Busfahren auf Martinique

Ich bin begeisterter Motorradfahrer und habe zigtausend Kilometer auf französischen Straßen zurückgelegt. Dabei sind mir immer die Linienbusse aufgefallen, die ich dann mit hoher Geschwindigkeit überholt habe. Blitzblank waren sie immer geputzt, der Lack makellos. Die Klimaanlage brummte hörbar auf dem Dach. Busfahren in Frankreich muss eine tolle, bequeme Angelegenheit sein. Martinique ist Frankreich.

Uferstraße in Le Marin, Martinique auf dem Weg zur Bushaltestelle

Busfahren in Frankreich hat auch Nachteile. Auf dem Land sind die Fahrpläne sehr dünn, nur wenige Verbindungen am Tag erreichen die abgelegenen Dörfer. Es ist oft schwer, an Linienpläne, Fahrpläne und Fahrpreisauskünfte zu kommen. So habe ich es in Frankreich ebenfalls erlebt.

Südfrankreich pur.

Wir finden nach hartnäckiger Recherche im Internet einen Busfahrplan für die Buslinie BKJ, die uns nach Vauclin bringen soll. Auf Martinique gibt es lokale Buslinien, die sind nummeriert. 31, 32, 33, 54 und so weiter. Dann gibt es noch überregionale Buslinien, die haben Buchstaben. F, G, H oder eben BKJ. Um es noch etwas komplizierter zu machen, gibt es die Linien BKJ1 und BKJ2. Der Bus fährt etwa alle vier Stunden, das fühlt sich sehr französisch an. Unser Bus kommt pünktlich, die Klimaanlage funktioniert. Im Gegensatz zu den Bussen auf den vorherigen Inseln hat dieser Bus auch Sicherheitsgurte für die Passagiere – EU-Standard halt. Der Fahrpreis ist mit 2,10€ für die Einzelfahrt nicht überzogen.

Moderner Überlandbus

Nach einer knappen halben Stunde erreichen wir Vauclin. Den Busbahnhof, der vor den Toren der Stadt liegt. Da der Anschlussbus vor 10 Minuten abgefahren ist, laufen wir in den Ort. Es wären sowieso nur zwei Haltestellen gewesen und Anschlüsse oder Vertaktung sind in Frankreich Glückssache. Auch auf Martinique.

Uferpromenade in Vauclin

Beim Spaziergang an der Uferpromenade kommt uns ein Bus der Linie entgegen, mit der wir an einen bestimmten Punkt fahren wollten. So haben wir uns das am Busbahnhof ausgedacht, während wir den Linienplan studiert haben. Die Busfahrerin hält mitten auf der Straße an, sammelt uns ein und erklärt uns, dass sie nur bis zum Bahnhof fährt. Sie lässt uns auch nicht mehr raus, jedenfalls nicht vor dem Busbahnhof.

Also sind wir wieder da. Wir beschließen, mit irgendeiner Buslinie noch eine Überraschungsrunde zu drehen. Während wir unsere Dreiviertelstunde wartend absitzen, bewundern wir den Boxenstopp der Linienbusse. Ein mobiler Werkstattwagen ist vorgefahren.

Betankung an der Endhaltestelle

Unser Bus wird betankt, währenddessen fahren noch mehr Busse vor und sammeln sich um den Werkstattwagen.

Reifenwechsel an der Endhaltestelle

Die Busfahrer sitzen unter dem Baum im Schatten, während das Werkstattpersonal bei dem einen Bus sogar die Reifen wechselt – alle vier Reifen in einer guten Viertelstunde. Die Jungs sollten mal bei der Formel 1 anklopfen. Wenn die bei Linienbussen schon so schnell sind…

Der von uns ausgesuchte Bus fährt uns dann in die Berge. Auf schmalen und schmaleren Straßen geht es höher und höher. Okay, das Ziel heißt auch “La Haut”, was man mit “Die Höhe” übersetzen könnte. Der Ausblick aufs Meer wird wunderschön. Es ist leider ziemlich diesig.

Straße im Landesinneren

Immer wieder fahren wir an einzelnen Häusern vorbei, die entweder einen kleinen Garten oder gleich eine ganze Bananenplantage vor der Tür haben.

