Der Countdown vor der Abfahrt

Wenn wir irgendwo fest gemacht haben, dann ist das Boot richtig fest. Das ist nicht wörtlich gemeint, jedes Boot braucht am Steg eine gewisse Bewegungsfreiheit. Sonst ist das nicht gut für die Leinen, die Klampen und die Nerven der Besatzung. Ich meine den Umbau der mobilen, segelnden Sissi zu einer Ferienwohnung im Hafen und wieder zurück. Das ist zwar inzwischen alles Routine, es strengt jedoch an und deswegen machen wir das nur, wenn es sich lohnt oder wenn wir den alten Ort gründlich satt haben. Manche Orte entwickeln darüber hinaus gewisse Klebekräfte, die einen zusätzlich festhalten.


Oft liegen wir lange an einem Ort. Wenn es dann endlich weiter gehen soll, findet in unseren Köpfen und auch in der Realität ein Countdown statt, der mindestens mal so genau durchexerziert wird, wie beim Start einer Rakete in den Weltraum. Meistens jedenfalls.

Borduhr

-86400 Sekunden
Einen Tag vor der geplanten Abfahrt prüfen wir das Wetter noch einmal. Eigentlich prüfen wir das Wetter ständig, vor der Abfahrt machen wir es aber noch viel öfter. Wir schauen, welche Vorräte noch ergänzt werden müssen und kaufen diese dann ein. Natürlich vergessen wir dabei immer wieder wichtige Dinge im Laden, das können wir irgendwie nicht verhindern. Selbst wenn wir den Einkauf gut planen und einen Einkaufszettel schreiben, vergessen wir den Zettel an Bord.

-43200 Sekunden
So zwölf Stunden vor der geplanten Abfahrt räumen wir auf. Selbst wenn Sissi erst seit zehn Minuten am Steg liegt, verteilen sich Gegenstände durch das Schiff, die alle wieder an ihrem Platz geräumt werden wollen. Liegen wir länger, wird es immer schlimmer. Wir sind nicht die einzigen, denen es so geht, dieses Problem haben alle. Sollten wir noch ein Brot brauchen, backen wir noch ein Brot. Manchmal kochen wir Essen auf Vorrat, manchmal planen wir Mahlzeiten, die wir auf See zubereiten wollen. Das kommt darauf an, ob wir nur einen kurzen Törn von weniger als 24 Stunden Dauer oder einen längeren Schlag von mehreren Tagen vor haben.

-7600 Sekunden
Zwei Stunden vor der geplanten Abfahrt fangen wir so langsam an, Sissi richtig seeklar zu machen. Wir bringen den Müll zum Müllcontainer. Oft duschen wir noch einmal. Geschirr wird noch weggespült und weggeräumt. Die Luken werden verschlossen, Wäsche eingesammelt und verräumt. Wir haben ein kritisches Seeventil, das muss geschlossen werden. Außerdem hängt da oft noch die Sonnenschutzplane über dem Baum, die will abgenommen, gefaltet und verstaut werden.

-3600 Sekunden
Eine Stunde vor der geplanten Abfahrt sammeln wir das Stromkabel für den Landstrom ein und verstauen es. Wir fangen an, die Leinen, die Sissi am Steg festhalten, so umzubauen, dass wir sie vom Boot aus mitnehmen können. Wir verabschieden uns von den Nachbarn. Ggf. wird noch ein Reff ins Großsegel eingebunden. Regelmäßig prüfen wir den Motor (Motoröl, Kühlmittel, Keilriemen) vor der Abfahrt.

-300 Sekunden
Ein paar Minuten vor der Abfahrt starten wir den Motor. Der darf schon etwas brummen, bevor wir Leistung von ihm fordern.

-60 Sekunden
Wir machen die Leinen los. Eine, noch eine, noch eine und noch eine. Lediglich eine Leine hält uns zum Schluss. Oft müssen wir schon jetzt einen Gang einlegen, das Getriebe einkuppeln, denn mit einer Leine ist die Situation nicht mehr stabil.

-10 Sekunden
Ein letzter Rundumblick, sind andere Boote im Weg? Können wir aus der Box heraus fahren?

-9, 8, 7, 6…. 3, 2, 1, 0 Sekunden
Die letzte Leine ist los, wir bewegen uns.

