Sie sind unterwegs!

Heute sind Daphe und Gentoo in Richtung Madeira bzw. den Kanaren gestartet. Wir wünschen euch eine gute Reise und feinen Wind aus der richtigen Richtung. Die Windvorhersage sieht gut aus, wir würden dieses Wetterfenster wohl auch nutzen, wenn wir so in Eile wären. Als Teilnehmer der ARC müssen sie zur rechten Zeit in Las Palmas sein.

Leerer Liegeplatz

Damit sind wir mal wieder eines der langsamsten Boote. Die Fairytale ist uns davon gefahren und auf dem Weg ins Mittelmeer. Also werden wir Karma wahrscheinlich nicht mehr sehen. Die Milena Bonatti ist schon auf Gran Canaria. Wo sich die Tonic und die Cosa aufhalten, wissen wir nicht.

Wir sind nicht zum Ankern rausgefahren, weil heute die Roede Orm nach Lagos in die Marina kommt. Wir fahren morgen und freuen uns auf das Wiedersehen heute Abend.

Inzwischen frage ich mich nicht mehr, ob wir zu langsam sind. Wir sind genau so schnell, wie wir sein sollen und wollen. Wir fahren mit dem richtigen Tempo. Wir fahren mit unserer Geschwindigkeit und werden die Boote wieder treffen, die nicht ins Mittelmeer abgebogen sind. So viel ist sicher. Wir wissen nur noch nicht, wo und wann das sein wird.

Trübe Aussicht

Wir verschweigen nichts. Wir berichten live von unserer Segelreise. Wir setzen alles daran, Neid bei euch zu Hause in Deutschland zu erzeugen. Und jetzt das. Es gießt aus Eimern.

Regen in Lagos

Schon in Sines hatten wir ordentlichen Regen. Da kam er allerdings in der Nacht, hat uns ein wenig überrascht und für sehr viel Nässe im Schiff gesorgt. Jetzt haben wir in Lagos schon wieder Regen. Hat Wikipedia etwa recht? In Portugal soll von Oktober bis März die regenreichste Zeit sein. Das stimmt offenbar. Es regnet und das nicht zu knapp.

Wir sind ein wenig unmotiviert und haben heute Sissi noch nicht verlassen. Statt dessen haben wir aufgeräumt, gründlich geputzt und polieren jetzt das Blog bzw den Instagram-Account.

Flüssiger Sonnenschein

Gestern hörten wir zuerst das Eintracht-Spiel gegen Leverkusen im Radio. Beim 3:0 Heimsieg konnten wir oft genug unseren Torjubel in der Marina verteilen. Anschließend hatten wir, die Sissis, einen schönen Abend mit den Gentoos (Danny, Marc und Mathilda), den Daphnes (Uta und Michael) und der Zora (Susanne) auf der Gentoo. Eine schöne Runde. Das Cockpit der Gentoo war wegen Überfüllung fast schon geschlossen.

Der Abend brüllt fast nach einer Wiederholung, doch Wiederholungen gibt es im Leben nicht. Morgen starten die Gentoos Richtung Kanaren, die Daphnes wollen vorher noch nach Madeira und wir suchen uns eine schöne Ankerbucht. Außerdem soll der Regen morgen durch sein.

Regenbogen

Zora in Lagos

Wir haben die Einhandseglerin Susanne erstmals in Camarinas getroffen. Dort hatten wir nur einen kurzen Kennenlern-Kontakt, denn Jens und ich sind am Folgetag aus Camarinas weggesegelt.

Jetzt haben wir Susanne in Lagos wieder getroffen. Inzwischen ist viel passiert. Sowohl Susanne als auch wir haben unsere Erfahrungen an der spanischen und portugiesischen Atlantikküste gemacht.

Susanne hat sich nach gründlichem Überlegen dazu entschieden, ihre Reise nicht weiter auf einem Segelboot fortzusetzen, sondern möchte auf die Straße in einen Bulli wechseln. Außerdem soll das Schiff verkauft werden. Wer alleine von Holland nach Portugal segelt und dort diese Entscheidung trifft, macht das nicht ohne triftige Gründe.

SEGELBOOT ZU VERKAUFEN
Als Verkaufsförderung möchte ich an dieser Stelle die Anzeige verlinken. Das Boot ist eine sehr gut gepflegte Dehler Optima 101 und liegt in Lagos in der Marina. Es hat für ein bis zwei Personen die ideale Größe und ist komplett ausgestattet für Langfahrt.