Bananen

Wir sehen einen kleinen Einkaufsladen, dort beschließen wir auszusteigen. Sonst haben wir auf unserer Runde keinerlei Läden oder Leben auf der Straße gesehen. Das ist ein großer Unterschied zu Inseln wie St. Lucia oder Barbados. Dort ist immer Leben auf der Straße. Hier ist Frankreich.

Der Hahn ist schon in essfertiger Größe

Aber auch auf Martinique scheint jeder seine Hühner zu haben. Sie laufen auf allen Inseln in jedem Ort auf der Straße herum und gackern.

Einkaufsladen mit Katze

Eine Katze spricht uns an und erklärt uns, wo der Einkaufsladen ist. Sie streicht uns über die Beine und lässt sich sogar hochnehmen. Dann sehen wir, dass es gar keine Katze ist, sondern ein junger Kater. Der Motor läuft auf Hochtouren.

Der Kater hält uns vom Einkaufen ab

Endlich ist es dem Katerchen genug. Wir können unseren in der drückend schwülen Hitze erworbenen Durst im Kaufladen löschen. Lustig, dass die das lokale Bier auf Martinique “Lorraine” nennen. Lothringen. Es schmeckt auch ein wenig wie Kronenbourg.

Lorraine

Als wir gerade mit dem Bier fertig geworden sind, kommt der Bus schon wieder vorbei. Wir hatten gerade mal 70 Minuten Zeit in diesem verschlafenen Nest. Die 70 Minuten haben aber den ganzen Tag aufgewertet.

Für die Rückfahrt nehmen wir wieder die Buslinie BKJ. Diesmal ist es eine BKJ1, wir hatten auf dem Hinweg die BKJ2. Beim Busfahrer löse ich drei Fahrkarten nach Le Marin und bezahle den erwarteten Betrag. Eine halbe Stunde später wirft uns der Busfahrer kurz vor Fort de France raus, er hat Endstation. Ich frage ihn nach Le Marin, er schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. Nach einer weiteren halben Stunde Wartezeit bringt uns dieser Bus dann den ganzen Weg zurück bis Le Marin. Es ist der letzte Bus des Tages (um 17:00 Uhr). Busfahren auf Martinique ist wie Busfahren in Frankreich. Gut gekühlt verlassen wir den klimatisierten Bus und laufen in die Marina.

Endstation Martinique

Vor ein paar Tagen sind wir nach Martinique rübergefahren. Jens und ich haben einen französischen Supermarkt dringend gebraucht. Und für Burti ist hier Endstation. Sie hatte nur vier Wochen Urlaub und muss wieder nach Hause fliegen. Jörg bringt sie mit dem Taxi nach Fort de France zum Flughafen.

Tschüß Burti! Wir hatten eine schöne Zeit.

Der Heimflug wird ein wenig chaotisch. Der Flieger von Barbados nach Frankfurt ist schon ein paar Monate gebucht. Es musste nur der Transport von Burti nach Barbados organisiert werden. Einfach in Martinique einsteigen, in Dominica umsteigen und nach Barbados fliegen. Dumm nur, dass der Flieger dann nach Guadeloupe flog. Diese Zeilen entstehen, während Burti hoffentlich in den Flieger nach Barbados einsteigt.

Wir liegen in einer recht unattraktiven Marina in Le Marin. Die Leute sind sehr nett, die Duschen viel zu warm und der Weg zur Dusche ist weit. Das Ambiente ist jedoch nicht so toll, aber der örtliche Carrefour Supermarkt bietet einen kostenlosten Shuttleservice bis zum Steg. Klasse! Wir haben wieder Camembert und Orangina!

Bojenfeld vor der Marina

Vor der Marina ist ein gigantisches Bojenfeld. Und die Marina ist riesig, sie hat neun Stege. Teilweise liegen die Boote hier aber auch schon sehr, sehr lange. Darüber werde ich zukünftig noch etwas schreiben.

Wrack

Außerdem gibt es inmitten der Bojenfelder auch das eine oder andere Korallenriff. Die sind mit Bojen markiert, in der Nacht kann man aber durchaus Probleme mit der Navigation bekommen. Ich bin froh, dass wir die Anfahrt hier bei Tageslicht gemacht haben.

