Iguana Iguana – der Film

So. Jetzt ist er fertig. Der kleine Film über die Iguanas. Vor allen Dingen wollte ich mich mit diesem Film an das Thema Videoschnitt heranwagen. Er ist nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe, aber er ist um Klassen besser als alle bisherigen Versuche.

Es ist faszinierend, den kleinen Drachen beim Fressen zuzusehen. Oder beim Kämpfen. Oder beim Sex. Ich habe in einem riesigen Freiluft-Terrarium ohne Zäune gefilmt.

Ähm. Wer einen Tipp für ein brauchbares Linux-Videoschnitt-Programm hat,, möge sich melden. Danke. Lightworks stürzt jedenfalls dauernd ab.

In einem anderen Land zu einer anderen Zeit

Es ist nicht leicht, diese Tage so zu verbringen, dass man nicht blöd im Kopf wird. Der tägliche Gang zum Supermarkt wird zu einem der Höhepunkte des Tages. Obwohl die Marinadusche, die Personaldusche des angrenzenden Hotels, eine ganz miese Aufenthaltsqualität hat, ist der Besuch dort ein weiterer Höhepunkt. Gestern habe ich fünf Stunden am Herd verbracht und ein Abendessen für die Chapo und uns gezaubert. In der ganzen Zeit habe ich Jens mit Küchengerüchen gequält. Das Ereignis war ein auf knackigen Karotten zartrosa gebackener Rinderbraten mit einem Riesenberg knuspriger, mit ein wenig Parmesan verfeinerter Kartoffelpuffer. Zugegebenermaßen wurde der Braten mehr rosa als zart, aber es hat allen geschmeckt. In den letzten Tagen bekochen wir uns gegenseitig.

Positiv an der Situation ist, dass wir zu Dingen kommen, die wir seit Monaten haben liegen lassen. In Lissabon haben wir viele Videos gemacht, geschnitten und veröffentlicht haben wir bisher nichts. Während ich am Herd stand, hat Jens sich mit dem Videoschnitt beschäftigt. Und nun haben wir ein kleines Video von Lissabon mit – ähm – geringem Straßenbahnanteil. Die Straßenbahn dort ist meiner Meinung nach ein rollendes Denkmal.

Auf der anderen Seite des Atlantik, ein halbes Dutzend mit Touristen voll beladener Kreuzfahrtschiffe vor der Stadt, geöffnete Bars und Restaurants, Menschenmassen walzen sich durch die Innenstadt, klumpen sich vor dem Aufzug in die Oberstadt oder quellen aus voll besetzten Straßenbahnen. Ich habe mir das Video zwei oder dreimal angesehen. Nicht wegen der tollen Aufnahmen mit der wackeligen Handkamera. Nicht wegen der phantastischen Filmmusik (Gema-frei). Nicht, weil ich sonst nichts zu tun habe. Ich habe mich am Leben auf den Straßen erfreut.

Ist die Szene bei 3 Min 46 Sekunden als Ausblick in die Zukunft zu verstehen? Wie sieht das Leben in der Öffentlichkeit in einem halben Jahr oder einem Jahr aus?

Video zu unserer Überfahrt ist fertig!

Nach der Arbeit an Sissi haben wir noch ein wenig Arbeit in das Blog gesteckt. In den heißen Mittagsstunden sitzt es sich im Schatten vor dem Computer gar nicht so schlecht. In diesem Video steckt der Versuch, einen möglichst realistischen Eindruck von einer mehrtägigen Segelreise zu vermitteln. Somit haben wir endlich mal ein Segelvideo gemacht.

Surfen in bewegten Bildern

In Oeiras entstanden neben den Fotos auch einige spannende Videoschnipsel von den Surfern und den beeindruckenden Wellen. Das haben wir gestern Abend noch zusammen geschnitten und möchten es euch nicht vorenthalten.

Surfer am Strand von Oeiras

Karma

Wir hätten nicht in die Statistiken über die Nutzung unseres Blogs schauen dürfen. Was haben wir uns auch dabei gedacht? Da schneidet sich einer in Vigo die Rastalocken ab und das Video davon geht viral? Wir haben doch gar keine Ahnung von Selbstvermarktung in den rauen Gefilden des Internet.

In Inverness haben wir jedenfalls eine Expertin für Klicks im Internet kennen gelernt. Dann sind wir monatelang in unterschiedlichen Gegenden herum gesegelt und jetzt haben wir diese Expertin in Leixoes wieder gesehen. Karma.

Karma von der SY Fairytale war bei uns zu Besuch und hat ihrem Personal (Lena und Martin) erlaubt, mit uns gemeinsam zu grillen. Während ihres Besuchs durften wir einige Aufnahmen von ihr anfertigen.