+60 Sekunden
Jetzt werde die Fender und Leinen verstaut. Derweil brummt der Diesel und schiebt uns raus aufs Meer.

+300 Sekunden
Wenn alle Fender und alle Seile verstaut sind, kommt die Gewissensfrage: Reicht der Wind? Dann ziehen wir die Segel hoch. Reicht der Wind noch nicht aus, brummt der Motor erst einmal weiter. Wir bemühen uns immer, nur dann aus dem Hafen zu fahren, wenn wir auch brauchbaren Wind erwarten.

+1800 Sekunden
Die Segel sind oben und der Motor wird gestoppt, das Schiff läuft auf dem elektrischen Autopiloten und die Windfahnensteuerung muss justiert werden. Ist das erledigt, schalten wir den elektrischen Autopiloten ab und fahren unter Windsteuerung.

+2143 Sekunden
Schon fertig! So schnell und einfach geht das. Dann segeln wir und können das theoretisch unendlich lange tun. Wir können jede Entfernung zurücklegen, weil unser Treibstoff nie ausgeht. So fühlt sich echte Freiheit an. Wir machen einen Sprung von ein bis vier Tagen Dauer und haben einen neuen Stellplatz für unser Wohnmobil.

Beim Anlegen läuft alles in umgekehrter Reihenfolge, nur holen wir uns keinen frischen Müll aus dem Container. Den produzieren wir selbst. Der Countdown zum Anlegen ist wesentlich kürzer. Je schneller wir fertig sind, desto schneller haben wir das verdiente Anlegerbier in der Hand.


Dann sind wir wieder fest. Für ein paar Tage. Oder für ein paar Tage mehr.

Langsam, aber so richtig langsam

Nach einem schönen Tag und einer weiteren Duschorgie in Sines haben wir um 20 Uhr die Leinen losgemacht und sind in Richtung Lagos gestartet. Dort hatten wir eine Reservierung in der Marina für den Folgetag, die uns Marc von der Gentoo besorgt hat. Es war wohl der letzte Platz, der zu bekommen war. Danke, Marc!

Wie vorhergesagt setzte der Wind gegen 21 Uhr ein. Wir stoppten den Motor und segelten auf einem fast idealen Kurs die Küste entlang. Zunächst jedenfalls. Es war wenig Wind und wir liefen nur mit drei Knoten, doch immerhin konnten wir segeln.

Unser Weg nach Lagos

Wir segelten die ganze Nacht durch bis um 10 Uhr am folgenden Morgen. Das sieht man schön auf dem obigen Bild. Der Wind drehte zu unseren Ungunsten (war nicht so vorher gesagt) und nahm nicht an Stärke zu (was vorhergesagt war). Mal wieder war der Wind also ein unsteter Geselle. An der Stelle, wo die Zickzacklinie aufhört und die gerade Motorlinie nach Süden beginnt, hatten wir uns lediglich 20 Meilen von Sines entfernt, sind aber dafür 14 Stunden unterwegs gewesen. Das ist echt so richtig langsam.

Das Cabo Sao Vicente wollte und wollte nicht näher kommen. Also warfen wir unsere guten Vorsätze über den Haufen und starteten den Motor wieder. Der brachte uns dann in 10 Stunden die restlichen 55 Meilen nach Lagos. Ich möchte gar nicht an den guten Diesel denken, den wir hier verschleudert haben. Wir hätten auch noch zwei Tage lang die Brauerei in Sines besuchen können und dort auf besseren Wind warten. Haben wir aber nicht, wir sind in Lagos.

Leuchtturm am Cabo Sao Vicente

Kurz vor dem Sonnenuntergang passierten wir das Cabo Sao Vicente. Die Felsen sind beeindruckend und die Wassertiefe gibt es her, dass man hier ganz dicht heran fahren und fotografieren kann.

Cabo Sao Vicente

Ebenfalls beeindruckend war das Wasser, das durch die Gegend spritzt, wenn es in den Löchern und Höhlen an den Klippen einschlägt.

