The Swinging Oven – Folge 2

Für die Fahrt von St. Peter Port nach Roscoff haben wir uns feine Lammsteaks beim Metzger besorgt. Dass ich die auf hoher See in internationalen Gewässern zubereiten kann, steht für mich außer Frage. Die Frage war eher, wie man die Steaks dann isst, wenn sich Sissi in der See, die Steaks auf dem Teller, der Teller auf dem Tisch und die Segler vor dem Tisch bewegen.

Die Entscheidung fiel dann auf Lammgulasch. Lammgulasch kommt in einem Topf, wird auf einem tiefen Teller serviert und man braucht keine zwei freien Hände, um es dann schlussendlich in den Mund zu schaffen.

Bei fünf bis sechs Beaufort und einem Am-Wind-Kurs ist die Herausforderung, Leckeres auf den Teller zu schaffen, einiges höher als bei einer Motorfahrt durch Restschwell. Oder doch nicht? Schaut selbst!

Der Wolf

Wir haben ein Suchtproblem an Bord der Sissi. Jens ist unheilbar lasagnesüchtig. Wenn er nicht regelmäßig seine Pastaration bekommt, wird er zum Tier. Also müssen wir in regelmäßigen Abständen dem Gott der Pastafari huldigen und eine Lasagne zubereiten. Für Jens ist die wöchentliche Lasagne so wichtig, wie für mich der Kaffee am frühen Morgen.

Eine Zutat von Lasagne ist Hackfleisch. Hackfleisch holt man sich normalerweise zu Hause beim Metzger. Dort wird es frisch durch den Wolf gedreht und ist lecker. Wir lehnen beide das in Plastik verpackte Hackfleisch aus der deutschen oder niederländischen oder britischen Supermarktkühltheke ab. Es war schon problematisch, in Großbritannien an anständiges Hackfleisch zu kommen. Wie sollte das erst in südlicheren Ländern werden? Jens und ich liefen durch Dublin und haben versucht, einen Fleischwolf zu erwerben. Im Lande der Fertignahrung war das ein Ding der Unmöglichkeit.

Also riefen wir unsere Schwester Christine an, mit der wir uns auf Guernsey treffen wollten. Sie kaufte in Frankfurt einen ordentlichen Fleischwolf und hat ihn gemeinsam mit unserem Neffen Benedikt von Frankfurt nach Guernsey geschleppt. Benedikt hat den massiven Fleischwolf in Paris durch die Katakomben der Metro getragen.

Der Wolf

Zum Dank haben wir für die beiden eine Lasagne angefertigt. Und für Jens. Der hatte schon wieder das Zittern in den Händen, weil die letzte Lasagne mehr als drei Länder zurück lag (Isle of Man, örtlicher Metzger mit anständigem Hackfleisch).

The Swinging Oven – Folge 1

Schon im vergangenen Jahr, als Jens und mir auf der Nordsee langweilig war, haben wir uns ein Fernsehformat ausgedacht. Es gibt gefühlt 100 verschiedene Kochshows im Fernsehen, entweder wird gegeneinander gekocht, gegen die Uhr oder ein Starkoch zeigt den Kochanalphabeten, wie es richtig geht.

Es gibt keine Kochshow, die auf einem Segelboot stattfindet. Das wollten wir ändern. Wir wollten Dieter Bohlen für die Jury gewinnen, der wird aber leider viel zu schnell seekrank. Also wurde das nichts. RTL wollte uns das Format leider nicht abkaufen, deswegen sind wir nicht reich damit geworden. Dass das Kochen auf einem Segelboot eine Herausforderung sein kann, zeigt unser kleines Video.

Folge 1 und Level 1 sind eigentlich nicht der Rede wert. Wir fahren bei Windstärke 0-1 mit dem Motor über leicht bewegtes Wasser. Die Wellenhöhe wird im Video ein wenig untertrieben, es waren eher 10 bis 20 Meter als 1 bis 2 Meter. Äh – was? Seemannsgarn…

Aufgenommen haben wir das Filmchen schon vor einigen Wochen auf der Nordsee. Dann ist es in Vergessenheit geraten, weil wir mit anderen Videos, anderen Erlebnissen und der Bestellung von Konserven in Deutschland beschäftigt waren. Wir gewinnen immer mehr Spaß am Videoschnitt und so haben wir noch einmal im alten Material gekramt. Herausgekommen ist die erste Folge von “The Swinging Oven”.

The Swinging Oven .- Level 1: Motorfahrt

An jenem Tag gab es leckere Steaks vom Metzger aus Stavoren, die wir mit auf die Reise genommen haben. Dazu Möhrchen und eine feine Käsesauce.