Hello, Goodbye

Manchmal gibt es sogar Neuigkeiten in Oranjestad. Vor einigen Tagen erwähnte ich die Ankunft dreier neuer Segelboote, jetzt möchte ich deren Bewohner vorstellen.

Der Anlass für diese Vorstellungsrunde ist die Abschiedsfeier für Vanita, die mit der Grenzöffnung zu den USA am 11. Juli die Möglichkeit hat, für ein paar Monate nach Hause zu fliegen. Sie plant ihre Rückkehr nach Aruba für Anfang September.

Von links nach rechts: Island Lady, Aria, Toes in the Water und Sissi

Auf der Island Lady ist Vanita mit ihrem Skipper Johnny unterwegs, auf der Aria leben Shelly, Brian und Moses (Riesenschnauzer), auf der Toes in the Water wohnen Karen und Dennis. Aus Platzgründen findet die Abschiedsfeier auf dem Katamaran statt. Wow! Mein erster Besuch auf einem Katamaran. Ein unglaubliches Platzangebot.

Alle drei Boote sind von den US Virgin Islands gekommen, wo sie die Zeit der Grenzschließungen verbracht haben. Nun bleiben sie für die Hurrikansaison in Aruba.

Shelly, Vanita und Johnny hinter Moses

Angesagt war ein italienischer Abend. Brian hat eine unglaubliche Menge Nudeln mitgebracht, dazu gab es verschiedene Saucen von Dennis und echten Parmesan in beliebigen Mengen, vorher noch Appetizer. Ich habe unser Bordbrot gebacken. Moses kann den klassischen Bettel-Hundeblick sehr gut. Doch er muss sich mit etwas Eiswasser zufrieden geben.

Karen, Brian und Johnny, darunter Moses

Es war mir eine große Freude, dass die meisten aus der Gruppe das Donkey Sanctuary besucht haben. Dort hat sich Johnny in einen dreibeinigen Esel verliebt. Johnny hat bei einem Autounfall die Gebrauchsfähigkeit seines rechten Arms verloren, Kamino hat bei einem Autounfall sein rechtes Vorderbein verloren. Daraufhin hat Johnny Kamino gleich mal adoptiert. Das sollte in ein paar Tagen auch auf der Webseite zu sehen sein.

Kamino

Ich schweife ab. Nach dem Essen kommt bei dieser Gruppe Segler die Musik. Brian spielt zumeist Banjo, Vanita Gitarre und von Zeit zu Zeit werden sie von Johnny auf der Mundharmonika begleitet.

Brian und Johnny

Wer kein Instrument spielt, hat immer noch seine Stimme zur Verfügung. Auch ich beteilige mich dabei gerne. Zu Hause bin ich begeisterter Sänger im 51500 Kehlen starken Frankfurter Waldstadionchor. Laut singen kann ich übrigens besser als schön singen.

Neben mir sitzen Vanita, Shelly und Dennis

In den vergangenen Tagen saßen wir schon ein paar Mal zum Singen zusammen. Meist waren die Veranstaltungen recht früh beendet, diese Menschen gehen eher früher ins Bett und stehen auch früher auf. Diesmal dauert es länger, noch möchte niemand Schluss machen.

Vanita, Shelly und Dennis

In dieser Besetzung war es bis September der letzte Auftritt, ich glaube aber nicht, dass es der letzte Auftritt überhaupt war. Dafür macht es uns allen zu viel Spaß. Eine echte alternative Abendgestaltung. Die Kehle lässt sich dabei natürlich auch gut befeuchten.

Brian meinte irgendwann am Abend, dass das hier auf Aruba die kleinste Cruiser-Community sei, die er jemals in seinem Leben gesehen hat. Ich persönlich empfinde die Gemeinschaft inzwischen schon als sehr groß, immerhin hat sich in kurzer Zeit die Zahl der von Langfahrtseglern bewohnten Boote von zwei auf sechs verdreifacht. Außerdem erwarte ich noch die Lady Charlyette, die wir in der Vor-Corona-Zeit auf Martinique getroffen haben.

Moses entspannt

Unter vielfachen Umarmungen verabschieden wir uns voneinander. Vanita hat die eine oder andere Träne in ihren Augen. Hauptsache, sie verliert ihren Humor nicht. Gute Heimreise!