Natürlich haben wir es nicht mehr vor 19 Uhr bis nach Lagos geschafft, konnten also nicht in die Marina einfahren. Vor der Marina ist eine Fußgänger-Klappbrücke, die nur zu den Öffnungszeiten des Marinabüros bedient wird. Wir übernachteten also am Wartepontoon und haben selten so ruhig geschlafen. Am nächsten Morgen kamen wir dann in den Hafen hinein.

So langsam sind wir noch nie gesegelt.

Atlantik bei Vollmond

Gegen Mittag sind wir in Oeiras gestartet, haben einen einigermaßen kitschigen Sonnenuntergang und den Klassiker “Reste von gestern” genossen und fahren in Richtung Sines.

Zum Klassiker muss ich aber noch ein paar Worte schreiben. Jens ist bekanntermaßen unheilbar lasagnesüchtig. Ich kann manchmal ein wenig Abwechslung auf dem Teller gebrauchen. Deswegen überlege ich mir, wie ich andere Gerichte in Form einer Lasagne servieren kann. Hilft allerdings nicht viel.

Lasagne Portuguese – in Portugal zubereitet

Ich habe ein Blumenkohl-Kartoffelgratin zwischen Lasagne-Nudelplatten gepackt. Es war sehr lecker. Jens meinte hinterher, es würde wie Kleister im Magen liegen. Er hat halt zugeschlagen, als würde er eine echte Lasagne essen.

So viel zu den Resten von gestern. Wir sind bei schwachem Wind aus dem Hafen motort, konnten nach einer halben Stunde die Segel setzen und zwei Stunden später in Richtung unseres Ziels wenden. Hält sich der Wind an die Vorhersage, kommen wir morgen kurz nach Sonnenaufgang in Sines an. Es gibt dort leider keine Straßenbahn.

Atlantik bei Nacht im Vollmond

Während meiner Wache geschieht zunächst nicht viel. Der Wind nimmt ein wenig zu, wir werden schneller. Das ist in etwa so, wie es vorhergesagt war. Noch passt unser Plan zum Wetter. Mal sehen, wie viele Motorstunden am Ende noch dazu kommen. Die Windfahne hält uns sauber auf Kurs, auf unserem Track sieht man schön, wie das Cabo Espichel den Wind gedreht und damit unsere Kurslinie geändert hat. Leider ändert sie sich gerade zurück und wird damit ungünstiger.

Irgendwann sehe ich einen Frachter auf dem AIS, der uns schon eine Weile aufs Korn nimmt. Irgendwie will der Kapitän genau da hin, wo wir auch hinfahren. Aber das passt schon. Letztendlich fährt der Frachter 250 Meter vor uns durch. Keine Probleme.

Der Frachter

Insgesamt wieder eine angenehme, ruhige Überfahrt, obwohl wir einen Kurs hoch am Wind fahren. Das ist die Art von Kursen, die normalerweise reichlich anstrengend sind. Doch noch hält sich die Welle in Grenzen. Wir gleiten durch das dunkle Wasser.

Ich staune, wie weit draußen hier das Internet noch funktioniert. Das sind schon einige Meilen von Sissi bis zum nächsten Funkmast. Das beeindruckt mich – deswegen blogge ich auch live von der Überfahrt. Unsere Position ist derzeit 38°16’N 9°07’W. Es ist Mitternacht.

UPDATE:
Es ist jetzt gut 12 Stunden später. Mir fällt auf, dass ich gestern Nacht vergessen habe, den Screenshot vom Navigationscomputer in diesen Beitrag zu packen. So schön die Segelei in der Nacht ist, manchmal bin ich um die Zeit ein wenig unaufmerksam.

Mitternacht auf dem Weg nach Sines

Ich finde, man sieht auf dem Bild sehr schön, wie der Wind am Kap umgelenkt wird und wie dadurch unser Kurs beeinflusst wird. In Vor-Windfahne-Zeiten haben wir in diesen Situationen immer am Autopiloten nachgeregelt bzw. an den Segeln gezupft. Jetzt machen wir gar nichts mehr – ein echter Komfortgewinn.

