Duschen, dank dem Diesel

In Wicklow war es schwülwarm und weitestgehend windstill. Außerdem entsprachen die dort nicht vorhandenen Duschen keinesfalls unseren Vorstellungen. Wenn wir schon für die Übernachtung bezahlen müssen, dann wollen wir auch Duschen haben.

Also beschlossen wir, die Tide zu nutzen und die 10 Meilen nach Arklow mit dem Motor zurückzulegen.

AIS Bild mit fünf Leuchttürmen bzw. Tonnen und einem schnellen Frachtschiff

Südlich von Wicklow befinden sich einige Steine unter Wasser, außerdem ist einige Meilen vor der Küste noch eine längere Sandbank. Mit der richtigen Ausrüstung ist es heutzutage bei jedem Wetter möglich, die entsprechenden Seezeichen zu sehen. Unser AIS stellt jedenfalls die Tonnen wunderschön dar. Außerdem sieht man ein schnelles Frachtschiff, das außerhalb der Sandbank unterwegs ist.

Auch in der Einfahrt von Dublin waren die wichtigen Tonnen alle mit AIS ausgestattet. Die Iren sind hier sehr konsequent. In Schottland gab es auch gelegentlich AIS-Tonnen, sie sind dort jedoch wesentlich seltener.

Nach gut zwei Stunden war die Reise schon wieder beendet. Wir liefen in die Marina in Arklow ein und konnten bald die erfrischende Dusche genießen.

Brandaktuell – Bericht aus der Bordküche

In Dublin haben wir uns bei einem Family Butcher ein Kilo Gulasch vakumieren lassen. In Wicklow geht Jens an die Zubereitung. Er bringt den Topf auf große Hitze, fügt das Öl zum Anbraten hinzu, öffnet die Vakuumverpackung und wirft das Fleisch in den Topf. Dann höre ich nur einen Ruf „Scheeeiiiiiiiße!!!!!“. In der Verpackung hat sich noch eine zweite Plastiktüte befunden, die der Metzger zum Abwiegen des Fleischs verwendet hat. Die schmeckt angebraten natürlich besonders lecker.

Zweiter Versuch – ohne leckeres Polyäthylen

Jens konnte unter Einsatz seines Lebens das gute Fleisch retten, musste den Topf ordentlich schrubben und nun riecht der zweite Versuch echt lecker. Ich freue mich auf das Gulasch. Ein kleines Gulasch-Quiz für die Wartezeit habe ich im Postillon gefunden.

Action

Fahrtensegler sind faules Pack. Sie liegen meist im Hafen herum und entspannen sich. Fahren sie dann doch einmal los, wollen sie möglichst wenig dabei arbeiten. Die entspannendsten Kurse sind Vorwindkurse bei moderater Welle. Da kommen die Segel am Morgen hoch und werden am übernächsten Tag an einem völlig anderen Ort wieder herunter genommen.

Sieben Wenden auf dem Weg nach Wicklow

Das Gegenteil sind Amwindkurse. Der Wind kracht von vorne auf das Boot, es muss sich in die Wellen stürzen und alle paar Minuten müssen die Segler arbeiten, weil der Kurs eine Wende will. Anstrengend.

Am Wind fahren ist anstrengend.

Nach nur sechs Stunden am Wind waren wir fertig und mussten uns in Wicklow aufs Ohr hauen. Wir sind das nicht (mehr) gewöhnt. Wir sind so schnell ins Bett gefallen, dass wir nicht einmal mehr großartig vom Anlegerbier wollten.