Karma auf der Couch

Karma ist unglaublich plüschig und weich. Sie ist total süß. Und sie hat uns erlaubt, dieses Bild von ihr in unserem Blog zu benutzen. Da das Internet den süßen Kätzchen gehört, werden wir in Kürze in neue Server investieren müssen.

Großzügig ist Karma auch. Während sie uns Tipps für bessere Eigendarstellung (mehr Katzenbilder) unseres Blogs im Internet gab, erlaubte sie Martin, für uns alle Zaubertrank aus dem Apfelweinfässchen zu zapfen. Und selbst wollte sie nur ein paar Schlucke vom Bordwasser trinken. Selbst das großzügige Käseangebot von mir hat sie selbstlos ausgeschlagen.

Mastkontrolle

Karma hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, unsere Maststütze auf Standsicherheit zu kontrollieren.

Nachdem jetzt ca. 100% der Besucher Witze über unsere Maststütze gemacht und diese einen Kratzbaum genannt haben, hatten wir nun eine Besucherin, die keine Witze gerissen hat, sondern den sogenannten Kratzbaum unbürokratisch auf seine Tauglichkeit untersuchte. Ab sofort darf jeder Besucher die Maststütze “Kratzbaum” nennen, jetzt ist sie ein Kratzbaum.

Karma im Cockpit

Was Karma überhaupt nicht so recht verstanden hat, war die Begeisterung der Dosenöffner, als sie an der Maststütze turnte. Sie hat dann den Salon in Richtung Cockpit verlassen und die Beratung erst einmal eingestellt. Dachten wir zunächst.

Dann wurde uns aber schnell klar, was sie uns zeigen wollte. Sie verlangte von ihrer Dosenöffnerin Lena plötzlich Leckerlis.

Karma schaut, dass Lena das mit den Leckerlis auch richtig macht.

Zuerst bewunderten wir ihre Geduld, als Lena das noch nicht richtig gemacht hat und Karma auf ihren Snack warten musste. Sie erklärte ihr die richtige Handhabung mit wenigen Gesten ihres plüschigen Schwanzes. Dann sahen wir die Anmut und Schönheit in der Haltung der Katze und es wurde uns klar, dass das wieder 200000 Klicks mehr auf die süße Katze werden. Die Katzen regieren das Internet.

Das Leckerli kann jetzt herunter gereicht werden!

Wir hoffen, dass wir diese liebe, plüschige, süße, niedliche, weiche, kuschelige, flauschige, winzige, hübsche, stolze, anmutige, vierbeinige Pelzträgerin noch einmal in Portugal wieder sehen, bevor sich spätestens an der Algarve unsere Wege trennen. Wir hoffen aber auch, dass Karma bis dahin ihr Winterfell endgültig abgeworfen hat. Es ist erstaunlich, an welchen Stellen man plötzlich Katzenhaare findet – selbst in Räumen, die die Katze nie betreten hat. Das können Katzen!

Kätzchenvideo

Hoffentlich bricht der Webserver nicht zusammen. Sonst können wir keine neuen Katzenbilder mehr hochladen. Karma.

Danke für den Besuch und dafür, dass du Lena und Martin mitgebracht hast.

Schöne Erinnerungen an Douglas

Wir sind immer noch in Porto und warten auf passenden Wind. Eigentlich warten wir auf irgendeinen Wind, der uns ansatzweise in südliche Richtung bringt. Die aktuellen Prognosen sprechen von stundenlangen Motorfahrten.

Am Boot sind wir mit den Arbeiten im Plan. Die Stadt Porto haben wir uns ausgiebig angesehen. Wir wollen weiter. Und wir sparen unseren Diesel für später auf.

So haben wir in unserem Videomaterial gekramt und noch ungeschnittenes Material von der Isle of Man gefunden. Jens hatte einen Riesenspaß, das Straßenbahnvideo zu schneiden. Ich mache aus ihm noch einen Pufferküsser.

Von allen Orten, die wir bislang gesehen haben, war die Isle of Man die angenehm positivste Überraschung. Ich war dort nicht zum letzten Mal.

In tiefer Trauer

Wir haben gelitten und haben uns gequält. Die Sonne brannte heiß in Galicien. Schweiß rann uns in Strömen über die T-Shirts. Entscheidungen mussten getroffen werden. Was sollten wir tun? Was konnten wir opfern, worauf verzichten.

Können wir es wagen, das Unaussprechliche zu tun? Ist das Risiko hinzunehmen? Schaffen wir es, die einschneidende Veränderung in unserem Leben ohne Klagen hinzunehmen? Ist die Entscheidung richtig? Stimmt der Zeitpunkt? Die Luftfeuchtigkeit? Die Windstärke und die Tide? Soll es wirklich jetzt schon so weit sein? Wie sehen die Alternativen aus?