Wir haben letztendlich um 9:57 Uhr die erste Leine mit dem Steg verbunden. Die GNR war um 10:13 Uhr da und hat Formulare ausgefüllt. Dann war ich von 10:28 Uhr bis 10:57 Uhr beim Hafenmeister, es wurden dieselben Daten in andere Formulare geschrieben. Anschließend habe ich noch einen Blick in die Duschen geworfen – ein wahrer Tempel. Die besten Duschen seit Belfast. Und das für nur 16,31€ pro Nacht. Wenn jetzt der Ort noch schön ist, könnte ich schwach werden. Doch die Windvorhersage für morgen ist ziemlich gut. Mal sehen, wie sich der Aufenthalt hier entwickelt.

Blick vom Heck der Sissi nach Sines

Fahrt auf keinen Fall nach Peniche!

Der Hafen ist schrecklich. Es gibt dort ganz schlimmen Schwell von den Fischerbooten. So wurde es uns gesagt. Wir hatten es sowieso nicht vor, denn wir wollten ja nach Lissabon.

Abschied nach drei Wochen
Also liefen wir gegen 15:30 Uhr in Porto aus und konnten gegen 17:30 Uhr die Genua ausrollen. Der Wind hat sich einigermaßen an die Vorhersage gehalten, nur die Windstärke war suboptimal. Es war fast schon zu wenig Wind, doch Sissi fuhr in der weiten Atlantikdünung immerhin mit vier Knoten.

Sonnenuntergang

Auf dem Weg durch die kurze Abenddämmerung erfreuten wir uns an einem der kitschigsten Sonnenuntergänge des gesamten Segeltörns. Weniger erfreulich war, dass unter den langen Atlantikwellen immer wieder in regelmäßigen Abständen so “Drecksäcke” sind, die das Schiff komplett herum drehen und die Genua schlagen lassen, dass Sissi von vorne bis hinten durchgeschüttelt wird. Man kann diese Wellen irgendwie gar nicht kommen sehen, sie passieren einfach. Da hilft auch die Windsteuerung nichts, wahrscheinlich könnte der elektrische Autopilot früher dagegen steuern, weil er die Drehung des Schiffs schneller mitbekommen. Es liegt zum großen Teil aber auch daran, dass der Wind so schwach war.

Nächtlicher Segelgenuss
In der Nacht wurde es besser, der Wind frischte auf und wir zogen teilweise mit fünfeinhalb Knoten das sprudelnde Kielwasser hinter uns her. Über uns war der perfekte Sternenhimmel. Es war absolut wolkenlos bei Neumond, einen so schönen Sternenhimmel sieht man nur selten. Ich habe in meiner Wache mal für ein paar Minuten die gesamte Beleuchtung ausgeschaltet, denn das Hecklicht überstrahlt doch so manchen Stern. Gigantisch.

Der folgende Fahrtag zog sich so dahin. Wir haben die Segelei genossen, es war auch am Tag eine angenehme, ruhige Fahrt. Der Wind blies uns aus dem Norden in die Genua und wir sahen Meile um Meile der Entfernung zum Ziel verschwinden. Das Etmal lag leider nur bei 93 Meilen, wir waren in den ersten Stunden einfach zu langsam.

Im Laufe des Nachmittags nahm das Schlagen der Genua allerdings wieder zu. Teilweise hatten wir nur noch sieben bis acht Knoten Wind. Damit steht die Genua kaum noch.

Unser Weg nach Peniche

Hauptantrieb schwächelt
Der Wind kam aber nach ein oder zwei Stunden wieder, wenn auch in nur geringer Stärke. Irgendwann waren wir wieder so nahe an der Küste, dass wir eine aktuelle Wettervorhersage herunterladen konnten. Der Wind sollte in ein paar Stunden endgültig einschlafen. Wir wollten den Rest der Strecke nach Lissabon nicht mit dem Motor zurücklegen.

Sissi in Peniche

So hielten wir in der Nacht dann Kurs auf Peniche und konnten bis fast vor die Hafeneinfahrt segeln. Innerhalb der nächsten beiden Stunden war der Wind dann auch völlig weg. Um 0:30 Uhr liefen wir in den Hafen ein, suchten die Marina in der Dunkelheit und sahen zunächst keine Parklücke am Gästesteg. Einige lagen schon im Päckchen, das wollten wir um diese Uhrzeit aber niemandem zumuten. Nur, wenn gar nichts frei ist.

Wir fanden aber einen freien Platz, machten fest und legten uns erst einmal aufs Ohr.