Vanita auf der Schaukel

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass seit langer Zeit wieder zwei Kreuzfahrtschiffe vor Oranjestad liegen. DIe Freewinds hat lediglich umgeparkt, die Seven Seas Splendor reiste aus Los Angeles an. Natürlich ohne Passagiere.

Freewinds und Seven Seas Splendor

Ich freue mich ungemein, dass hier neue Gesichter zu sehen sind, neue Geschichten zu hören sind und darüber, dass wir uns richtig gut verstehen. Wir werde gemeinsam eine schöne Zeit haben.

Esel mögen keinen Regen

Auch auf einer kleinen Insel wie Aruba gibt es immer wieder Neues zu lernen. Zum Beispiel, dass es manchmal ziemlich kräftig regnet. Die trockene Insel, auf der ich zwischen März und Juni insgesamt vielleicht eine halbe Stunde Regen erlebt habe, wurde in den letzten Tagen ziemlich gegossen.

Esel im Regen

Die Esel zum Beispiel mögen keinen Regen. Da geht es ihnen nicht anders als den meisten Menschen. Wenn der Regen dann vorbei ist, lieben sie es, sich im Schlamm zu wälzen.

Regen ist doof

Vom Anblick her sieht es aus, als seien diese Esel ganz, ganz traurig. Mit diesen hängenden Köpfen habe ich sie jedenfalls noch nie herumstehen gesehen.

Nass und irgendwie traurig

Leider war es mir an diesem Regentag nicht möglich, die Esel beim Wälzen im Schlamm zu fotografieren. Der Regen hörte nämlich erst zur Fütterungszeit auf. Zur Fütterungszeit haben die Esel kein Interesse daran, sich im Schlamm zu wälzen. Sie müssen nämlich darum kämpfen, ihren Anteil zu bekommen.

Mit den Menschen auf den drei neuen Segelbooten ist ein neues Problem auf mich zugekommen. Sissi liegt relativ weit weg vom Steg und niemand kann anklopfen, wenn er mich sprechen möchte. Deswegen musste ich mir eine Lösung ausdenken. Zunächst wollte ich im Baumarkt einfach eine batteriebetriebene, funkgesteuerte Türglocke kaufen. Dann ist mir aber eine bessere Idee gekommen.

Schiffsglocke

Sissi hat keine Tür, also brauche ich auch keine Türglocke. Nun hat meine bislang vollkommen nutzlose Schiffsglocke eine richtige Aufgabe bekommen. Ein Schiff braucht eben eine Schiffsglocke.

Neues Leben

Immer noch macht es mir viel Spaß, zu den Eseln zu gehen. Dabei kommt es manchmal zu lustigen Szenen. Wenn die Esel sehen, dass Touristen im Besucherzentrum sind, gehen ihnen schon mal die Magensäfte durch. Die meisten Besucher kaufen einen oder zwei Eimerchen mit Eselfutter. Dieser hier lässt mehrere Minuten die Zunge aus dem Maul hängen und beobachtet genau das Geschehen im Besucherzentrum.

Hat die Zunge vergessen

Dann wird das Futter endlich verteilt und das Gedränge ist groß. Jetzt möchte jeder ein paar Pellets abbekommen. Die leckeren Pellets gibt es sonst nur zum Frühstück.

Außer den Eseln gibt ja noch die Pfaue, die Katzen und die Hühner. Dieser Beitrag ist vor allen Dingen den Hühnern gewidmet. Vor ein paar Tagen habe ich dieses Exemplar im Heu gesehen. Sie hat sich dort ein feines Nest gebaut und alle Helfer haben sie in Ruhe gelassen.

Brütendes Huhn

Gestern war es dann soweit. Vier quietschfidele Küken sind geschlüpft und folgen nun unablässig ihrer Mutter. Oder folgt die Mutter ihren Küken? Jutta hat noch ein verstoßenes Küken gefunden, das aber leider nicht durchgefüttert werden konnte. Die anderen piepen jedenfalls unablässig.

Nachwuchs

Nun hat die Mutter viel damit zu tun, ihren Nachwuchs vor den anderen Tieren zu schützen. Die Pfaue jagen die Küken jedenfalls vollkommen unverfroren und auch bei den Katzen kann ich mir ein gewisses Interesse vorstellen. Frisches Hühnchen, direkt vom Erzeuger.

Gefahr für die Hühnchen

Wollen wir hoffen, dass das Interesse weiterhin so gering ist. Der Platz war von der Henne gut gewählt, denn dort halten sich die Katzen für gewöhnlich nicht auf.