Mobiles Office

Wenn man auf Weltumsegelung ist, muss man sich gelegentlich auch mit der Bürokratie in der Heimat beschäftigen. Es ist gar nicht so einfach, sich für ein paar Jahre aus der Hand der deutschen Bürokratie zu verabschieden. Zum Glück haben wir ein komplett ausgestattetes Büro dabei.

Für die Erledigung der Bürokratie… das Sissi-Office

Wir haben 4G Internet, Laptops, einen Drucker und einen Scanner. Damit können wir alles das tun, was wir zu Hause auch tun können – so lange wir uns im Bereich der Funkmasten befinden. Auf hoher See geht das natürlich nicht, aber da haben wir sowieso andere Dinge zu tun (Schlafen, Essen, dem Autopiloten zusehen, Ausruhen, nach anderen Schiffen Ausschau halten und Entspannen).

An dieser Stelle sagen wir ganz herzlichen Dank an unseren Vater nach Frankfurt, der für uns die Schneckenpost in Empfang nimmt, einscannt und sie uns nachsendet!

Der Watermaker ist angekommen!

Gestern war es endlich so weit. DHL hat den Weg in die Milford Marina gefunden und den Watermaker abgeliefert. Er hatte eine weite Reise von seinem Abreisetag am 17. Juli in Naples bis zu seiner Ankunft am 31. Juli in Milford Haven. Anders gesprochen war der Watermaker ca. 1100 Seemeilen Luftlinie in 14 Tagen zurückgelegt. Das macht eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 3,27 Knoten. Unter Segeln sind wir zumeist viel schneller unterwegs.

Der Einbau gestaltete sich relativ einfach. Nach einer Stunde war das alte Gerät demontiert und das Neue an seinem Platz. So weit, so gut. Auch der Probelauf brachte keine Probleme, sondern 20 Liter Wasser in unseren Tank. Heute läuft er nochmal, wir wollen noch 100 Liter Wasser machen, bevor wir die Marina verlassen. Sicher ist sicher.

Auch an anderer Stelle mussten wir gestern hart arbeiten. Unsere Motorkühlung machte uns Sorgen, da wir bei einem Routinecheck bemerkt haben, dass das Kühlwasserniveau dramatisch gestiegen ist. Ich kenne das nur anders, jedenfalls von Autos – und wir haben einen Automotor eingebaut. Bei Autos sinkt der Kühlmittelstand im Laufe der Zeit und dann stehen sie irgendwann mit überhitztem Motor bei 30°C im Schatten auf der Standspur der Autobahn. Das können wir uns nicht leisten.

Die begründete Vermutung war, dass Seewasser in den inneren Kühlkreislauf eingedrungen ist. Das ist nicht gut, denn im Laufe der Zeit würde uns der Motor von innen her wegrosten. In der gegenüber der Marina gelegenen Chandlery lernten wir David kennen – ein Motorenspezialist. Er hat sich das Problem angesehen und meinte, wir sollten mal nach dem Wärmetauscher sehen. Zum Glück hatten wir noch einen Ersatz-Wärmetauscher im Gepäck. Den konnten wir montieren. David hat uns gute Tipps gegeben, wie wir den Austausch am besten bewerkstelligen. Zum Dank bekam er von uns ein paar Dosen Apfelwein. Das wiederum hat ihn sehr gefreut.

Nach dem Austausch lief der Motor ein paar Stunden und der Kühlwasserstand hat sich nicht mehr verändert. Somit sieht hier alles prima aus.

So viel harte Arbeit sind wir einfach nicht mehr gewohnt. Deswegen hatten wir beide keine Lust auf die übliche abendliche Kochzeremonie mit frischem Fisch, Lobster oder leckeren Steaks. Hier hat sie die Lieferung der Metzgerei Haase schon das erste Mal bewährt, denn Kochen, Essen und Abspülen war in einer halben Stunde erledigt.

Unboxing Bolognese – der zweite und schmackhafte Teil des Auspackens!

Ein wenig Showtime war auch, so ist gestern Abend der zweite Teil unseres Auspackvideos gedreht worden. Viel Spaß damit!

Die Windvorhersage für morgen ist eher mau. Wir wollen am Samstag zu unserem nächsten Ziel starten, wenn nichts mehr dazwischen kommt.

Ein Paket kommt an.

Heute gab es Post für uns. Wir konnten ein Paket in Empfang nehmen, das wir dringend erwartet haben. Leider war es nicht das Paket mit dem Watermaker, dafür ist der Inhalt ebenfalls absolut lebenswichtig für uns. Wir haben Post aus Frankfurt Bonames bekommen.

Der Absender. Jens Haase aus Bonames.

Wir möchten natürlich auch ein wenig mit dem Trend gehen, sich selbst beim Auspacken eines Pakets zu filmen. Das ist bei diesem besonderen Paket natürlich allererste Pflicht. Wir freuen uns schon darauf, den Inhalt zu verspeisen.

Post aus Frankfurt Bonames

An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an Jens Haase, der uns noch vor der Abfahrt angedroht hat, uns unterwegs zu verpflegen. Jede einzelne leckere Dose werden wir genießen!