Zora – zu verkaufen!

Susanne, wir hatten einen tollen gemeinsamen Abend. Wir wünschen viel Erfolg beim Verkauf des Bootes und bei der Fortsetzung der Reise auf vier Rädern.

Chapo in Sines

Dieser Beitrag hat nichts mit Drogen zu tun. Er handelt vom Segeln, von Langfahrtseglern.

Der erste Kontakt war ziemlich skurril. Ich hatte uns gerade beim Hafenmeister angemeldet und wollte noch kurz einen Blick in die Duschen werfen. Dort traf ich einen Deutschen, der sich gerade am abtrocknen war. Es entwickelte sich ein Gespräch zum Thema AIS. In der Dusche.

Zwei Tage später machten wir dann noch einmal offiziell Bekanntschaft. Wir waren beeindruckt von Jutta und Charly. Die beiden haben ihren Wohnsitz komplett auf das Segelboot verlegt – so wie wir auch. Die beiden wollen um die Welt fahren – so wie wir auch. Die beiden sind vor dem Bootskauf noch nie gesegelt. Jeder hat ihnen erzählt, dass sie sich auf ihrem Törn umbringen werden. Doch haben sie es von der Ostsee bis nach Portugal geschafft.

Chapo in Sines

Für eine Fahrt in die Karibik und nach Südamerika ist der Schiffsname, der sich aus Vor- und Nachname des Eigners zusammen setzt, mutig gewählt. Jutta und Charly fliegen jetzt erst einmal nach Deutschland, um ihren neu geborenen Enkel zu sehen. Anschließend setzen sie die Fahrt auf die Kanaren fort. Wir freuen uns darauf, sie dort wieder zu treffen. Wir schätzen ihren Humor und ihre freundliche, gewinnende Art sehr.

Chapeau Chapo!

Tonic in Oeiras

Nein, kein Getränk. Ein Segelboot aus Oslo. Die Tonic ist uns schon in Leixoes begegnet, da lag sie am Steg gegenüber. Wir haben sie wahrgenommen. Da hinten eine norwegische Flagge weht, sahen wir uns nicht zu einer Kontaktaufnahme genötigt. Wenn eine deutsche Yacht in einen Hafen kommt, gehen wir zumeist auf einen kleinen Schwatz dorthin.

Anschließend ist uns die Tonic in Peniche begegnet. Sie lag am anderen Steg – fast direkt neben David, dem ungarischen Solosegler unter niederländischer Flagge.

Jetzt ist uns die Tonic wieder begegnet – in Oeiras. Es handelt sich um eine Maxi 106, also eine kleine Schwester von Sissi, die zwei Jahre jünger ist. Die Crew von der Tonic ist auch sehr Jung, eine Gruppe von vier jungen Norwegern Mitte 20 bildet die Eignergemeinschaft. Sie haben sich am ersten Abend durch laute Musik in der Boxengasse eingeführt. Unser Bootsnachbar griff zu einem Megafon und versuchte, die Musik durch Gebrülle zum Verstummen zu bringen. Auch die im Megafon eingebaute Sirene brachte nichts.

Jens und ich haben uns dann lieber auf die Tonic eingeladen und wurden freundlich aufgenommen. So tauschten wir bis spät in die Nacht Geschichten und Erlebnisse. Ein paar Tage später kam es zu einem Gegenbesuch. Jungs, das waren zwei schöne Abende!

Tonic aus Oslo in Oeiras

Wir werden die Jungs von der Tonic wohl noch öfter wieder sehen, denn genau wie wir wollen sie über Madeira zu den Kanaren fahren und anschließend den Atlantik überqueren.

Abfahrt der Tonic in Oeiras

Sie haben Oeiras inzwischen verlassen und sich auf den Weg in Richtung Süden gemacht. Wir werden in ein paar Tagen die Fährte aufnehmen und folgen. Wir schauen seit einigen Monaten auf Youtube die Videos einer Gruppe junger Leute, die sich Segeljungs nennen. Das Kennenlernen fühlte sich so an, als wären wir in einer Offline-Segeljungs-aus-Norwegen-Gruppe gelandet (ich meine die alten Videos von der ersten Atlantiküberquerung).