The Swinging Oven – Folge 2

Für die Fahrt von St. Peter Port nach Roscoff haben wir uns feine Lammsteaks beim Metzger besorgt. Dass ich die auf hoher See in internationalen Gewässern zubereiten kann, steht für mich außer Frage. Die Frage war eher, wie man die Steaks dann isst, wenn sich Sissi in der See, die Steaks auf dem Teller, der Teller auf dem Tisch und die Segler vor dem Tisch bewegen.

Die Entscheidung fiel dann auf Lammgulasch. Lammgulasch kommt in einem Topf, wird auf einem tiefen Teller serviert und man braucht keine zwei freien Hände, um es dann schlussendlich in den Mund zu schaffen.

Bei fünf bis sechs Beaufort und einem Am-Wind-Kurs ist die Herausforderung, Leckeres auf den Teller zu schaffen, einiges höher als bei einer Motorfahrt durch Restschwell. Oder doch nicht? Schaut selbst!

Spaziergang auf den Klippen

Es passiert. Lange habe ich mich davor gedrückt aber jetzt komme ich nicht mehr darum herum. Ich schreibe einen Blogpost. Jörg hat heute Geburtstag und zur Feier des Tages wollen wir nachher lecker essen gehen. Die Wartezeit vertreibe ich mir mit diesem Beitrag. Den kann nur ich verfassen, denn an diesem Tag, in Camaret-sur-Mer, war ich alleine unterwegs um einen Spaziergang auf den Klippen zu machen.

Jörg fotografiert den Schiffsfriedhof

Gemeinsam gingen wir los, vorbei am Schiffsfriedhof und der Promenade. Als es dann Bergauf in die Klippen ging trennten wir uns. Der Weg zum Bahnhof war für Jörg spannender.

Segelclub in der Marina

Auf den Klippen angekommen hatte ich einen super Ausblick auf die Marina. Wer findet Sissi auf dem Foto?

Sissigrafie von den Klippen

Ein schmaler Trampelpfad, der GR34 Wanderweg, schlängelt sich bergauf und bergab durch Brombeersträucher, Heidelbeeren und bunte Blumen.

Klippen mit lila Blümchen

In meiner Wohnung in Frankfurt sind selbst Kakteen verdurstet. Ich habe einfach keinen grünen Daumen und null Plan von Botanik. Die lila Blümchen, wie auch immer sie heißen mögen, haben mir aber gut gefallen.

noch mehr lila Blümchen

Nach einer Weile führte mich der Weg an einen Strand. Es war sehr heiß und ich bekam Lust selbst ins Wasser zu springen. Also machte ich mich auf den Rückweg. Direkt neben der Marina ist auch ein schöner Strand, den ich dann zu später Stunde fast für mich allein hatte.

Badestrand

Am Tag darauf sind wir, wie viele andere auch, auf die Biskaya gestartet. Der Aufenthalt in Camaret war kurz. Ich würde jederzeit wieder hierher kommen um mehr von der tollen Landschaft zu sehen.

Jörg hat mich gerade daran erinnert das unser Tisch gleich reserviert ist. Mir knurrt auch der Magen, also beende ich den Beitrag hier. Vielleicht schreibe ich ja irgendwann nochmal was.

a bientôt Camaret

Nachtrag: Wir sind eben aus dem Restaurant zurückgerollt – RÜLPS!

Geschafft – wir sind um die Spitze herum gekommen!

Wir hatten Seekrankheit an Bord und konnten Seekrankheit durch medizinische Lasagne (mit der Extraportion Fett) vermeiden. Wir wurden extrem durchgeschaukelt bei Motorfahrt über alte Dünung. Uns klingeln die Ohren vom Dieselgedröhn, weil heute aber auch gar kein Lüftchen wehen möchte.

Westlichster Punkt Frankreichs auf dem Festland

Und dann begegnet uns eine Regattayacht, die tatsächlich ihre Segel oben hat und bei sieben Knoten Wind noch segeln kann. Entweder ist Sissi zu dick oder wir sind es. Bei unsere Lasagneverbrauch denke ich, dass wir es sind. Sissi ist nur gut gebaut.

Jetzt haben wir nur noch gut 10 Meilen vor uns und landen in Camaret-sur-mer. Ich freue mich. Die Windvorhersage für morgen ist “Flaute”, ab Übermorgen kommt dann der perfekte Biskaya-Wind. Da rauschen wir nach Spanien herunter, als wäre Sissi eine Rennziege.