Portugiesische Bürokratie
Nach dem Ausschlafen nahm ich mir den dicken Ordner, in dem sich die gesamten Unterlagen zum Schiff befinden, und ging zum Hafenmeisterbüro. Am Sonntag war dieses laut Aufschrift jedoch nur bis 10 Uhr geöffnet. Wer sich am Sonntag anmelden möchte, darf einen kleinen Spaziergang von eineinhalb Kilometern (einfacher Weg) machen.

Sonntagsspaziergang

Da ich schon einmal auf dem Weg war und die Anmeldeprozedur hinter mich bringen wollte, spazierte ich los. Hinterher habe ich mich ein wenig geärgert, nicht das Fahrrad genommen zu haben. Es lief beim Sicherheitsdienst erfreulich unbürokratisch und schnell, das hat mich erfreut. Unser Liegeplatz sei kein Problem, wir könnten da liegen bleiben. Die Marinagebühren könnte ich am folgenden Tag beim Hafenmeister bezahlen.

Ich bekam den Schlüssel für Toilette und Dusche. Leider gibt es in Peniche kein Hafen-WLAN (dazu später mehr) und die elektrische Tür am Eingang zur Marina ist defekt. Man muss fest dagegen drücken, dann bewegt sie sich ein kleines Stück und man kann um die Ecke greifen und den Knopf für den elektrischen Öffner drücken. Der Sicherheitsdienst-Mann am Eingang des Fischhafens beendete seine ausführlichen Hinweise danach mit den Worten “welcome to Peniche”.

An Bord der Sissi fand ich Jens noch schlafend und habe uns erst einmal einen schönen Morgenkaffee gemacht.

Im Laufe des Nachmittags haben wir uns von den umliegenden Restaurants Wifi-Codes besorgt und probierten diese an Bord aus. Irgendwie musste eine Verbindung zum Internet hergestellt werden. Wir waren so schrecklich offline.

Welcome to Peniche
Dann hämmerte es plötzlich an die Bordwand. Ein Mann mit einer Kassierer-Umhängetasche stand auf dem Steg und erklärte uns, dass wir an einem privaten Steg liegen. Hä?

Wir hätten am Steg des Yachtclubs und nicht am Steg der Marina festgemacht. Jetzt sollen wir zahlen. Da ich uns schon in der Marina angemeldet hatte, wollte ich nicht Gefahr laufen, doppelt zahlen zu müssen. Also bot ich an, dass wir den Platz verlassen und uns aus dem Yachtclub in die Marina verlegen.

Es entspann sich eine skurrile Diskussion und letztendlich haben wir uns nicht bewegt, zwei Nächte im Yachtclub bezahlt (ist der gleiche Preis) und warten nun, was da noch passieren wird. Den Hafenmeister haben wir nie in seinem Büro gesehen. Welcome to Peniche.

Wir liegen hier übrigens angenehm ruhig.

Segeln ist langweilig

Mal wieder bin ich derjenige, der die erste Wache in der Nacht hat. Jens schläft unten und ich versuche, so lange wie möglich durchzuhalten, bevor ich ihn wecke. Wecken werde ich ihn frühestens um 2:30 Uhr, so habe ich es ihm versprochen.

Der AIS-Bildschirm ist leer, den letzten Fischer habe ich vor einer Stunde gesehen. Ich fühle mich echt versucht, in einer solchen Stunde vor dem Fernseher sitzen zu bleiben und mir einen Film nach dem anderen reinzuziehen. Das wäre aber nicht gut. Ich gucke also immer mal wieder raus in die Umgebung.

Dabei fällt mir beim spielen mit dem Handy auf, dass dieses einen Nacht-Foto-Modus hat. Den probiere ich einmal aus:

Nacht auf der Nordsee

Das Foto ist kurz nach Mondaufgang um 1:30 Uhr in der Nacht entstanden, auch hier im Norden eine dunkle Stunde. Ich bin verblüfft. Am Horizont sieht man die Lichter von einigen Bohrinseln. Die Belichtung hat mehrere Sekunden gedauert, anscheinend legt das Handy mehrere Bilder übereinander und macht daraus dann ein recht gutes Ergebnis. Das könnte meine “gute” Digitalkamera nicht leisten. Wow.