Das Leben eines Seefahrers ist voll von Entscheidungen, die im Nachhinein nicht mehr geändert werden können, für die keine Korrektur mehr möglich ist. Liegt das Schiff erst einmal auf den Felsen, kommt oft jede Rettung zu spät. Wie schön wäre es gewesen, wenn man vorher nicht den Kurs auf den Felsen gesteuert hätte. Steuern wir Sissi auf diese Weise in das Riff? Liegen wir bald auf Grund? Zerreißen uns die Segel? Verderben die Nahrungsmittel? Haben wir bald ein Fischernetz in der Schraube? Alle diese Fragen wollen bedacht werden. Nur so können wir es vermeiden, auf den Felsen zu fahren.

Und so ist es nun. Die Entscheidungen wurden getroffen. Die Konsequenzen sind sichtbar. Wir sind um eine Erfahrung reicher geworden.

Wir wurden Zeugen eines Ereignis, das in dieser Form in diesem Jahrtausend noch nicht statt gefunden hat. Wir möchten dieses Ereignis keinesfalls unangemessen überhöhen, doch kommen an dieser Stelle keine anderen Worte in Betracht. Es war ein großes Ereignis.

Wir trauern. Wir haben sie verloren. Sie sind weg.

Wir müssen uns daran gewöhnen. Aber leuchtet ein Licht am Horizont. Es wird von Tag zu Tag heller. Es wird an dem Tag ungefiltert leuchten, an dem ich mir nicht mehr den Zopf unter dem Kamerariemen hervor ziehe.

The Swinging Oven – Folge 3

Schon wieder ein Kochvideo? Ja, das muss sein. Kochen ist bei 6-7 Bft auf Vorwindkurs eine ganz andere Nummer, als der Am-Wind-Kurs zwischen Guernsey und Roscoff. Außerdem haben wir es diesmal ein wenig anders gemacht. Wenn Sissi sich in den Wellen rollt, ist auch der Verzehr der Nahrung eine Herausforderung. Als Anti-Rutsch-Matten kamen feuchte Geschirrtücher zum Einsatz, das funktioniert prima. Außerdem sind die Tücher leicht waschbar, wenn doch etwas vom Teller läuft.

Kochen irgendwo zwischen Spanien und Portugal

The Swinging Oven – Folge 2

Für die Fahrt von St. Peter Port nach Roscoff haben wir uns feine Lammsteaks beim Metzger besorgt. Dass ich die auf hoher See in internationalen Gewässern zubereiten kann, steht für mich außer Frage. Die Frage war eher, wie man die Steaks dann isst, wenn sich Sissi in der See, die Steaks auf dem Teller, der Teller auf dem Tisch und die Segler vor dem Tisch bewegen.

Die Entscheidung fiel dann auf Lammgulasch. Lammgulasch kommt in einem Topf, wird auf einem tiefen Teller serviert und man braucht keine zwei freien Hände, um es dann schlussendlich in den Mund zu schaffen.

Bei fünf bis sechs Beaufort und einem Am-Wind-Kurs ist die Herausforderung, Leckeres auf den Teller zu schaffen, einiges höher als bei einer Motorfahrt durch Restschwell. Oder doch nicht? Schaut selbst!

Der Wolf

Wir haben ein Suchtproblem an Bord der Sissi. Jens ist unheilbar lasagnesüchtig. Wenn er nicht regelmäßig seine Pastaration bekommt, wird er zum Tier. Also müssen wir in regelmäßigen Abständen dem Gott der Pastafari huldigen und eine Lasagne zubereiten. Für Jens ist die wöchentliche Lasagne so wichtig, wie für mich der Kaffee am frühen Morgen.

Eine Zutat von Lasagne ist Hackfleisch. Hackfleisch holt man sich normalerweise zu Hause beim Metzger. Dort wird es frisch durch den Wolf gedreht und ist lecker. Wir lehnen beide das in Plastik verpackte Hackfleisch aus der deutschen oder niederländischen oder britischen Supermarktkühltheke ab. Es war schon problematisch, in Großbritannien an anständiges Hackfleisch zu kommen. Wie sollte das erst in südlicheren Ländern werden? Jens und ich liefen durch Dublin und haben versucht, einen Fleischwolf zu erwerben. Im Lande der Fertignahrung war das ein Ding der Unmöglichkeit.

Also riefen wir unsere Schwester Christine an, mit der wir uns auf Guernsey treffen wollten. Sie kaufte in Frankfurt einen ordentlichen Fleischwolf und hat ihn gemeinsam mit unserem Neffen Benedikt von Frankfurt nach Guernsey geschleppt. Benedikt hat den massiven Fleischwolf in Paris durch die Katakomben der Metro getragen.

Der Wolf

Zum Dank haben wir für die beiden eine Lasagne angefertigt. Und für Jens. Der hatte schon wieder das Zittern in den Händen, weil die letzte Lasagne mehr als drei Länder zurück lag (Isle of Man, örtlicher Metzger mit anständigem Hackfleisch).