Wie vermeide ich Seekrankheit?

Der eine wird seekrank, der andere nicht. Mancher nur manchmal, andere öfter. Woran liegt das? Es ist großteils Veranlagung. Es hängt vom Wetter ab, ich habe schon mehr Menschen bei Windstille kotzen sehen als bei Starkwind.

Rezept gegen Seekrankheit
Abends früh ins Bett, wenig Alkohol.
Ausschlafen.
Gut Frühstücken.
Genug trinken und unterwegs immer wieder essen.

Dieses Rezept hat in den meisten Fällen funktioniert. In vielen Fällen, in denen es nicht beachtet wurde, half am nächsten Seetag nur der Eimer.

Schrödingers Segel

Heute früh standen wir pünktlich um 9 Uhr vor der Tür der Segelmacherei. Zu behaupten, wir hätten dem Segelmacher höchstselbst die Tür aufgehalten, wäre eine Lüge. Er hatte den Laden schon kurz zuvor geöffnet.

Nach der Demonstration des Schadens kam die Bemerkung “c’est très compliqué”. Er erklärte uns, was er alles mit dem Segel anstellen muss. Natürlich haben wir uns die beste Stelle für die ausgerissene Öse ausgesucht. Ob er das Segel noch am selben Tag fertig bekommt, konnte er uns nicht sagen. Es klang eher so, als ob wir uns auf den Folgetag einstellen müssten.

Wir nahmen im Anschluss ein Touristenboot auf die Île de Batz und spazierten über die wirklich sehenswerte Insel. Es gibt dort zwar ein paar Autos, aber die Einheimischen fahren eher mit Motorrollern über die Insel. Die Landschaft ist wunderschön.

Auf dem Rückweg diskutierten wir über die Chancen, ob wir das Segel noch am selben Tag wieder bekommen oder nicht. Da sich die Chancen über den Tag nicht verändert haben und wir erst wissen konnten, ob das Segel repariert ist, wenn wir beim Segelmacher nachgefragt haben, nannten wir das Problem “Schrödingers Segel“.

Schrödingers Segel

Gegen ein paar Euros bekamen wir das reparierte Segel wieder zurück und haben es auch gleich angeschlagen. Nur für eine Abfahrt am Abend waren wir nach unserem Wandertag zu müde. So gibt es noch einmal leckeres, dreigängiges Abendessen mit Fischsuppe, faux-filet de boeuf und Kleinigkeiten aus der Pâtisserie.

Sehr optimistisch stimmt uns die Wettervorhersage für die nächsten Tage. Es sieht so aus, also könnten wir die Biskaya mit perfektem Wind überqueren. Ab Mittwoch oder Donnerstag soll er mehrere Tage konstant aus nördlichen Richtungen wehen. Genau das, was wir brauchen.

Das Großsegel und das Abendessen

Als wir gestern das Großsegel herunter genommen haben, konnte ich den Riss fotografieren. Wir stehen morgen früh um 9 Uhr beim Segelmacher vor der Tür und hoffen, dass es mit zum Mittag geflickt sein wird. Dann können wir am Nachmittag noch losfahren, denn die Wettervorhersage ist hervorragend.

Riss im Großsegel

Am Freitagabend war es uns nur möglich, kurz mit dem Segelmacher zu sprechen. Er hat am Wochenende geschlossen (freut mich für ihn), versprach uns aber schnelle Hilfe am Montagmorgen.

So versuchen wir, den Aufenthalt in Roscoff weiterhin zu genießen. Heute Abend machen wir eine Zwiebelsuppe, anschließend leckere Lasagne und als Nachtisch wartet schon eine Honigmelone auf uns. Gestern gab es Fischsuppe, gegrillte Lammkoteletts und Honigmelone zum Nachtisch. Wir passen uns an Frankreich an und essen mehrgängig.

Endlich hat der Supermarkt wieder richtiges Obst und Gemüse, das nicht tiefgekühlt ist. Endlich gibt es wieder Auswahl. Man kann an schlimmeren Orten auf den Termin beim Segelmacher warten.

