Lobster zum Abendessen

Clubhaus

Der Atlantik ist geschafft. Nach unserer frühen Ankunft in Crosshaven bei Cork nehmen Mário und ich erst einmal eine warme Dusche. Dann legen wir uns wieder hin und holen versäumten Nachtschlaf nach. Mit zwei Kannen Kaffee intus schlafe ich eher schlecht als recht.

Crosshaven bei Niedrigwsser

Am frühen Nachmittag kümmert sich Mário um seinen Heimflug. Wir haben Mittwoch, am Samstag muss er wieder zur Arbeit erscheinen. Für ihn ist es nur ein kurzer Ausflug nach Irland geworden.

Busstation in Crosshaven

Eigentlich wollte ich im Marina-Restaurant zu Abend essen, doch im Royal Cork Yacht Club finden gerade Segelwettbewerbe statt. Die Speisekarte ist eingedampft auf ein einziges Gericht – Chicken Curry. Das ist nicht das, was ich mir für Mários und meinen letzten gemeinsamen Abend vorgestellt habe. Deswegen fahren wir in die Stadt. Immerhin sind die Busverbindungen sehr gut, der Bus fährt alle 15 Minuten und braucht eine gute halbe Stunde bis ins Zentrum.

Turm

Auf der Suche nach einem ordentlichen Restaurant kommen wir auch an der einen oder anderen touristisch wertvollen Stelle vorbei. Insofern hat sich die Fahrt schon gelohnt. Am River Lee schaut sogar mal die Sonne zwischen den Wolken durch.

Sonnenschein
Bewölkt

Irgendwie kommt mir das Wetter ziemlich irisch vor. Kaum hat sich die Sonne gezeigt, ist sie auch schon wieder verschwunden. Es fallen ein paar Regentropfen, doch die fallen nicht lange. Es reicht nicht einmal, um die Straße nass zu machen.

Stadtbusse in Cork

Nicht nur nach Crosshaven sondern überall in Cork fahren die Stadtbusse in dichtem Takt. Die Einzelfahrt für 2,20€ berechtigt zu einer Fahrt mit beliebiger Länge. Damit ist auch schon das Ende der günstigen Angebote erreicht. Von Portugal her verwöhnt schauen wir auf die Speisekarten der Restaurants. Die Preise sind nicht nur gesalzen, die sind auch gut gepfeffert. Mário bekommt Angst um sein Portemonnaie. Da ich es mir aber in den Kopf gesetzt habe, einen Hummer verspeisen zu wollen, beißt Mário in den sauren Apfel. Viele Alternativen hat er sowieso nicht. Er kann sich ja schlecht mit einem Döner zu mir ins Fischrestaurant setzen.

Hummer, sehr gut zubereitet.

Nachdem ich in der Karibik immer Langusten als Hummer serviert bekommen habe, freue ich mich über den ersten richtigen Hummer seit drei Jahren. Mário ist erstaunt über das feine Fleisch und bereut den Besuch dieses Restaurants nicht mehr. Fast nicht mehr. Wir schlagen richtig zu und gönnen uns zusätzlich noch eine Vorspeise und eine Nachspeise. Dazu kommen die Getränke und schwupps haben wir eine Rechnung von 120€ produziert. Oder, wie Mário sagt, wir haben ein Fünftel seines monatlichen Gehalts verfressen. Am nächsten Morgen um 5:30 Uhr fährt sein Bus zum Flughafen.

Sissi in Crosshaven

Ich lasse den Tag vor sich hingleiten. Immer noch bin ich reichlich müde. Sissi liegt gut am Steg, der ausgezeichnet geschützt ist. Im Owenboy River gibt es keinerlei Schwell, außer von den vorbeifahrenden Motorbooten. Die wiederum fahren in großer Zahl, denn es gibt viel zu tun.

Regatta für die Kleinen

Von den jüngsten Clubmitgliedern bis zu den Erwachsenen sind alle mit den Regatten beschäftigt. Entweder werden Boote an den Startplatz geschleppt, oder sie werden wieder zurück geschleppt. Oder sie werden einfach zur Ziellinie gesegelt, wobei sich das bei dem sehr schwachen Wind oft als Geduldsspiel erweist.

Regatta für die Großen

Am Abend findet dann immer eine Party im Clubhaus statt. Ich bin ja nun schon ein paar Tage hier, die Intensität der Partys hat immer mehr zugenommen. Am Donnerstagabend war Preisverleihung mit anschließender Party bis um 1 Uhr in der Nacht. Am Freitagabend war Grillabend mit Party. So richtig gut einschlafen konnte ich nicht, denn selbst um 2:30 Uhr in der Nacht hörte ich immer noch eine Horde betrunkener Iren zum Klang irischer Weisen grölen. Am Samstagabend war dann endlich Ruhe. Man kann den Clubmitgliedern jedenfalls nicht vorwerfen, dass sie ihre Segelwoche zu wenig ernst genommen haben. Die leeren Fässer sprechen Bände.

Spuren der Party

Am Sonntag beginne ich meine Weiterreise vorzubereiten. Ich wasche meine Wäsche und ziehe die Betten ab. Dabei finde ich einen blinden Passagier aus Guadeloupe. Nein, diese Schabe ist definitiv nicht aus Guadeloupe, sie ist an Bord groß geworden. Ich verteile an den üblichen Stellen wieder das Anti-Kakerlaken-Kampfmittel.

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