns, den Motor zu starten und die letzten sechs Meilen zu motoren. Das Ingenieurskunstwerk aus Sindelfingen erwacht mit dem üblichen Grollen zum Leben. Wir nehmen die Genua runter, das Getriebe tut seinen üblichen Schlag, als ich den Gang einlege. Der Motor heult auf, als ich Gas gebe. Sonst passiert nichts.

Ruckzuck ist die Genua wieder in Betrieb, wir wären fast rückwärts gegen die einzige Tonne weit und breit getrieben worden. Was wir auch anstellen – der Propeller verweigert die Zusammenarbeit. Nach Atlantis zu kommen ist schwieriger als gedacht. Wir müssen es bis auf den letzten Meter aussegeln.

Um 7 Uhr ist der Einklarierungshafen Barcadera informiert. Um 8 Uhr ist klar, dass aus der Marina ein Dinghi als Schlepphilfe kommt. Um 9 Uhr haben wir den Treffpunkt ausgemacht, den wir jedoch erst um kurz vor 11 Uhr erreichen. Wir segeln hin und her, der Wind lässt nach und die Strömung gewinnt die Überhand. Kurz vor 11 kann uns Hans von der Renaissance Marina endlich in den Schlepp nehmen. Er müht sich redlich und nur knapp kann der 40 PS Motor uns an die Zollpier schleppen. Leinen rüber, festmachen, Schweiß von der Stirn wischen. 68 Meilen, aber eine Stunde fehlt noch bis zum Etmal.

Einklarieren war schnell erledigt, die Menschen sind freundlich und die Zöllner an Bord haben natürlich nichts geklaut. An dieser Stelle soll Schluss sein, wir sind müde und müssen schlafen. Morgen zeige ich ein paar Bilder aus Havanna.