Auf dem Sprung

Bienvenue en France. Wir sind wieder auf der anderen Seite des Englischen Kanals angekommen. Wir sind im Land des guten Essens, der zivilisierten Sprache und des leckeren Weins. Wir sind in Frankreich.

Unser heutiger Segeltag von Roscoff nach Roscoff

Das habe ich doch schon einmal geschrieben, ich habe gerade ein Déjà-écrit. Wir sind doch heute losgefahren. Und wir sind heute wieder in Roscoff.

Das alles fing ganz prima an. Gestern haben wir mit der Wettervorhersage und den Stromkarten gearbeitet. Wir haben uns die optimale Abfahrtszeit ausgerechnet, um von Roscoff aus die Küste der Bretagne nach Westen abzusegeln, Kap Finistère zu umrunden und dann in den Hafen von Camaret-sur-Mer einzulaufen. Das wäre ein großer Schritt auf dem Weg nach Spanien gewesen, denn die hier meist westlichen Winde hindern uns am Vorankommen.

Noch in der Marina haben wir das zweite Reff in unser Großsegel eingebunden, denn es war starker Wind von 25 Knoten vorhergesagt. Der sollte dann im Laufe des Tages etwas stärker werden (bis 30 Knoten) – deswegen brauchten wir das zweite Reff. Frohen Mutes legten wir ab, genossen auf See zunächst einmal frisches Baguette mit einer Pâté de Lapin und erfreuten uns an acht bis neun Knoten Geschwindigkeit über Grund.

Die Freude hielt jedoch nicht lange an. Der Wind wurde viel schneller stärker, als wir das erwartet haben. Der Wind drehte auch zu unseren Ungunsten, was die Wetterfrösche für den Abend vorhergesagt haben. Am Abend hätten wir das für die Kursänderung nach Süden hin gebrauchen können, am Mittag war es nur lästig. Fünf bis sechs Meter hohe Wellen gestalteten die Reise anstrengend. Plötzlich rief Jens “das Groß ist am Arsch!!!”

Wir haben einen ca. 20 Zentimeter langen Riss im Großsegel, ein Reffbändsel hat seine Öse aus dem Segel gerissen. Nnngrrrmgrrrrn.

Die Entscheidung war einfach. Entweder weiter segeln bis Brest und irgendwie hoffen, dass wir dort einen Segelmacher finden. Während dessen würde der Riss im Groß sicher nicht wieder kleiner werden. Also wendeten wir und fuhren zurück nach Roscoff. Dort gibt es direkt am Hafen einen Segelmacher. Bei der Einfahrt nach Roscoff blies uns der Wind dann mit 45 Knoten entgegen. Da hat sich der Wind mal wieder nicht an die Vorhersage gehalten.

Wenn morgen der Wind wieder nachlässt, werden wir das Segel herunter nehmen und am Montag nähen lassen. Ich habe schon mit dem Segelmacher gesprochen, das ist eine Kleinigkeit und wird schnell gemacht. Nach vier Stunden Segeln haben wir heute also genau keine Meile in Richtung Spanien gut gemacht.

Erinnerungen an Guernsey

Nach einem opulenten Abendessen hier auf der Sissi habe ich mich noch ein paar Minuten hingesetzt, um die Fotos der letzten Tage zu sichten und schönere Exemplare ins Blog zu stellen. Dabei habe ich die Tage in Guernsey bearbeitet, in denen wir darauf gewartet haben, dass der Wind ein wenig abflaut und die Reise nach Frankreich komfortabler wird.

Starker Wind lässt die Wellen an den Felsen brechen

Im Radio hören wir über eine wacklige WLAN-Verbindung die Übertragung des Spiels von unserer Eintracht gegen Vaduz (Rückspiel Qualifikation Euroleague). Es sind wieder einmal Tiefdruckgebiete über dem Atlantik unterwegs und wir hoffen, dass wir morgen zumindest ein Stück auf unserer geplanten Route zurück legen können.

In einer ähnlichen Wartephase haben wir auf Guernsey zwei tolle Ausflüge gemacht. Einmal an den Stausee der Insel, der der Trinkwasserversorgung dient, und einmal an den westlichsten Punkt der Insel mit einem kleinen Naturpark und tollen Klippen. Dabei ist auch das obige Photo entstanden.